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Archive for 13. Juni 2007

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Das Verteidigungsministerium spielt „Ich sehe was, was du nicht siehst“. Das geplante Mahnmal für im Einsatz umgekommene Bundeswehrsoldaten soll im Innenhof des Ministeriums stehen. Warum nicht gleich im Keller? Da haben viele ihre Leichen. Schön, dass Minister Jung die Folgen seiner Entscheidungen bei der Arbeit immer vor Augen haben will (vorausgesetzt, sein Büro hat ein Fenster zum Hof). Aber eigentlich ist das ein Gedenken, das alle angeht, das Volk, das Parlament und die Kanzlerin. Also gehört das Denkmal genau zwischen Kanzleramt und Reichstag. Dahin, wo während der Fußball-WM diese Adidas-Arena gewesen ist. Das war dieses Ministadion, in dem man sich gegenseitig beim Fußballgucken zuschauen konnte, Zuschauen hoch zwei, das passt. Aber der Jung, das ist mehr so ein einsamer Entscheider. Der stellt das hin, wo es ihm passt.

Genau wie er auch seine Tornados jedem ausleiht, der ihn für einen duften Minister hält. Hat er doch tatsächlich Aufklärungsflüge über Heiligendamm erlaubt! Wahrscheinlich, um rauszufinden, ob sich Taliban unter die G8-Gegner gemischt hatten. Die siehst du ja nur vom Tornado aus, diese Turbane. Ich hoffe, sie haben ordentlich hochauflösende Fotos gemacht, vor allem von den Zivilbeamten mit erhobener Wurfhand. Er nennt das ganze „Amtshilfe“ zur Gefahrenabwendung. Was hätte denn schlimmstenfalls passieren können? Die G8-Chefs hätten Demonstranten zu sehen bekommen, vielleicht wäre im Chaos das Abendessen ausgefallen und Bush wäre die Magenverstimmung erspart geblieben. Und Sarkozy der Schwips. Der reinste Ausnahmezustand.

Das war der Einsatz der Bundeswehr im Inland, nicht vom Parlament genehmigt, nur vom Jung abgenickt. Ein Mann der Aufklärung – der Flugaufklärung gegen die eigene Bevölkerung. Stellt ihm doch einen Tornado in seinen blöden Innenhof, als Erinnerung an die im Einsatz gestorbene Verhältnismäßigkeit.

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