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Archive for 2. April 2007

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Heute fliegen sie los, sechs Tornados und 200 Soldaten, die in unserem Namen Afghanistan aufklären. Aufklären bedeutet in diesem Falle nicht die Sache mit den Blumen und den Bienen, das haben die da schon drauf. Seit der Beseitigung des Taliban-Regiemes wächst die Anbaufläche für Schlafmohn kontinuierlich, 92% der Opium-Weltproduktion kommen von dort. Aufklärung bedeutet in diesem Falle, dass wir von oben aus schauen, wo wir die Reste der Taliban raus- und die zarte Pflanze der Demokratie reinbomben lassen. Alles nach dem Motto „Make friends with Tornados“.

Bisher hatten wir immer gedacht, dass wir mit unseren Soldaten in Afghanistan Schulen bauen, Brunnen bohren und winken. So ein bisschen wie Angelina Jolie und Brad Pitt ohne Adoptionen, aber mit Waffen. Spätestens wenn wir dann doch irgendwann Bodentruppen schicken, um die Demokratie zu Fuß ins Land zu ballern, wird das kuschelig-gedachte Konzept des „lächelnden Soldaten“ hinfällig. Es ist 5 vor Schluss mit lustig.

Ach, übrigens: Genau genommen fliegen sie statt mit den sechs vom Bundestag abgesegneten Tornados mit 10 los. Weil die Dinger oft rumzicken und man bei den Zwischenlandungen immer wieder mal einen wird stehen lassen müssen, um dran zu schrauben. So hofft man, wenigstens mit sechsen in Afghanistan anzukommen. Kein Witz.

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