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Archive for 24. Mai 2007

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Die innenpolitische Klima-Erwärmung ist in vollem Gange. Spätestens zum G8-Gipfel soll es heiß hergehen in Teufels Küche, beide Seiten wetzen schon die Messer. Die Behörden haben von einzelnen Globalisierungsgegnern (blödes Wort übrigens, klingt so sinnvoll wie „Schwerkraftfeind“) Geruchsabdrücke genommen. Obwohl die vor Gericht nicht verwertbar sind. Was machen sie dann damit? Geben sie die ihren Beamten vorm Einsatz zum Schnüffeln, damit die so richtig in Rage kommen?

Die Gegenseite freut sich derweil schon mal klammheimlich an so kleinen Zwischen-Eruptionen wie brennenden Autos vom Klassenfeind. Wie das von Kai Dieckmann, Bildzeitungs-Chef. Klar sollte man den nicht mögen, diese Mischung aus Zynismus und Pomade. Das ist so ein richtiges Arschloch in Aspik. Aber, wie sagte erst gestern mein Über-Ich: Wer auch nur irgend eine Form von noch so innerlicher Genugtuung verspürt ob der rauchenden Reste der Diekmannschleuder, der begibt sich emotional und menschlich genau auf das Niveau eines leidenschaftlichen Bildlesers. Und das ist immer noch mindestens einen Meter niedriger als das vom Diekmann selbst.

Was macht eigentlich inzwischen wütender? Der Gipfel selbst, oder die Sicherheitsmaßnahmen? Das ganze Knüppelausdemsack lenkt natürlich prima ab vom Eigentlichen. Lasst uns doch NACH dem Gipfel richtig sauer werden, wenn die dritte Welt auf ihren Schulden sitzen geblieben ist, wenn man vor lauter Zaun-Aufbauen nicht zum Schulden-Abbauen gekommen ist. Und wenn die Industrienationen sich auf Umweltschutzmassnahmen geeinigt haben werden, über die die Umwelt lachen würde, wenn sie dazu noch den Humor und die Kraft hätte.

Dann sollten wir eine Diskussion entfachen, bei der der Kanzlerin das Lächeln aus dem Gesicht kippt. Das ist es, was ich sehen möchte. Das erreichst du nicht, wenn du Diekmanns Fuhrpark heiß sanierst. Da müssen pfiffigere Aktionen her, wer unbedingt Feuer sehen will, kann es ja mal mit einer mutigen Selbstverbrennung versuchen. In Zeiten, in denen hunderte spaßwilliger Stundenten einen McDonalds mit Massenbestellugnen lahmlegen, könnte man ja auch mal subversiv die Reichstagsführungen torpedieren. Oder ganz fies: Grönemeyer singen lassen.

Der Widerstand 2.0 kann viel kreativer, permanenter, flexibler und abgedrehter sein. Eine Art kritisches Live-Themen-Blogging mit körperlicher Anwesenheit, das wärs doch! Und übrigens: So eine Mercedes-R-Klasse wie die vom Diekmann emittiert schon beim Fahren lockere 240 Gramm CO2 pro Kilometer. Was glaubt ihr, wie umweltschädlich die erst ist, wenn sie brennt!

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