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Archive for März 2007

Headbanger und Kiwis

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Neuseeland? Ist das nicht dieses Land, in dem taube Frauen ihre Konzertflügel am Strand stehen haben? Wo soviel Landschaft ist, dass es für 3 Herr-der-Ringe-Filme reicht? Ja. Und es ist eine ökologische Nische für flugunfähige Vögel wie den Kakapo, den Kiwi oder den Heavy-Metal-Fan. Letzterer ist am wenigsten vom Aussterben bedroht, soll aber jetzt endlich näher erforscht werden.

Die neuseeländische Regierung hat für den Studenten Dave Snell ein Forschungsgeld von 50.000 Euro locker gemacht. Sein Projekt trägt den zauberhaften Titel: „Alltag des Prolls: Persönlichkeit und Gemeinschaft unter Heavy-Metal-Fans“. Unter die soziologische Lupe genommen werden sollen unter anderem Tanzstile, Piercings und Luftgitarre. Der Leiter der staatlichen Stipendiums-Kommission verteidigt die Entscheidung: „Die Studie wird uns helfen, unsere unterschiedlichen Gemeinschaften und unsere jungen Leute besser zu verstehen.“ Hä? Ihr werdet sie nicht verstehen, allein weil die Musik zu laut ist! Aber cool, dass ihr es versucht.  

Zu diesem Thema erreichte mich der folgende Beitrag von Nic aus Kirschhausen:
Joergi rockt

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Griff ins Klo

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Was für ein Abstieg! Von der Jeanne d`Arc der CSU zur Pinup-Latex-Domina. In gerade mal acht Wochen VON der „Sankt Pauli“ NACH „Sankt Pauli“. Gabriele Pauli ist in eine Falle geraten. Merke: Wenn dir jemand eine Perücke aufsetzt, schwarze Latexhandschuhe über die Arme stülpt und die Kamera zückt, dann lauf!

In den letzten Wochen hat sie immer verkündet, sie stünde für große bundesweite Aufgaben zur Verfügung. Das Handschuhfoto sah aus, als wollte sie sagen: „Ich pack es an, ich lang auch mal in die Scheiße!“. Die Bildzeitung hat es abgedruckt und gefragt „Darf sich eine CSU-Politikern so erotisch fotografieren lassen?“. Klar. Was war daran erotisch? Das sah aus, wie wenn Oberschwester Hildegard einen auf Abflussfrei macht. Wenn die Bildzeitung das schon geil findet, ist mir auch klar, warum sie auf die Merkel stehen.

Zu Frau Pauli muss man jetzt aber sagen: Selber schuld! Wer sich aus Eitelkeit zu solchen blöden Fotos bequatschen lässt, wird sich auch in der Politik eher dem Hochglanzschmodder als den Sachthemen zuwenden. Das passiert einem Stoiber nicht. Oder kann sich irgendjemand ein Foto von ihm vorstellen, das die Bildzeitung in moralische Entrüstung stürzt? Auf einem Problembärenfell? Oder beim lüsternen Besteigen eines Hauptbahnhofes? Hilfe!

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Gratis-Nachhilfe vom Nazi? Der Hammer! In Sachsen schleimt sich die NDP auf diese Weise an 10-Jährige heran. Eine eklige Mischung aus Pisa-Studie und Hitler-Jugend. Was kriegt man da wohl beigebracht? In Mathe: 33–45=1000. In Deutsch: Günther Grass schreibt man mit SS. Biologie: Wenn man einen Arier mit der Vorhersehung kreuzt, kommt ein kleiner dunkelhaariger Mann mit blödem Schnauzbart und nur einem Hoden dabei heraus. Sozialkunde: Autobahn! Geschichte: siehe Mathe.

Bisher sah die kostenlose Nachhilfe bei den Neonazis immer so aus, dass farbige Mitbürger oder Wahlkampfhelfer der demokratischen Parteien was auf die Fresse bekommen haben. Dieses Niveau werden sie auch bei der Hausaufgabenbetreuung halten. Ein Schlag ins Gesicht der Bildungspolitik.

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Die CDU ist gegen sittenwidrige Löhne und gegen einen gesetzlichen Mindestlohn. Das ist eben noch dieses alte Ideal von gesitteter Armut. Die sagen sich: Bevor wir Arbeitsplätze gefährden, gefährden wir lieber Menschen. Den Baden-Württembergischen Ministerpräsident Öttinger hat man gefragt, ob er es nicht sittenwidrig findet, wenn eine Friseurin 3,80 Euro die Stunde verdient. Ganz kurz sah er aus, als wollte er sagen: „Kommt auf die Frisur an“, aber dann ist er richtig konkret geworden und hat gesagt: „Nicht generell, aber irgendwo in diesem Bereich wird die Sittenwidrigkeit zu finden sein“. Vielleicht sollte man ihm helfen, und auch diese sittenwidrigen Bereiche mit einer roten Laterne markieren.

3,80 die Stunde, das sind Löhne wie einst in Großbritannien unter Maggie Thatcher. Seit 1999 haben die da einen Mindestlohn, derzeit knapp 8 Euro. Davon kann die Frisöse (so nennt man dann wohl eine sittenwidrige Friseurin) nur träumen. Und eine Million mehr Beschäftigte haben sie auch noch. Gut: bessere Frisuren haben sie nicht unbedingt. Das ist natürlich ein Killerargument, Herr Öttinger.

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Kracher in der Kirche

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Elton John hat es krachen lassen. Ist 60 geworden und hat allen gezeigt, wie man das als waschechter Exzentriker anstellt. Ganz einfach: Man mietet sich eine Kirche mitten in Harlem, in die normalerweise 6000 Gläubige passen. Und dann ersetzt man die 6000 Gläubigen durch 1000 Flaschen Champagner, weiße Blumen, feinstes Tafelsilber, einen riesigen Berg Eltons-Lieblings-Karamelpudding und 400 Gäste wie Ozzy Osbourne und Whoopie Goldberg. Die Kleiderordnung war diesmal schnieke, schwarze Fliege und so. Zum Fünfzigsten war Elton noch im Sonnenkönig-Kostüm aufgetaucht, das so voluminös geraten war, dass er mit einem Möbelwagen zur Party gekarrt werden musste. Wahrscheinlich hat deswegen diesmal der eine odere andere Gast irrtümlich zuerst den Berg Pudding mit „Hi, Elton!“ begrüßt.

Was zeigt uns diese Geschichte? Elton hat Geld und diese Kirche braucht es. Die denken sich: Durchputzen und Neu-Einsegnen kostet nicht die Welt, da bleibt am Ende noch immer ne Menge für uns hängen. Irgendwie ist es natürlich auch beruhigend zu wissen, dass so was bei uns in Deutschland kaum möglich ist. Noch. Vielleicht werden Tokio Hotel dann ihren Sechzigsten in der Dresdner Frauenkirche begehen…

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Die Top-10 der Firmen, die in Deutschland die meisten Arbeitsplätze schaffen, spricht Bände. Sechs davon sind aus der Zeitarbeit-Branche. Also leben vom Vermieten von Arbeitskräften. Das ist nicht wirklich Sklavenhandel. Aber Handel mit Leuten, die es sich nicht aussuchen können. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie die Arbeitnehmer: Unsicherheit, schlechte Arbeitsbedingungen, Tendenz zum Lohndumping. Da werden wohl kaum Jobs geschaffen, sondern bloß abgeschaffte Jobs als Billigvariante recyclet. Das ist kein Jobwunder, das ist überhaupt kein Wunder. Das ist wie wenn man Wein zu Wasser macht.

Ansonsten findet man in diesen Top-10 noch McDonalds, Lufthansa und MAN, also Fastfood, Flieger und Laster. Alles was den Himmel, die Autobahnen und den Magen verstopft. Daran dürfen jetzt immer mehr Menschen mitarbeiten. Wenn die so weiter jobwundern, dann haben wir bald Vollbeschäftigung. Aber können damit kaum noch die Familie ernähren, sind voll auf Feinstaub, atmen nur noch CO2 und haben Verstopfung. Ich freu mich.

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Als geübter Besserwessi redet man sich ja immer so schön ein, dass die Nazis alle im Osten sitzen. Stimmt nicht. Ich wohn in Hessen, da sind angeblich rund 3000 Leute in stinkebraunen Verbänden oder Vereinen organisiert. Schwerpunkt Südhessen und Odenwald. Aua. Das ist bei mir ums Eck. Schöne Landschaft, herrliche Kirschblüte und gleichmäßig dazwischen verteilte Nazi-Hackfressen. Nicht, dass ich noch irgendwann in Sachsen-Anhalt um Asyl bitten muss!

Ich seh heut noch das REP-Plakat aus dem letztjährigen Kommunalwahlkampf vor mir. Mit einer drallen Dunkel-Blondine drauf, so einer Art Provinz-Eva-Braun. Die ließ da ihre bedirndelten Brüste schwingen wie die Wölfin, die einst Romulus und Remus gesäugt hat. Und drüber stand tatsächlich der Slogan „Deutsch ist GEIL!“. Die alte Idee vom völkischen Fortpflanzen als Lösung aller demoskopischen Probleme?!! Die machen also auch in diesem Jahrtausend echt wieder Wahlkampf nach dem Motto „Ficken für den Führer“. Hässlich, das.

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Im Pariser Louvre sind seit 1905 vier Vasen ausgestellt, in denen man die Eingeweide des Pharaos Ramses II vermutete. Muss eklig ausgesehen haben. Wie eine dieser Sachen, die im Kühlschrank jahrelang ganz hinten stehen. Bis man sich fragt: „Ist das ein abgelaufener Joghurt, oder hat der Pharao mal wieder seine Eingeweide nicht für sich behalten können?“.

Bei Louvres hat man sich jetzt nach 102 Jahren endlich überwunden und den Schmodder mal genauer untersucht. Dabei fand man Spuren von Zeder- und Pinienholz sowie tierisches Fett. Klingt weder nach Ramses-Herz, noch nach einem altägyptischen Actimel. Nach aufwendigen Untersuchengen des Uschi-Glas-Instituts war klar: In den Töpfen befand sich Kosmetik! Nix Niere, Nivea!

Touristen berichten, gestern sei ein merkwürdiges Kichern durch das „Tal der Könige“ geweht, etwas irre habe es sich angehört, aber dennoch sehr gepflegt. Was lernen wir daraus? Reinschauen, untersuchen, ausmisten und durchwischen! Im Louvre und im Kühlschrank ist Frühjahrsputz angesagt.

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Eine schöne Parallel-Meldung zu meinem gestrigen Eintrag ist ja die Geschichte von dieser Frankfurter Richterin. Die hatte einer Frau die Schnellscheidung verweigert, mit der Begründung, im Koran sei es ja erlaubt, dass der Mann seine Frau züchtigt. Damit hätte sie rechnen müssen, als sie die Ehe eingegangen sei. Die Faust deines Gatten im Gesicht zu spüren ist also Glaubenssache. Und dann zitiert sie sogar noch den entsprechenden Koran-Vers, ohne zu merken, dass sie im falschen Buch unterwegs ist. Für Juristen gilt weder der Koran, noch Harry Potter. Die haben extra eine eigene Bibel namens Gesetzbuch. Irgendwer hat gestern gesagt: „Nach ihrer Rechtsauffassung hätte diese Richterin für das Urteil eigentlich 80 Peitschenhiebe verdient.“.

Aber das kommt halt dabei raus, wenn Politiker (zum Beispiel von Parteien, die ihren Glauben schon im Namen tragen) die Trennung von Staat und Religion für verwerflichen 68er-Schnickschnack halten. Selbst Angela Merkel kämpft dafür, dass die neue EU-Verfassung einen Gottesbezug enthält, so eine staatstragende Version von „Einer für alle, alle für einen“. Ich finde: Gott darf gerne mitregieren, aber bitte nur im Vatikanstaat. Oder im Gewissen der Politiker, Platz ist in der kleinsten Hütte. Aber in einer Verfassung hat er so wenig verloren, wie ich bei der Elternbetreuung von Tokio Hotel.

Sehr mutig finde ich die Initiative des „Zentralrats der Ex-Muslime“, die sich dafür einsetzen, dass Glaube Privatsache sein muss. Und Nicht-Glaube auch. Nur den Namen der Initiative finde ich etwas unglücklich provokativ, eigentlich müsste der Glaube da auch noch raus. Sehr intelligent sind auch die Leute vom „Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten e.V.“. Die zweifeln das Moral-Monopol der Religionen an, welche ja bei jeder ethischen Entscheidung immer wie das Ricola-Männchen angesprungen kommen um mit der Frage zu nerven: „WER hat´s erfunden?“. Und wer der Meinung ist, dass ohne Religionsunterricht an den Schulen das Abendland untergeht, weil dann gar keiner mehr Werte vermittelt, der findet beim Konfessionslosen-Bund DAS Gegenargument: „Die NSDAP ist damals von lauter Menschen gewählt worden, die in der Schule Religionsunterricht bekommen haben“. Wow. Das sitzt.

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Harry Potter ist Teufelszeug. Och nö, nicht schon wieder! In einem Chemnitzer Gymnasium sollten anhand des Zauberlehrlings Fünftklässler lernen, wie Märchen und andere fiktive Geschichten aufgebaut sind. Die sollten also nicht Zaubern lernen, sondern Lesen. Daraufhin haben sich zwei Elternpaare beschwert (klar, die kommen immer zu zweit… ), die „Darstellung von Geistern stehe im Widerspruch zur religiösen Erziehung“ ihrer Kinder.

Jetzt wird im Unterricht „Rennschwein Rudi Rüssel“ gelesen. Solange, bis die heiligen Elternpaare rausfinden, dass in dem Buch die Erde gar keine Scheibe ist. Wenn die Fundamental-Christen den Lehrplan bestimmen, wird bald gar nix mehr gelesen außer Peter Hahne (haha, da war er wieder!). Goethes Faust? Hexen und vorehelicher Sex! Hamlet? Geisternde Väter und ausgegrabene Totenschädel! Die Räuber? Räuber! Und überfallene Nonnenklöster!

Wer schützt eigentlich Kinder vor Eltern, die mit der Welt nicht zurechtkommen? Das erinnert mich an die Deppen, die vor ein paar Jahren befürchtet haben, dass Harry Potter schwul macht. Begründung: Er ist nicht „normal“, ist im Schrank aufgewachsen, bis er sein Coming-Out hatte, keiner seiner Lehrer hat eine Frau und er spielt am liebsten mit diesen Zauberstäben rum, die sogar Leben erzeugen können. Das sind dieselben Leute, die Ernie und Bert ihre gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft vorwerfen. Wenn die anfangen, Einfluss auf den Lehrplan zu nehmen, sollte das Bildungsministerium im Gegenzug die Bibel umschreiben.

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