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Archive for März 2007

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Im Pariser Louvre sind seit 1905 vier Vasen ausgestellt, in denen man die Eingeweide des Pharaos Ramses II vermutete. Muss eklig ausgesehen haben. Wie eine dieser Sachen, die im Kühlschrank jahrelang ganz hinten stehen. Bis man sich fragt: „Ist das ein abgelaufener Joghurt, oder hat der Pharao mal wieder seine Eingeweide nicht für sich behalten können?“.

Bei Louvres hat man sich jetzt nach 102 Jahren endlich überwunden und den Schmodder mal genauer untersucht. Dabei fand man Spuren von Zeder- und Pinienholz sowie tierisches Fett. Klingt weder nach Ramses-Herz, noch nach einem altägyptischen Actimel. Nach aufwendigen Untersuchengen des Uschi-Glas-Instituts war klar: In den Töpfen befand sich Kosmetik! Nix Niere, Nivea!

Touristen berichten, gestern sei ein merkwürdiges Kichern durch das „Tal der Könige“ geweht, etwas irre habe es sich angehört, aber dennoch sehr gepflegt. Was lernen wir daraus? Reinschauen, untersuchen, ausmisten und durchwischen! Im Louvre und im Kühlschrank ist Frühjahrsputz angesagt.

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Eine schöne Parallel-Meldung zu meinem gestrigen Eintrag ist ja die Geschichte von dieser Frankfurter Richterin. Die hatte einer Frau die Schnellscheidung verweigert, mit der Begründung, im Koran sei es ja erlaubt, dass der Mann seine Frau züchtigt. Damit hätte sie rechnen müssen, als sie die Ehe eingegangen sei. Die Faust deines Gatten im Gesicht zu spüren ist also Glaubenssache. Und dann zitiert sie sogar noch den entsprechenden Koran-Vers, ohne zu merken, dass sie im falschen Buch unterwegs ist. Für Juristen gilt weder der Koran, noch Harry Potter. Die haben extra eine eigene Bibel namens Gesetzbuch. Irgendwer hat gestern gesagt: „Nach ihrer Rechtsauffassung hätte diese Richterin für das Urteil eigentlich 80 Peitschenhiebe verdient.“.

Aber das kommt halt dabei raus, wenn Politiker (zum Beispiel von Parteien, die ihren Glauben schon im Namen tragen) die Trennung von Staat und Religion für verwerflichen 68er-Schnickschnack halten. Selbst Angela Merkel kämpft dafür, dass die neue EU-Verfassung einen Gottesbezug enthält, so eine staatstragende Version von „Einer für alle, alle für einen“. Ich finde: Gott darf gerne mitregieren, aber bitte nur im Vatikanstaat. Oder im Gewissen der Politiker, Platz ist in der kleinsten Hütte. Aber in einer Verfassung hat er so wenig verloren, wie ich bei der Elternbetreuung von Tokio Hotel.

Sehr mutig finde ich die Initiative des „Zentralrats der Ex-Muslime“, die sich dafür einsetzen, dass Glaube Privatsache sein muss. Und Nicht-Glaube auch. Nur den Namen der Initiative finde ich etwas unglücklich provokativ, eigentlich müsste der Glaube da auch noch raus. Sehr intelligent sind auch die Leute vom „Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten e.V.“. Die zweifeln das Moral-Monopol der Religionen an, welche ja bei jeder ethischen Entscheidung immer wie das Ricola-Männchen angesprungen kommen um mit der Frage zu nerven: „WER hat´s erfunden?“. Und wer der Meinung ist, dass ohne Religionsunterricht an den Schulen das Abendland untergeht, weil dann gar keiner mehr Werte vermittelt, der findet beim Konfessionslosen-Bund DAS Gegenargument: „Die NSDAP ist damals von lauter Menschen gewählt worden, die in der Schule Religionsunterricht bekommen haben“. Wow. Das sitzt.

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Harry Potter ist Teufelszeug. Och nö, nicht schon wieder! In einem Chemnitzer Gymnasium sollten anhand des Zauberlehrlings Fünftklässler lernen, wie Märchen und andere fiktive Geschichten aufgebaut sind. Die sollten also nicht Zaubern lernen, sondern Lesen. Daraufhin haben sich zwei Elternpaare beschwert (klar, die kommen immer zu zweit… ), die „Darstellung von Geistern stehe im Widerspruch zur religiösen Erziehung“ ihrer Kinder.

Jetzt wird im Unterricht „Rennschwein Rudi Rüssel“ gelesen. Solange, bis die heiligen Elternpaare rausfinden, dass in dem Buch die Erde gar keine Scheibe ist. Wenn die Fundamental-Christen den Lehrplan bestimmen, wird bald gar nix mehr gelesen außer Peter Hahne (haha, da war er wieder!). Goethes Faust? Hexen und vorehelicher Sex! Hamlet? Geisternde Väter und ausgegrabene Totenschädel! Die Räuber? Räuber! Und überfallene Nonnenklöster!

Wer schützt eigentlich Kinder vor Eltern, die mit der Welt nicht zurechtkommen? Das erinnert mich an die Deppen, die vor ein paar Jahren befürchtet haben, dass Harry Potter schwul macht. Begründung: Er ist nicht „normal“, ist im Schrank aufgewachsen, bis er sein Coming-Out hatte, keiner seiner Lehrer hat eine Frau und er spielt am liebsten mit diesen Zauberstäben rum, die sogar Leben erzeugen können. Das sind dieselben Leute, die Ernie und Bert ihre gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft vorwerfen. Wenn die anfangen, Einfluss auf den Lehrplan zu nehmen, sollte das Bildungsministerium im Gegenzug die Bibel umschreiben.

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Der Radiosender HR3 veranstaltet Tokio Hotel in der Frankfurter Festhalle. Und bietet dabei eine sogenannte „Elternbetreuung“ an. Für die erziehungsberechtigten Chauffeure gibt es dann das Beste aus Rock und Pop (also alles außer der Kajalfrettchencombo?) und kulinarische Spezialitäten. Früher nannte man so was eine Ü-30-Party. Schöne Idee, aber auch problematisch. Bei dem Teenie-Geschrei glaubt doch keiner ernsthaft, dass eine Durchsage wie „Der große Rüdiger möchte von seiner Tochter aus der Elternbetreuung abgeholt werden“ noch irgend ein Gehör findet? Scheißegal.

Der Veranstalter warnt sogar: „Rechnen Sie mit einer vorübergehenden Unzurechnungsfähigkeit ihrer Kinder.“. Soll heißen: Vielleicht wirst du nie abgeholt, oder landest sogar irrtümlich in einer anderen Familie. Wer weiß, plötzlich bist du alleinerziehend! Das wird dann aber sicher vom Roten Kreuz wieder zusammengeführt. Spätestens, wenn TH beim Bund sind. Angeblich drücken sie sich grade um die Musterung herum. Wahrscheinlich, weil es ihnen peinlich wäre, wenn der Amtsarzt ins Leere greift.

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Aktuelles Intermezzo

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In genau einer Woche (am 28.3.) hab ich in der Mannheimer Kleinkunstbühne „Klapsmühl´“ Premiere mit meinem neuen Kabarettprogramm „Runter kommen sie alle“. Blog-Leser aus der Region, die im Kommentar originell begründen können, warum sie dabei sein wollen, kriegen eine Freikarte. Nagernedoch!

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Soldaten sind Hühner!

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Zur Zeit läuft der Prozess gegen ehemalige Bundeswehr-Ausbilder, die 2004 bei einer Art „Deutschland sucht den Superschleifer“ unter die letzten 18 gekommen waren. Zur Erinnerung: Damals hatte man nächtens Geiselnahme gespielt, einmal mit allem, bitte. Also auch mit Stromstößen. Schön sind jetzt die Aussagen vor Gericht. Denn: Ziel sei es gewesen, eine „interessante und abwechslungsreiche Ausbildung zu schaffen“. Von den Rekruten hätte man die Rückmeldung bekommen, es sei „richtig geil“ gewesen. Der Strom? Oder wenn der Schmerz nachlässt?

Ich denke, richtig interessant wird die Ausbildung wohl erst, wenn man auch mal an ein Minenfeld realistisch herangeht. Oder an eine Hinrichtung. „Ene, Mene, Muh, der Diktator bist du! Uuund bitte!“ Damit verbessert man auch noch mal das Feedback in Richtung „richtig endgeil“. Ganz im Sinne der Qualitätskontrolle. Sind natürlich alles Einzelfälle. Davon haben die massenweise.

Wer sich Sorgen macht um den Zustand des Fachpersonals, das wir zur Verteidigung der Freiheit in die Welt schicken, dem sei folgendes Zitat als weiterer Keim des Zweifels in den Hinterkopf gelegt. Ein Rekrut schildert die Vorbereitungen auf den Bosnien-Einsatz: „Wir mussten durch Gräben kriechen. Teilen der teilnehmenden Soldat ist auferlegt worden, wie Hunde zu bellen, andere mussten Laute von Hühnern nachahmen.“. Wahrscheinlich lachende Hühner.

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Die Mikrobenschänder

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Mensch, jetzt bin ich aber beruhigt. Es gibt eine Mikrobe, die in Atommüll überlebt. Das arme Viech heißt „Deinococcus radiadurans“, wer da jetzt nur „Radio“ und „Duran-Duran“ versteht, liegt völlig daneben, aber hat ne Menge Spaß. Angeblich frisst diese Strahlemann-Mikrobe sogar Atommüll. Dekadent! Es war schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben. Hoffen wir, dass dieses Duran-Duran-Teil nicht in die Beschaffungskriminalität abrutscht.

Die Forscher, die sich damit beschäftigen, sind offensichtlich auch oft der Strahlung ausgesetzt. Wie kämen sie sonst auf die Idee, diese anscheinend schmerzbefreiten Mikrobendinger als Datenspeicher einzusetzen? Angeblich haben sie den Text des Kinderliedes „It´s a Small World“ (witzisch!) in genetischen Code übersetzt und die entsprechende DNA-Sequenz in den Mikroorganismus eingeschleust. Und jetzt der Hammer: Noch nach hundert Bakteriengenerationen ließen sich die Strophen wieder unverändert aus dem Genmaterial auslesen.

Also noch mal zusammengefasst: Da draußen gibt es Leute, die Kinderliedertexte in Mikroben speichern, welche sich von Atommüll ernähren. Mami, ich hab Angst! Ich hatte schon öfters das Gefühl, dass mir mein Körper irgendwas sagen will. Grade morgens, wenn es mal wieder später geworden war. Kann doch sein, dass mir irgendwelche witzischen Forscher testweise irgend ein Buch in die Gene eingespeichert haben. Z.B. „Schluss mit lustig“ von Peter Hahne. Hölle!

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