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Archive for the ‘privat’ Category

Höllehölleholle

Heute waren sie mal wieder alle draußen, die Bekloppten und die Kabarettisten. Zum großen Silvestereinkauf. Es war im Supermarkt so voll, als gäb es ab dem Ersten keine Lebensmittel mehr ohne ärztliches Attest.

In den Gängen auch wieder dabei: Der Klassiker in Form einer Mutter, die ihre Kleinkind seelenruhig Regale ausräumen und Konserven in Spielzeug verwandeln lässt. Nicht mit hilflosem Blick, nicht einmal mit leerem Blick. Nein, mit Stolz im Blick. Weil die Brut sich so schön mit sich selbst beschäftigen kann. Und einem Dutzend Eintopfdosen, mehreren Pfützen Steifel-Tauwasser und dem Nervenkostüm der um sie herumeiernden Kunden.

Ansonsten war ich damit beschäftigt, Röstzwiebeln zu suchen. Die waren so gut versteckt, als ginge es darum, dass sie auf keinen Fall gekauft werden dürfen. Fast hätte ich mir einen Julian Assange mit so etwas wie RöstzwiebelLeaks gewünscht, um Einsicht in die verbrecherischen Versteck-Pläne des Supermarkts zu bekommen. Ich hab sie dann auch so gefunden. Beim Ketchup. Auf Schienbeinhöhe. Wo man sie normalerweise nur entdeckt, wenn man sein Kleinkind da unten spielen lässt.

Produktname des Tages: “Black Puty”. Das war keine falsch geschriebene Pferdesalami, sondern ein scharfer Putenaufschnitt mit Wortspielzwang. Spätestens da wusste ich: Ich will nach Hause! Und das war noch bevor ich nach dem Ausräumen des randvollen Einkaufswagens aufs Laufband feststellen musste, dass Blicke töten können. Vor allem, wenn man aus Versehen an der 10-Teile-Kasse gelandet ist.

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An einem Glatteisweihnachten wie heute sind zwei Dinge besonders wichtig: Heimkommen oder Daheimsein. Und das in diesen mobilen Zeiten mit Patchworkfamilien und Schwiegerelternhopping! Manch einer wird froh sein wie schon lange nicht mehr, wenn er endlich unterm Tannenbaum sitzt. Und nimmt gerne die Familie in Kauf, Hauptsache, man muss nicht mehr raus.

Eigentlich ein prima Tag, um sich mal zusammen friedlich einschneien zu lassen. Aber vorsichtig. Denn die Fluchtwege sind nicht immer gut geräumt, da wird die Familienfeier auch schnell mal zur klassischen Agatha-Christie-Situation.

Alles besser, als den Weg nach Hause nicht zu schaffen, so dass aus dem Fest der Liebe nur eines der Liegengebliebenen wird. Wer heute auf dem Flughafen sitzt oder auf der Autobahn feststeckt, lernt mehr Demut, als es noch feierlich ist. Ich wünsche all meinen Lesern ein möglichst erreichbares und behagliches Zuhause! Und nicht verzweifeln: Der Sohn Gottes kam auch nur pünktlich, weil sie in Bethlehem verdammt gut gestreut hatten.

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Volle Wissenschaft voraus!

Im Kabarett ist es ja mittlerweile Mode, mit akademischen Titeln oder (wie kurz auch immer) belegten Studiengängen hausieren zu gehen. Da hab ich mir doch gleich mal ne neue Kurzbio geschrieben:

Frederic Hormuth hat an der Universität Mannheim in den Neunzigern sechs Semester angewandte Mensa studiert – und mit einem Bachelor of Streuselkuchen abgeschlossen.

Anschließend hat er in Hogwarts über unseriöse Gesellschaftssatire geforscht und mit einer Arbeit zum Thema „Die Tendenz zu chronisch geflunkerten akademischen Abschlüssen im deutschen Kabarettgewerbe des 21. Jahrhunderts“ promoviert.

Seit dem ist er der Comedian, der von wissenschaftlichem Fachwissen am wenigsten verblendet ist. Er ist kein Historiker, kein Arzt, kein Jurist, kein Wirtschaftswissenschaftler, kein Physiker und kein Biologe. Er ist der spät berufene Frühstudienabbrecher der Herzen.

Seine schlagende Verbindung ist die von Witz und unverbrauchtem Verstand. Und außerdem kennt er den Unterschied zwischen Tasse und Pott und weiß, wo die Tabletts hinkommen.

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Heute hat mir Google geschrieben. Mit herzlichen Grüßen und bezüglich meines Widerspruchs gegen Street View:

„Wir werden zunächst versuchen, das Gebäude, auf das sich Ihr Widerspruch bezieht, verlässlich zu identifizieren und entsprechend zu bearbeiten. Sollte uns dies nicht gelingen, werden wir uns erneut mit Ihnen in Verbindung setzen. Bis dahin bedanken wir uns herzlich für Ihre Geduld.“

Ich versteh das so, dass die jetzt mal gucken, wie mein Haus so aussieht. Und dann schauen, ob sie passende Pixel zum Drübermachen auf Lager haben. Eventuell müssen sie dann erst neue Pixel bestellen oder anfertigen lassen.

Wenn die dann aber nicht passgenau sind, oder sich nicht vernünftig befestigen lassen, dann melden sie sich wieder und dann müssen wir zusammen noch mal neu überlegen. Ob es nicht einfacher wäre, wenn ich umziehen würde. Oder ob ich ihnen die Pixel eventuell kurzfristig festhalten könnte, oder ob es mir was ausmacht, wenn der Schornstein noch rausguckt.

Ich werde geduldig auf einer virtuellen Pixelbaustelle leben müssen, bis die das auf die Reihe kriegen. Wer noch welche übrig hat: bitte spenden an Google Germany in der ABC-Straße in Hamburg! Danke.

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Wer unnötig verlängerte Atomkraft als Förderprogramm für erneuerbare Energien verkauft, der säuft auch gegen Kopfschmerzen. Angela Merkels Schädel möchte ich nicht haben.

Ihr Energiekonzept nennt sie eine „Revolution in der Energieversorgung“. Revolutionär ist dabei tatsächlich die vollkommene politische Selbstaufgabe einer Regierung, die noch am Ende der Verhandlungsnacht telefonisch die vier großen Energiekonzerne den Beschluss abnicken lässt.

Mindestens 12 Jahre längere Laufzeiten, keine neuen, verbindlichen Sicherheitsauflagen und drei Viertel des Zusatzgewinns bleiben bei den Konzernen. Das „Energiekonzept“ setzt voll auf Kohle, nämlich auf einen von Kennern geschätzten Mehrgewinn von 100 Milliarden Euro. „Milliarde“ will ich spätestens ab heute nie wieder sagen, es muss heißen: hunderttausend Millionen!!!

Dass die Bundesregierung in diesem „Konzept“ nach dem großen Geldverschenken noch etliche Seiten über erneuerbare Energien und den Sanktnimmerleinstag am Ende der Atombrücke fabuliert, ist kaum anders als ein Alkoholiker, der schwört, seinen Lebensabend mit einem Sodamaxx Wassersprudler zu verbringen. Angela Merkel ist der größte Atombusen, der je Deutschland regiert hat.

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Passt!

Ich lebe seit über 10 Jahren mit einer Erzieherin zusammen. Das ist sehr praktisch. Man lernt so viel. Ich kann inzwischen “die Uhr”, “den Schlupf” und meine Zahnbürste von anderen unterscheiden.

Sie begleitet mich hoch professionell durch den Alltag, zum Beispiel mit Sätzen wie “Wollen wir jetzt mal zusammen das Geschirr abspülen?” Vorgetragen im selben Tonfall wie “Wollen wir jetzt mal zusammen das Türchen mit der 24 aufmachen?” Und wenn ich dann mit “Nein” antworte, sagt sie, ohne mit der Wimper zu zucken: “Ich kann auch deine Mutter anrufen und dich abholen lassen!”

Weihnachten heißt bei uns “Elternabend”. Da informiert sie meine Familie über das zurückliegende Jahr: “Also, der Frederic hat schöne Fortschritte gemacht in Sachen Reinlichkeit. Aber er ist etwas vorlaut. Und wenn er Witze macht, fangen die anderen Kinder an zu weinen.” Und dabei hab ich noch Glück gehabt, denn ich muss immerhin keine Geschenke basteln. Und ich bin in Einzelbetreuung, was will man mehr.

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Ich hab geglaubt, ich bin im falschen Film. Aber ich war nur in der falschen Autowaschanlage. Die hat doch glatt mein Auto schepp durch sich durch gezogen und mich dann in der Mitte stehen gelassen. Ja, ich hatte den Gang draußen. Und den Motor aus. Und bin auch nicht in einem epileptischen Anfall ans Lenkrad gekommen.

Ich hab dann mal das Personal herbeigehupt. Das kam mit der Bedienungsanleitung. Nicht meines Autos, sondern der Waschanlage. Dann haben sie das Ding irgendwie neu gestartet und es hat versucht, zwei Waschwalzen von links und rechts bei mir einsteigen zu lassen. Gefrustet hat die Anlage mich dann ausgespuckt. Mit zwei verbeulten Türen.

Auf die Weise hab ich dann auch mal den Chef persönlich kennen gelernt. Der will den Schaden beheben lassen, damit ich ihm „als Kunde erhalten“ bleibe und „weiterhin zufrieden“ bin. Ich meine, wenn ich eine Presse brauche, dann geh ich auf den Schrottplatz! Was hab ich davon, wenn die Karre am Ende ein Würfel ist, der glänzt?

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