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Archive for 17. März 2007

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Oberstleutnant Jürgen Rose hat aus Gewissensgründen seine Teilnahme am Afghanistan-Tornadoeinsatz verweigert. Hut ab! Ab Montag wird er zur „Verwaltung der Liegenschaften seiner Kaserne“ eingesetzt. Hoffentlich ist da bei den Grundstücken auch wirklich was zu verwalten. Nicht dass er plötzlich mit dem Besen auf dem Hof steht. Und ihn kein Unterleutnant mehr grüßen darf. Sein Gewissen hatte ihm gesagt, dass der Einsatz völkerrechtswidrig ist.

Prima, dass auch in der Bundeswehr immer mehr Gewissen aufkommt. Eine Art moralischer Emission, die man eigentlich bis 2020 analog zum CO2 um mindestens 20% abbauen wollte. Tja, wohin bloß mit dem Zeug? Man kann ja nicht alle guten Gewissens den Hof kehren lassen. Schon, dass man vom „Bund“ auch mal Geschichten zu hören bekommt, die von Zivilcourage handeln. Und nicht nur immer vom lustigen Rekruten-Mobbing. Unsere Tornados sollen „da unten“ ja nix bombadieren, sondern nur aufklären. Also ordentlich Schnappschüsse machen, möglichst hochauflösend, damit dann die anderen wissen, was zu tun ist. Wir machen nur den Fremdenführer, nach dem Motto: „Das ist nicht meine Bombe, ich zeig ihr nur den Weg.“

Auch in den Reihen der Bundeswehr gibt es immer mehr kritische Stimmen, lesenswert ist zum Beispiel der offene Brief der Initiative „Darmstädter Signal“ an die Abgeordneten des Bundestags. Das gibt Hoffnung. Bei der Bundeswehr gibt es vielleicht sogar mehr Gewissen als Höfe und Besen.

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