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Archive for 22. Januar 2007

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Lustiges neues Spiel: Stahlträgermikado. Die Stürme dieser Welt machen sich auf nach Berlin und gewonnen hat, wer die meisten Teile aus der Fassade weht, ohne dass der Bahnhof zusammen bricht. Kann lange dauern. Angeblich sind die Stahlträger nur Deko. Die zur Not auch mal einzelne Passanten letal dekoriert, als klassisches Design-Opfer. Aber das juckt den Bahnhof an sich überhaupt nicht. Tolles neues Prestigeobjekt: Außen hui UND außen pfui. Drinnen wäre man sicherer, aber da lässt dich der Mehdorn ab Windstärke 8 nicht mehr rein. Wir brauchen dringend eine neue Regelung des Architektur-Asyls! Gestaltungsfreie Räume, in denen der fassadenverfolgte Bürger Zuflucht vor abgehobenen Städteplanern und ihren Killer-Stahlträger-Geschwadern findet.

Nur ein paar Meter weiter ist grade mal wieder die nächste Fassade gebröckelt. Die Bundestagsabgeordneten sind zwar gegen das gesundheitsgefährdende Rauchen in öffentlichen Gebäuden, aber für das staatstragende Permanent-Paffen in den Räumlichkeiten des Bundestags. Nach dem Motto: „Warte, ich steck mir grad ne Fluppe an, und dann schützen wir die Nichtraucher. Wenn wir noch welche finden.“. Scheint ne richtige Räucherbude zu sein. Der „Verband der deutschen Rauchtabakindustrie“ (ja, es gibt in Berlin für alles Lobbys, außer für Bahnhofspassanten) hatte ja sicherheitshalber Peter Struck (den Fraktionsvorsitzenden der SPD) und Joachim Poß (seinen Stellvertreter) in den letzten Jahren als „Pfeifenraucher des Jahres“ ausgezeichnet. Das ehrt und verpflichtet die Pfeifen. Hüstel. Rauchender Architekt müsste man sein – da kannst du dich austoben, das ist Freiheit!

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