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Archive for the ‘Umwelt’ Category

Der WWF hat sich was ausgedacht. Und der WWF ist ein ehrenwerter Verein. Weil weltweit zu viele Bäume abgeholzt werden für zu viel Papier, auf dem zu viel ausgedruckt wird, macht der Verein jetzt ernst mit dem papierlosen Büro: Wer ein Dokument im neu entwickelten “.wwf”-Format abspeichert, stellt damit sicher, dass es nicht mehr ausdruckbar ist. Papier gespart, Planet gerettet, Kosmos lacht.

Ich frag mich nur, warum ich so viel blöder bin als der WWF. Weil: Ich kapier’s nicht. Wenn mir das wichtige Umwelt-Themenpapier, mit dem ich mich beschäftigen möchte, nur als “wwf” geschickt wird, dann sitz ich beim Lesen und Denken nicht mit Ausdruck und Textmarker auf dem Sofa, sondern mit dem Notebook. Das braucht Strom. Und da würde ich gerne den Planeten fragen: “Wie hättest du es denn lieber?”

Ich hoffe, das mit dem “.wwf”-Format ist nur eine PR-Eintagsfliege. Nicht, dass am Ende noch ein AKW-Betreiber verkündet: “Wir produzieren unseren Atomstrom nachhaltig, weil die Betriebsanleitung des Reaktors nur als wwf vorliegt!”

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Die neuste Castingshow heißt DSDZ – Deutschland sucht das Zwischenlager. Das ist ein Ort, an den man Atommüll stellt, für den es kein Endlager gibt. Also quasi der Teppich, unter den man den Müll kehrt, den man nicht rausbringen will.

Und dieser Teppich liegt vielleicht bald vor meiner Haustür und hört auf den Namen Biblis. Die hessische Umweltministerin sagt, hier sei keine Lagerung möglich. Der hessische Möchtegernplayboy Ministerpräsident hingegen findet, Hessen könne nicht „bei uns nicht!“ sagen. Das passt ungefähr so harmonisch zusammen wie Cindy und Bert auf Ecstasy.

Ich bin dafür. Aber nur, wenn Bouffier dann bitte auch nach Biblis zieht und dort seinen per elektronischer Fußfessel nachweisbaren Lebensmittelpunkt hat. Immer her mit den Fässern und Castoren, dann schreib ich in meine Biografie, ich sei Deutschlands verstrahltester Kabarettist und hab endlich ein todsicheres Alleinstellungsmerkmal.

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Welcome to Castor-Country! Erwartet werden rund 40.000 Demonstranten, so viele wie seit 30 Jahren nicht mehr. Und das kann nur der Anfang sein. Denn auch die Anti-AKW-Bewegung hat jetzt ihre Restlaufzeiten verlängert. Und sie kontaminiert mit ihrem Widerstand die Bevölkerung, vielleicht sogar die Wahlen.

Natürlich ist es ein absurdes Schauspiel, wenn 16.500 Polizeibeamte einen überdimensionalen Mülleimer absichern und sich bunt bemalte und bunt betücherte Bürger ihnen in den Weg setzen. Aber darum geht es: Das Absurde zu zeigen. Müll, der tausende von Jahren strahlt, in ein Salzbergwerk stellen zu wollen, von dem keiner weiß, ob es jetzt geeignet dafür ist, oder nicht – das ist eine groteske Sitzdemo des menschlichen Verstands. Ein Knüppelschlag ins Gesicht künftiger Generationen. Das ist so viel Wahnsinn, der passt in keinen Castor-Behälter.

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Lieber Christian!

Du kannst das, Du schaffst das, Du bist guuuut! Go, go, go! Du bist der Wulff im Schafspelz, Du bist der Rocknroller im Bellevue! Wer, wenn nicht Du? Gut, da gäb es viele. Aber jetzt bist Du halt dran.

Was haben wir über Dich gelacht, den rundgelutschten Schwiegermüttertraum, der Kinderlachen mit in seinen Amtssitz bringen wollte. Und dann hast Du einfach gesagt, dass der Islam zu Deutschland dazugehört. Strike! Yesss! Das war echt schon mal ein ganz kleiner Anfang von Profil und Kante. Zumindest eine größere Microkante. Jedenfalls eine gute Handvoll Nanokanten.

Und jetzt bleib da dran! Sei wild! Komm auf die gute Seite der Macht und mach uns den Skywalker-Präsi! Jetzt das Gesetz zu Laufzeitverlängerung einfach so abzuzeichnen, wär ein zu großer Rückschritt für Dein Image. Mach das nicht kaputt! Lass die Schwarte krachen! Zeig der Merkel, wo der Hammer hängt! Wo eh alle denkenden Juristen überzeugt sind, dass diese Entscheidung am Bundesrat vorbei nicht geht.

Hol deine Lederjacke raus, fahr mit dem Moped rüber ins Kanzleramt und wirf ihr die Gesetzesbrocken vor die Füße. Ganz präsidial natürlich. Also nimm die gute Lederjacke oder lass Dich beim Styling von Joschka Fischer beraten. Wir glauben an dich! Du kannst das, Du schaffst das, Du bist guuu… naja jedenfalls: Du weißt, was zu tun ist!

Hau rein!

Dein Herr Honigbrot

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Wahnsinn on Tour

So. Die ersten bestellten und auch abgeholten Castor-Behälter mit Atommüll sind unterwegs. Strahlenschutzexperten finden, dass davon keine Gefährdung ausgehe. Und gleichzeitig empfehlen sie den mitreisenden Sicherheitsbeamten Abstand zu halten: “Je weiter weg, desto besser!”

Für Polizisten, die näher als fünfeinhalb Meter dran kommen, wird die Aufenthaltsdauer genau gemessen. Wahrscheinlich nur für den Fall, dass man sich mal vor Gericht wiedersieht. Oder als wissenschaftliches Experiment. Polizisten müssen ja für viel herhalten, wenn man sie nicht grade auf Rentner knüppeln lässt.

Die Castordinger halten übrigens nur 40 Jahre, da möchte man kommenden Generationen zurufen: “Viel Spaß beim Umfüllen!” Übrigens werden sie bis zu vierhundert Grad heiß und stehen dann in Hochsicherheits-Lagerhallen, weil keiner weiß, wo man sie endlagern könnte. Nicht die Polizisten.

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Eine Regierung, die ernsthaft darüber nachdenkt, Atommüll-Endlager zu privatisieren, sollte sich selbst gleich mit zum Verkauf anbieten. Preisschild drauf und fertig.

Wenn Politiker sich derartig überflüssig machen, dann dürfen sie sich nicht über politikverdrossene Bürger beschweren. „Ich bin Politiker – kauft mich hier raus!“, heißt die Show, die da läuft. Dann setzt doch einfach die Deutsche Bank, die RWE und ein paar Pharmahersteller in den Bundestag und eine lustige Aufblaspuppe in´s Kanzleramt.

Wenn irgendwas direkt zur Regierungsverantwortung gehört, dann doch wohl der Umgang mit Atommüll, der die tausendfache Halbwertszeit einer Koalition hat. Vielleicht sollte man die Endlager versteigern, wie einst die UMTS-Rechte? Da müsste es doch weltweit massenweise Interessenten geben, die sich freuen, ihre Leichen aus dem heimischen Keller in deutsche Salzbergwerke umzubetten. Wie viel Geld muss man Politikern eigentlich bieten, damit sie endlich einfach wieder ihren Job machen: unser Gemeinwesen verantwortlich zu organisieren?

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Stell dir vor, die Ampel zeigt Rot und du fährst trotzdem weiter, weil du denkst: Da draußen sind jede Menge andere Ampeln, an denen es jetzt grün ist. So ähnlich geht die CDU derzeit mit den Bürgerprotesten um, ob in Berlin oder Stuttgart. Demo-Dissen ist da die neuste konservative Disziplin. Wer die absurdesten Relativierungen findet, hat gewonnen.

Bei den Herren ganz vorne liegt Stefan Mappus, der im März eine Wahl gewinnen will. Und dem dazu nichts besseres einfällt, als engagierten Bürgern unredliche Motive zu unterstellen. Nach dem Motto: “Das machen die bei uns Politikern doch auch immer!”

Mappus hat gesagt, den Leuten ginge es gar nicht um den Bahnhof, sondern nur darum, politische Machtverhältnisse zu ändern. Also praktisch an seinem Stuhl zu sägen. Ein besonderer Fall von Selbstüberschätzung. Wir sind Papst und Mappus ist Bahnhof.

Bei den Damen führt Angela Merkel, die auf die knapp 100.000 Anti-Atomkraft-Demonstranten vor ihrem Amtssitz nur zu erwidern hat, als dass es ja eine schweigende Mehrheit mit entgegengesetzter Meinung gäbe, die heute bloß nicht zu sehen gewesen sei. Das ist ein Realitätssinn, der schon irgendwo zwischen Erich Honecker und dem ehemaligen irakischen Informationsminister “Comical Ali” liegt.

Sie sollte mal offiziell zu einer Pro-AKW-Demo aufrufen, bei der sie meinentwegen auch noch persönlich Kaffee ausschenkt. Und dann die himmlische Ruhe genießen.

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Der Auftakt der heutigen Anti-AKW-Demo durfte laut Behörde und Gericht nicht direkt vor dem Bundestag stattfinden, unter anderem, um den Rasen zu schonen. Das ist wahrlich grün gedacht. Vermutlich darf auch Biblis nicht vom Netz gehen, weil irgendein Kranich auf dem Kühlturm nisten könnte. Oder wegen diesen possierlichen kleinen Plutoniums, die ja akut vom Aussterben bedroht sind.

Dass Gastronomiebetriebe künftig hinsichtlich ihrer hygienischen Verhältnisse gekennzeichnet werden sollen, find ich klasse. Noch hat man sich nicht auf die entsprechenden Symbole geeinigt. Ich wär für die “Daumen hoch!”-Plakette, das Brechdurchfall-Zeichen oder den Totenkopf mit einem Kreuz aus Messer und Gabel.

Regierungen sollte man ebenfalls kennzeichnen, was ihr Verhältnis zur Demokratiehygiene angeht. Zum Beispiel mit einer gelb-verstrahlten Schleimspur auf grünem Grund.

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“Wir müssen leider draußen bleiben” – hieß es für den CDU-Umweltminister, als seine Chefin den Atomkompromist mit den Brennstabfuzzies ausgemauschelt hat. Eine Farce.

Es sei ja auch “nicht um Sicherheitsfragen, sondern um die Abschöpfung der Gewinne durch Laufzeitverlängerungen gegangen”, sagt er. Das heißt: Wenn es um Geld geht, spielt Sicherheit für die Kanzlerin eine eher atomare Rolle. Schon faszinierend, wie Röttgen zurzeit durch bedeutungsvolles Nichtssagen die umweltpolitischen weißen Flecken auf der konservativen Landkarte markiert.

Bestimmt hat die Merkel im Kanzleramt für ihn eine Spielecke eingerichtet, um ihn zu beschäftigen, während die Erwachsenen in die diversen Lobbyärsche einsteigen. Da darf er dann grüne Mantras ausmalen, das Bilderbuch “Unsere Erde” betatschen und mit Playmobilmännchen einen Castortransport nachspielen. Und dann holt Mutti ihn ab und bringt ihn ins Bett.

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Die Atomkanzlerin hat den Energiekonzernen vertraglich zugesichert, dass sie nicht allzu viel Geld in Sicherheitsmaßnahmen investieren müssen. Und für den Fall, dass Schwarzgelb abgewählt wird, ist geregelt, dass eine Nachfolgeregierung wenig Möglichkeiten hat, die “Atomsteuer” zu erhöhen oder zu verlängern. Da brauchst du gar nicht mehr wählen zu gehen, Mutti hat ihr Kernkrafttestament gemacht, das ist die Vertrag gewordene Demokratieverachtung.

Kein Wunder, dass diese Vereinbarungen vorerst nicht veröffentlicht werden. Wer weiß, was da noch so alles drin steht. Vielleicht, dass, wenn die Grünen regieren sollten, ihre Parteizentrale zum atomaren Endlager ausgebaut werden muss. Oder: Der Strompreis wird direkt an die Beliebtheitswerte von Frank Walter Steinmeier gekoppelt. Oder: Der Ausbau erneuerbarer Energien muss einhergehen mit dem Ausbau erneuerbarer Kanzlerinnen. Oder: In der bundesdeutschen Demokratie ist die Staatsgewalt viergeteilt, und zwar in Eon, EnBW, RWE und Vattenfall.

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