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Archiv für die Kategorie ‘Umwelt’

Die CDU entwickelt sich immer mehr zur multiplen Persönlichkeit und muss feststellen: Auch die Union besteht aus spaltbarem Material. Im Moment geben Stefan Mappus und Norbert Röttgen die christdemokratische Variante von Jekyll & Hyde. Röttgen sieht das Ende der Kernenergie, Mappus das Ende von Röttgen.

Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg fordert sogar den Rücktritt seines parteieigenen Bundesumweltministers: “Politik ist ein Mannschaftsspiel, und wer Individualsport bevorzugt, muss sich ein anderes Tätigkeitsfeld suchen.” Merkel solle Röttgen zurückpfeifen. Dieser antwortet mit dem Vorschlag, Mappus solle erst mal den Koalitionsvertrag lesen.

Wenn die Union sich weiter derartig selbst zerlegt, dann fliegt sie der Kanzlerin bald um die Ohren. Fragt sich, ob sie Physikerin genug ist, daraus dann auch noch Energie zu gewinnen.

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Sichtflug, das ist, wenn der Pilot guckt, wo er langfliegt und dabei allem ausweicht, was nicht wie die Landebahn aussieht. So, wie die Kanzlerin regiert. Instrumentenflug ist, wenn der Pilot blind fliegt und sich auf die Elektronik verlässt. So, wie Stevie Wonder mit nem Navi.

Jetzt ist der Flugraum über Deutschland noch gesperrt, aber die Fluglinien nehmen den Betrieb schon mal auf, mit Sichtflug. Warum fliegen die eigentlich nicht immer auf Sicht? Und wie beruhigend finde ich es, dass die Pilotenvereinigung Cockpit sagt, da würde jetzt aus rein wirtschaftlichem Interesse Verantwortung auf die Piloten abgeschoben? Niki Lauda sagt, es wurde erst verboten und dann gemessen, Ramsauer sagt, es wurde erst gesichert und dann gerechnet.

Die Flughafenmitarbeiter haben in den letzten Tagen aus Langeweile die Gepäckbänder geölt und neben den Landebahnen das Gras gemäht. So eine Langeweile hätte die Bahn auch gebraucht, dann wären ihre ICEs vielleicht auch mal ordentlich gewartet worden. Und schon verlangen die ersten Fluglinien staatliche Finanzhilfen, weil sie sonst nicht über die Runden kommen. Das müssen dieselben Fluglinien sein, die sonst immer Menschen für 39.- Euro nach New York fliegen. Ich bin irritiert. Und schaue dieser Tage öfters nach oben.

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Über den Wolken

Sonntag, 14:00 Uhr, die Frisur sitzt, der Flughafenbetrieb in Frankfurt steht. Die Maschine, die mich allsonntäglich nach Mailand fliegt, kann nicht abheben. Und das, wo es mir doch seit Jahren eine liebgewonnene Gewohnheit geworden ist, in diesem kleinen Café in der Mailänder Altstadt zu sitzen und von dort aus meine Sonntags-Postings zu veröffentlichen.

Derartig zurückgeworfen auf mein erdgebundenes Nicht-Vogel-Sein blicke ich betrübt in den frappierend kratzerfreien Himmel über Südhessen und empfinde seine freche Bläue als reinen Hohn. Mit verschwimmendem Blick greife ich mir zum Trost Süßigkeiten aus einer Tüte und ergehe mich in grantelnder Sprachkritik.

“Unendlich zartschmelzend” steht auf der Konfektpackung. Ja, geht´s noch? Was soll das sein? Die Schokolade schmilzt zart dahin, und immer, wenn man denkt “jetzt ist sie zart geschmolzen”, schmilzt sie noch weiter und noch zarter? Hört die nie auf zu schmelzen, geht das selbst nach dem Verzehr weiter und nimmt noch im Sanitärbereich Stunden später kein Ende?

Was hat Konfekt überhaupt mit Unendlichkeit zu tun? Das ist ja, wie wenn eine Eintagsfliege sich in der Bücherei “Krieg und Frieden” ausleiht! Oder handelt es sich bei “unendlich zartschmelzend” einfach nur das geschmacklich-sinnliche Pendant zu “saumäßig sensibel”?

Ist “zartschmelzend” nicht eigentlich nur dann erträglich, wenn man weiß: Irgendwann wird es auch fertig sein? Es sollen sich schon Leute totzartgeschmolzen haben!!! Plötzlich schleicht sich mir ein wirres Lächeln ins Gesicht: Wenigstens meine Gedanken sind heute abgehoben.

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Da fliegt viel rum

Als ich gehört habe, dass aus Island eine gigantische Aschewolke auf Europa zukommt, dachte ich erst: Klar, da ist wahrscheinlich wieder eine Bank in die Luft geflogen. Aber es war ein Vulkan. Das ist eine gute Nachricht, denn Vulkanen wirft man wenigstens keine Steuergelder in den Rachen.

An vielen Flughäfen werden Feldbetten aufgeschlagen und auch die Kanzlerin musste bei ihrem Heimflug aus den USA nach Lissabon umgelenkt werden. Sie hatte ja versucht, sich mit Obama weiter anzufreunden. Das fällt ihr schwer, denn bei Bush konnte sie sich immer so angenehm überlegen fühlen, so von Charisma-Legastheniker zu Charisma-Legastheniker.

Geplanter Höhepunkt der Reise hätte ein Mittagessen in Hollywood sein sollen. Eingeladen waren alle Starschauspieler von Kim Basinger bis Bruce Willis, abgesagt hatte keiner, gekommen war aber auch keiner. Am Ende saß sie dann da mit Gottschalk, Heidi Klum und Seal. Das nenn ich Höchststrafe. Oder wie schon Robbie Williams gesungen hat: “I will speak an Hollywood will be sonstwo…”.

Schon im letzten November bei ihrer Rede vor dem Kongress war ja getrickst worden, hatte man doch die hinteren Reihen heftig aufgefüllt mit jungen Hilfskräften und Praktikanten. Wahrscheinlich saßen da sogar Gottschalk, Heidi Klum und Seal als Anklatscher.

Mit ihren Amerika-Trips hat die Kanzlerin echt Pech. Beim letzten Mal endete es mit der Nachricht, dass GM Opel nicht verkaufen will. Diesmal mit Toten in Afghanistan und Asche über Europa. Sie sollte da nicht mehr hin, das ist einfach zu riskant.

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Der Tank-Deckel

Mal wieder das Benzin. Zurzeit blühen keine Krokusse, aber der Spritpreis wächst, knospt und sprießt fröhlich vor sich hin. Heiko Maas von der SPD fordert jetzt sogar eine staatliche Deckelung der Treibstoffpreise, wie es wohl in Luxemburg der Fall ist. Da errechnet sich der maximal mögliche Preis nach einer gesetzlichen Formel und entsprechend der Börsenentwicklung.

Kann natürlich sein, dass dann der Bürger eben nicht an der Tanke, sondern nachher bei der Steuererklärung zahlt, wenn das Öl weltweit immer teurer wird. Auf die Weise bekämen dann die Porsche-Cayenne-Fahrer ihre Tankfüllung ebenfalls subventioniert, selbstverständlich auch von Steuerzahlern ohne Auto.

Heiko Maas ist begeistert und sagt: “Energiepreise sind die Brotpreise des 21. Jahrhunderts.” Dass der Brotpreis gedeckelt sein soll, ist mir aber neu. Vielleicht sollte man den Benzinpreis an den Abstand zu den Schulferien koppeln? Oder an die Umfragewerte der FDP, das gäbe doch Hoffnung!

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An der Bundesstraße steht ein großes Plakat, mit dem die RWE Azubis fürs Atomkraftwerk Biblis anwerben will. Da trägt ein junger Mann ein Schild mit der Aufschrift „Lasst mich nur machen“ und neben ihm liegt etwas, was aussieht wie zwei Kaninchenköttel. Warum will er die machen, wenn so wenig dabei rumkommt?

Dachte ich zuerst. Bis ich gesehen habe, dass es in Wirklichkeit zwei kleine Boxhandschuhe sind. Sie liegen auf einer quasi schwarz-weiß-verdorrten Wiese. Was will uns dieses Bild sagen? Dass es sich lohnt, dafür zu kämpfen, das Grün aus der Natur verschwinden zu lassen? Oder dass die Jugend des Kämpfens müde ist und lieber einen sicheren Job im AKW hat als einen Umweltminister, der ihr diese Perspektive nimmt?

Ist das überhaupt eine Wiese, oder hat der junge Mann einen Schatten? Warum ist sein Kopf so groß, sind das schon Strahlenschäden? Ist das Schild ein Warnschild nach dem Motto: „Wenn ihr Ökos mir das Kraftwerk wegnehmt, gibt’s auf die Nuss!“?

Und glaubt ihr echt, dass ihr mit dieser verspulten Mischung aus Bilderrätsel und Protestcollage irgendwen erreicht? Kein Wunder, dass die Atomkraftbetreiber sich permanent unverstanden fühlen.

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Polizeiautos sind mit Sommerreifen unterwegs und das Streusalz ist alle. Mal wieder am falschen Ende gespart. Die Gendarmen schlingern den Räubern hinterher und die anständigen Deutschen, die morgens zur Arbeit gehen, üben sich in Hals- und Beinbruch. So ist er, der schlanke Staat: nix auf den Rippen, da muss nur mal der Winter ausbrechen und die Infrastruktur liegt auf Eis.

Dazu braucht es nicht mal das soziale Tiefdruckgebiet Guido. Deutschland ist nicht winterfest, wir haben uns voll an die heiße Luft gewöhnt, die uns sonst umgibt. Der politische Klimawandel in Richtung Bananenrepublik war doch beschlossene Sache! Die Kohle liegt in der Schweiz, hier ist der Ofen aus. Westerwelle spielt das Mädchen mit den Schwafelhölzern und versucht, zu zündeln. Dabei ist er doch nur der Wirtschaftsspion, der aus der Kälte kam. Ein Hallodri on Ice. Hoffentlich taut es bald, damit er einbricht.

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Winterwahn

Ganz schön winterlich. Diese Woche war es so kalt, dass ich einen Bofrost-Mann gesehen habe, der zum Aufwärmen mal eben kurz hinten in seinen Wagen gestiegen ist.

Heute hab ich die drei Meter von der Straße zur Haustür freigeschaufelt und schon 30 Minuten später war alles wieder weiß. Sisyphos on Ice. Fast so aussichtslos wie der Versuch, die Biotonne zu begrünen, was ja nie klappen kann, weil sie ja immer, wenn es zu sprießen beginnt, schon wieder geleert wird.

Auf dem Weg zur Biotonne müsste man derzeit unbedingt festes Schuhwerk tragen, wenn nicht gar Spikes. Weil ich dazu aber immer zu faul bin, schlittere ich in Hausschuhen dort hin, in einer wilden Kür ohne Musik, aber mit Abfall in den Händen. Ich bin die Katherina Witt des Müllrausbringens. Nicht so elegant, aber dafür mit den besseren Flüchen auf den Lippen. Immer befürchtend, dass mein Nachbar draußen steht und dann eine Punktetafel hochhält.

Nieselregen und Matsch, das wär es jetzt! Dieses Jahr ist der Winter so streng, als hätten wir was ausgefressen. Irgendwie alttestamentarisch strafend. Man möchte sich fast schon auf den letzten Drücker Winterspeck anfuttern und erwischt sich regelmäßig, wie man gedankenversunken am Wegesrand in die Meisenknödel beißt. Und nicht vergessen: Wenn ihr einen Bofrost-Mann seht, müsst ihr ihn berühren, das bringt Glück und Frühling.

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Lafontaine zieht sich aus der Bundespolitik zurück, aber die Atomkraftwerke bleiben am Netz. Umgekehrt wär es mir lieber gewesen.

Die größte Umweltkanzlerin aller Zeiten rettet jetzt das Klima mit Uran. Biblis bleibt in Betrieb, weil es die Restlaufzeiten irgendeines jungen Hüpferkraftwerks angerechnet bekommt. Vollbremsung, Ausstieg aus dem Ausstieg, Energiekonzern müsste man sein, dann hätte man ausgesorgt.

Warum hat Lafontaine nicht die Restlaufzeit von Dietmar Bartsch übernommen? Ist Oskar nicht die unverzichtbare Brückentechnologie hin auf dem Weg zu einer erneuerbaren SPD? Sicherheitsbedenken hin oder her: Ohne Lafontaine kommt es zu linkspolitischen Versorgungslücken, die allein mit grüner Energie noch lange nicht zu füllen sind.

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Grau hinter den Ohren

30 Jahre sind die Grünen jetzt alt. Das heißt: Nach einer ausgiebigen Pubertät ist man jetzt auf der Zielgeraden zur Midlife-Crisis. Die Partei ist so gesetzt und naiv-borniert wie die 30-jährigen Pärchen in Reinald Grebes gleichnamigen Lied.

Die sonnenblumigen Vollbartmüslis sind aus ihr herausgewachsen und vegetieren jetzt in randständigen Biotopen wie Waldkindergärten oder Kleinkunstbühnen vor sich hin. Der Rest ist reingewachsen in die Business-Maßanzüge. Vorbei die Zeiten, als im Bundestag noch Rocker-Lederjacke getragen wurde.

Heute sind alle bionadekompatible Solarunternehmer mit Fair-Trade-Siegel und nachhaltig typberatener Medienkompetenz. Turnschuh und Latzhose sind dem politischen Artensterben zum Oper gefallen. Fast wäre die Partei cool und modern, aber da ist Claudia Roth davor. Dennoch: Paradiesvögel kommen heute aus der FDP.

Zu sehen, wie 30 Jahre aktiver Politik aus bunten Alternativen smarte Graugrüne gemacht haben, ist keine Werbung fürs Parteiensystem. Professionalität kann auch eine Krankheit sein. In diesem Sinne: gute Besserung!

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