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Archive for 11. Juni 2007

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Experten haben eine Liste mit den 10 bedrohtesten deutschen Begriffen erarbeitet. Ich möchte sie in diesem Beitrag würdigen, schön sind sie alle. Also: Genießen, weiter verwenden und am Leben erhalten!

Selbst das Wort „Schlüpfer“ zählt schon zu diesen bedrohten Kleinoden. Heute ist alles voller Slips, es wird nicht mehr erotisch geschlüpft und schlüpfrig ist da gar nix. Wo der Schlüpfer noch irgendwie nach „Stoff auf Haut“ klingt, ist der Slip aalglatt und flott, rein-raus-fertig, schade. Und was gäbe es schöneres, als seinen Schatz, zur Not auch fernmündlich, als „Augenstern“ zu bezeichnen. Da liegt die Schönheit noch wirklich im Auge des Betrachters, das hat Glanz und kosmische Tiefe! Welch Labsal, derartig hold gebauchpinselt zu werden, da kann einem glatt ganz blümerant zu Mute werden! Heutige Dreikäsehochs kennen nur Beamer, Plasmabildschirme oder sourroundbeschallte Nachoknabberanstalten – unter einem Lichtspielhaus können sie sich kaum etwas vorstellen. Da wird doch der Zauber der Projektion noch gewürdigt, das klingt spielerisch und großartig wie das Schauspielhaus.

Die zehn Begriffe, die jetzt alle gefallen sind (Nein, „Beamer“ und „Nacho“ gehören nicht dazu!), haben eines gemeinsam: Sie sind reich. Reich an Nuancen und Bildhaftigkeit, eigentlich sind es handliche Kurzgedichte. Sie leben hoch, hoch, hoch!

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