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Archive for 9. März 2007

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Natürlich habe ich ihn gesehen, den deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest. Mein persönliches Highlight war die Mischung aus Nordic-Singing und Nordic-Walking, in der Gitte Haenning, Wencke Myhre und Siv Malmkvist versucht haben, sich gegenseitig zu erstechen. Wie die da mit ihren Stöcken rumgetapert sind, das war keine Choreografie, das waren Martial Arts, Schwertkampf auf gerontologisch. Also sehr hübsch anzusehen.

Thomas Hermanns hat erfolgreich zusammengelächelt, was nicht zusammen gehört: gecasteten Teenie-Soul, bebrillten Deutschrock und eine swingende Weltfrauentags-Parodie mit Sinatrahütchen. Monrose sahen hübsch aus und sangen wie frisch aus der Catterfeld-Naidoo-Jodelschule irgend ein Lied. Titel vergessen. Durchschnittliches Melodieaufkommen, wahrscheinlich ein Produkt der komponierenden Marktforschung. Heinz Rudolf Kunze war einfach nur uncool, hatte sich eine Bono-Brille gekauft und alle Ironie im Theoretischen belassen. Wenn die Welt Pop ist, dann ist Heinz nicht von dieser Welt. Paola meinte, er müsste allein schon deshalb gewinnen, weil er als „Rockpoet“ Germanistik studiert hat. Ja, Paola war auch da. Und die Kessler-Zwillinge. Nur Joy Flemming hat gefehlt. Wahrscheinlich hatte man sie irgendwo angebunden. Naja, und Roger Cicero hat geswingt, aber immer ein bisschen so, dass man dachte: Wenn er dieses Hütchen nicht beruflich trägt, stülpt er es bestimmt über die Klorolle auf seiner Heckablage.

Trotzdem schön, dass er gewonnen hat! Weil es eine Überraschung war. Alle sind ja davon ausgegangen, dass Millionen Handy-Kids kurzzeitig das Klopperei-Filmen unterbrechen, um für Monrose anzurufen. Ham sie nicht. Allein daran sieht man, dass Deutschland ausstirbt. Im Finale in Finnland werden wir natürlich keinen Blumentopf gewinnen. Und das ist auch gut so.

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