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Archiv für die Kategorie ‘Waffen’

Heiße Eisen

Das einzig Gute an diesem Amoklauf in Lörrach ist, dass kein Politiker die sonst übliche Forderung nach dem Verbot von Killerspielen stellt.

Es sind eben nicht nur die Computer-Jungs, die durchknallen, es kann auch mal eine erwachsene Juristin sein. Ein Ex-Sportschützin, die ihre Waffe nicht abgegeben hatte. Amok ist kein verunglückter Endausläufer der Pubertät. Amok ist das, was einer geschundenen Seele passieren kann, wenn sie eine Knarre in der Nähe hat.

Ein Verbot von Schusswaffen in Privathaushalten hält Wolfgang Bosbach (CDU) für “kontraproduktiv”, denn die 10 Millionen (aaarrrgh!) legaler Waffen in Deutschland in zentralen Arsenalen zu lagern, sei zu aufwendig. Wir bräuchten also ein zentrales Fort Knox, in dem sich die Sportschützen ihre Wummen zum Üben ausleihen müssten. Einfacher wäre es vielleicht, die Sportschützen wegzusperren, in einer Art geschlossenem Schützenfest. Draußen hohe Mauern und drinnen haben sie einen Knall.

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Dieser amerikanische Bücherverbrennungs-Pastor predigt übrigens mit Pistole am Gürtel. Und weil er glaubt, dass der Islam Teufelszeug sei, will er die Moslems mit dem brennenden Völkerverständigungs-Scheiterhaufen provozieren, aus ihren Höhlen locken, für den Showdown. Wahrscheinlich wird der Mann erst selig, wenn er seinen ersten selbstgejagten Moslem-Skalp an der Wand hängen hat.

Gott kann einem manchmal leidtun. Weil er sich seine Fans einfach nicht aussuchen kann. Da geht es ihm kaum anders als Justin Bieber (“Die schreien immer so laut!”) oder Thilo Sarrazin (“Ich mach keine Partei auf, da würden nur komische Leute eintreten!”). Letzterer ist übrigens für den Ballerpriester ein Held. Geschieht ihnen recht. Beiden.

Während ich mich noch frage, ob man das globalspirituelle Gleichgewicht durch adäquates Bibelverbrennen ausgleichen kann (im Kurs eins zu eins natürlich, wahlweise auch 2 Sarrazin für einen Koran), formt sich in meinem Kopf die Vermutung: Wer für die Wahrheit tötet, wird am Ende sehr einsam sein.

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“Wir sind ein Planet, der Lärm produziert”, sagt André Maeder. Der Astrophysiker weist damit mal wieder auf die Tatsache hin, dass Außerirdische noch in hunderten von Lichtjahren Entfernung unser Fernsehprogramm sehen könnten. Kein Wunder, dass sie nicht landen wollen.

Und wenn, dann kommen sie bestimmt, um mit den Klobrillen zu sprechen. Denn leider sehen sie nicht nur Arte und Phoenix. “Hunderte von Lichtjahre” bedeutet auch, dass jede verdammt Folge GZSZ, jedes elende Musikantenstadl und jedes einzelne European-Songcontest-Trickkleid sich nicht einfach “versendet”, sondern als mediale Abschreckungswaffe mit Langzeitwirkung ewig durchs All wabert. Auf diese Weise wird auch Gottschalk schon mehrfach die Erde gerettet haben.

Immer wenn ich künftig durch Programm zappe und bei Frauentausch, Bohlen oder im MDR lande, wird mich ein großes Gefühl von Sicherheit und Dankbarkeit erfüllen. Ihr Frontschweine in den Sendeanstalten, ihr macht einen Drecksjob, aber ihr macht ihn für uns!

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Aburdes Theater neulich live im Stuttgarter Landtag. Auf einer Pressekonferenz verkündet Justizminister Goll (FDP) : “Unser Ziel ist es, dass möglichst wenig Waffen in privatem Besitz bleiben”. Und dann gerät er ins Schwärmen über seine beiden Pistolen, eine Heckler und Koch und eine Smith und Wesson, die ihn wegen des “technisch-sportlichen Aspekts” faszinieren.

Der anwesende Ministerpräsident Mappus greift ein und sagt, es gehe hier nicht um die Waffen des Justizministers, das Kabinett sei ansonsten natürlich unbewaffnet. Nein, sagt da der anwesende Innenminister Rech (CDU), auch er sei leidenschaftlicher Schütze.

Naja, meint Mappus, aber wenigsten sind zwei der anwesenden Kabinettsmitglieder waffenfrei! Da sagt der Finanzminister: “Ich habe keine, aber meine Frau hat eine”.

Das sind also die Politiker, von denen die Amoklauf-Hinterbliebenen erwarten, dass sie das Waffenrecht verschärfen. Das ist kein Kabinett, das ist wilder Westen. Wer von denen fährt privat auch noch Panzer? Das Justizgollum trägt seinen “Schatz” übrigens zur Selbstverteidigung, weil der den polizeilichen Personenschützern nicht traut.

In Anspielung auf einen Vorfall von 2007 sagt er: “Wenn man dem Günther Oettinger eine Torte auf die Brust werfen kann, dann weiß ich eigentlich schon alles!” Der Landeschef der Polizeigewerkschaft fragt sich deshalb jetzt, ob Goll in diesem Fall geschossen hätte, und bittet den Minister, die Waffen abzugeben, bevor er eine Gefahr für die Allgemeinheit wird.

Bleihaltige Luft, da in Baden-Württemberg, ich schlage einen neuen Slogan vor: “Wir schießen auf alles, außer auf Hochdeutsch!”

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Es ist immer schwierig, zu entscheiden, was wichtig ist und was unwichtig. Heute zum Beispiel: die Panzer oder die Brille?

Deutschland hat in den letzten fünf Jahren seine Rüstungsexporte verdoppelt und ist jetzt drittstärkster Leutetotmachzubehörhersteller der Welt. Gäbe es zu viel Frieden auf der Welt, wären jede Menge Arbeitsplatze bei uns bedroht. Gottseidank tendiert der Mensch zum Sichdiefresseeinschlagen und wir sind wieder Exportmeister der EU.

Frank-Walter Sparbier Steinmeier hat ne neue Brille, nicht mehr randlos wie im Wahlkampf, sondern mehr so nach dem Motto: Gebt mir so viel Rand, wie ihr habt! Im letzten Herbst hatte man noch versucht, ihn möglichst ungebremst aus dem Glas herausmenscheln zu lassen. Jetzt gibt er sich kantig, mit latenter Aktenvernichteraura. Das ist keine Brille, das ist ein professionelles Sehgerät, quasi die Flex unter den Guckgestellen.

Wenn ein Mann so aufrüstet, dann will er damit etwas sagen: “Der Spaß ist vorbei, ab jetzt wird genau hingeguckt, egal, wie es ausschaut!” Vielleicht ist es auch nur der verzweifelte Versuch, mehr Profil ins Gesicht zu bekommen. Solche Äußerlichkeiten sind bei Politikern nicht unbedeutend, grade wo ein Leichtmatrose Vizekanzler ist, gefällt sich Steinmeier darin, auch noch mal optisch zu unterstreichen: Ich bin ein Schwergewicht!

Die Frage, ob Brille oder Panzer das wichtigere Thema des Tages sind, ist aber hinfällig. Das gehört zusammen. Ist wahrscheinlich Panzerglas.

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Die Bischöfin ist der Buhmann. Weil sie gesagt hat, in Afghanistan sei gar nix gut. Was dort geschehe, sei durch nichts zu rechtfertigen, Waffen schafften offensichtlich keinen Frieden. Jetzt gilt Margot Käßmann als naive Pazifistin, die unseren Soldaten in den Rücken fällt und quasi vom leibhaftigen Lafontaine besessen ist.

Sie rechtfertigt sich: “Ich habe gepredigt. In der Bibel steht ´Friede auf Erden´, da kann ich nicht auf der Kanzel stehen und sagen: ´Alles ist gut, lasst uns die Truppen verstärken´”. So macht Kirche Sinn. Wenn wenigsten sie sich gegen den allgemeinen Gewaltpragmatismus stellt. Irgendwer muss doch Utopien haben, wenn sie in der Politik mittlerweile peinlich und verpönt sind wie Hämorrhoiden.

Gewährt der Utopie Kirchenasyl! Und lasst die Bischöfin in Ruhe. Geistliche, die Waffen segnen, fand ich schon immer makaber. Wie Ökos, die sagen “Lass uns das AKW begrünen!”. Ernährungsberater, die an Kinder Chips verschenken. Eine Bankenaufsicht, die sagt: “Geld spielt keine Rolle!”. Oder eine Frau Käßmann, der Krieg Wurst ist.

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Nach den Amokläufen hat die Politik ja Kontrollen versprochen. Sie wollten schauen, ob die Sportschützen und Jäger ihre Ballermänner schön wegschließen, oder sie im Kinderzimmer neben dem Playmobil aufbewahren. Kontrolleure kosten Geld. Das haben die Städte und Gemeinden aber leider nicht.

Mancherorts wurden die Waffenbesitzer deshalb jetzt schriftlich aufgefordert, ein Foto von der Waffe im ordnungsgemäßen Waffenschrank zu schicken oder zu mailen. Vermutlich langt auch eine Buntstiftskizze. Zur Not auch vom Kind gemalt, vielleicht ein Haus mit einer gelben Sonne, oder so was, Hauptsache, es ist kein offener Waffenschrank drauf zu sehen.

Was jetzt noch wie ein Schildbürgerstreich klingt, wird nach dem nächsten Amoklauf eine tödliche Peinlichkeit sein. Eigentlich müsste man die Waffenbesitzer ja über Gebühren die Kontrollen finanzieren lassen. Aber da traut sich die Politik nicht dran, klar, wer will schon Waffenbesitzer gegen sich aufbringen, da macht man sich ja nur zur Zielscheibe.

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An etlichen Schulen in Nordrhein-Westfalen gibt es Schießstände und Übungsräume für Schützenvereine. Ist es das, was man eine praxisnahe Ausbildung nennt? Für einen Amoklauf der kurzen Wege?

Natürlich hat der Schießsport auch positive pädagogische Effekte, er trainiert das Konzentrationsvermögen und die kognitiven Fähigkeiten. Deshalb sollte er auch in den Kopfnoten berücksichtigt werden, oder in den Kopfschussnoten, vielleicht als Vermerk “Ballermann teilgenommen”.

Es gab sogar mal eine Unterschriftensammlung mit 90.000 Unterzeichnern für “Sportschießen im Schulsport”. Ich wäre auch für Panzerfahren, Landminenlegen und Waterboarding. Hauptsache, es hält die Kids von diesen gefährlichen Computerspielen ab.

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Klaus Jansen, Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter nennt die Waffengesetzänderungen der Koalition einen “Kniefall vor der Waffenlobby”. Ich würde sagen: Vor der Waffenlobby sollte man nicht in die Knie gehen, die nutzt das doch sofort für einen Kopfschuss.

1,5 Millionen Sportschützen haben wir hierzulands. Das ist eine Armee. Im Landesinneren. 10 Millionen Waffen liegen legal in den Privathaushalten. Dort dürfen sie auch weiterhin bleiben. Das macht Pi mal Finger am Abzug 10 Knarren für jeden Saarländer. Nur mal so als Beispiel. Wie sicher fühlt sich das an???

Ändern wird sich da nix. Und auch die Großkaliber bleiben weiterhin Sportgerät, also quasi ein direkter Beitrag zur Volksgesundheit. Die ersten Papiere mit Gesetzesentwürfen waren noch knackig, aber dann setzte die Lobbyarbeit ein. Wolfgang Bosbach und Fritz Rudolf Körper, die das neue Waffengesetz zwischen der CDU und der SPD ausgehandelt haben, berichten, sie seien wochenlang zugemailt und gefaxt worden mit Forderungen der Waffenschützer (“Ich bremse auch für Großkaliber”). Bosbach: “Der Widerstand ist organisiert, der Widerstand ist massiv”. Und bewaffnet. Das sind halt Argumente.

Schützen und Jäger sind gute Bürger, oft mit Einfluss und Geld, die sind zumindest lokal-politisch relevant. Welcher Politiker will da schon riskieren, als 12-Ender überm Kamin im Vereinsheim zu landen?

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Jetzt will die Regierung also Paintball verbieten. Dieses Räuber-und-Gendarm-Geballere mit Farbkugeln. Weil es “sittenwidrig das Töten simuliert”. Ganz im Gegensatz zu Schützenfesten. Da wird ja nicht nur geschossen, sondern auch noch komagesoffen. Also bleiben Schützenkönige Brauchtum. Und Paintballer sind Abschaum und potenzielle Amokläufer. Weil sie das, was sie tun, nüchtern tun, diese berechnenden Schweine.

Würde die Regierung Paintball ähnlich konsequent bekämpfen wie Kinderpornografie, müsste sie bloß vor den Spiel-Geländen Stoppschilder aufstellen und fertig. Dann könnten die harmlosen Bürger, die beinah aus Versehen auf die schiefe Baller-Bahn geraten wären, erschrocken umkehren und zu den Schützen gehen. Und die Paintballer würden ums Schild drum herum fahren. Aber überall wären Schilder und jeder könnte sehen, dass die Regierung gehandelt hat.

Kein Witz: Waffen und Waffenschränke sollen dann künftig mit biometrischen Systemen gesichert werden, damit nur schießen kann, wer den richtigen Finger dabei hat. Hey, wieder ein neuer Grund für die Einführung von Überwachungs-Highgtech! Ich aber sage euch: Erst wenn der letzte Waffenschrank videoüberwacht, biometriegesichert und onlinedurchsucht ist, werdet ihr merken, dass man Waffen auch einfach verbieten kann.

Die echten Waffen. Nicht die Paintballdinger, mit denen man sich in der Schule zum Horst macht, wenn man damit versucht, Amok zu laufen.

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