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Archive for 28. März 2007

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Die CDU ist gegen sittenwidrige Löhne und gegen einen gesetzlichen Mindestlohn. Das ist eben noch dieses alte Ideal von gesitteter Armut. Die sagen sich: Bevor wir Arbeitsplätze gefährden, gefährden wir lieber Menschen. Den Baden-Württembergischen Ministerpräsident Öttinger hat man gefragt, ob er es nicht sittenwidrig findet, wenn eine Friseurin 3,80 Euro die Stunde verdient. Ganz kurz sah er aus, als wollte er sagen: „Kommt auf die Frisur an“, aber dann ist er richtig konkret geworden und hat gesagt: „Nicht generell, aber irgendwo in diesem Bereich wird die Sittenwidrigkeit zu finden sein“. Vielleicht sollte man ihm helfen, und auch diese sittenwidrigen Bereiche mit einer roten Laterne markieren.

3,80 die Stunde, das sind Löhne wie einst in Großbritannien unter Maggie Thatcher. Seit 1999 haben die da einen Mindestlohn, derzeit knapp 8 Euro. Davon kann die Frisöse (so nennt man dann wohl eine sittenwidrige Friseurin) nur träumen. Und eine Million mehr Beschäftigte haben sie auch noch. Gut: bessere Frisuren haben sie nicht unbedingt. Das ist natürlich ein Killerargument, Herr Öttinger.

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