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Archive for 2. Juli 2007

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Ja, ich gebe zu, ich tu es! Es ist ein geiles Gefühl. Um es völlig genießen zu können, schaltet man den Kopf aus und der Sack übernimmt das Denken. Lustvoll sucht man den gewissen Punkt, hier und da wird es etwas klebrig – und am Ende fühlt man sich einfach gut. Ich rede vom Mülltrennen, vom gelben Sack und dem grünen Punkt.

Ich tue es für die Umwelt, während mein Hirn bohrend Fragen stellt wie: „Sag mal, dieser Eierkarton, das ist doch Pappe, wieso ist da ein grüner Punkt drauf, muss der nicht eigentlich in den Papiermüll? Erklär mir das! Hallo? Erklären! Neiiiiiiin – du hast es schon wieder getan…!“. Abfallexperten sagen, dass bis zu 50% in der falschen Tonne landen. Klar, blöde Idee, ein Volk zu Mülltrennern zu machen, das beim Pisa-Test kläglich versagt hat.

Es gibt angeblich Untersuchungen, die gezeigt haben, dass im Restmüll mehr Verpackungen mit grünem Punkt landen, als in gelbem Sack oder gelber Tonne. Was tun? Die Bundesbürger weiter doof vor sich hinsortieren lassen und dann einfach die andere Tonne zum Recycling verwenden? Angeblich können heute Automaten den Müll schon effektiver trennen als Bürger. Nur im Wegwerfen, da sind wir noch ungeschlagen.

Man braucht sich gar nicht mehr zu wundern, was los ist im Land: Wenns schon beim Mülltrennen nicht klappt, wie soll es dann beim Wählen erst sein? Ich würde ihn vermissen, den grünen Punkt. Er gibt mir doch wenigstens das Gefühl, noch irgendwas selbst in der Hand zu haben.

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