Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Internet’ Category

Angeblich bastelt der Versandhändler Amazon derzeit an einer technischen Lösung, die verhindern soll, dass man die falschen Geschenke geschenkt bekommt. Und das auch noch so diskret, dass der geschmacksunsichere Geschenkgeber es nicht mal mitbekommt, wenn statt der verhassten Krawatte nur ein Gutschein beim Geschenknehmer ankommt.

Das setzt natürlich voraus, dass beide sich nicht unterm Christbaum begegnen, sondern sich einfach postalisch beschenken. Und dass jeder brav bei Amazon eine “schwarze Liste” führt. Bei mir wäre das irgendwas mit Tokio Hotel, Thilo Sarrazin, Thor Steinar, Duftkerzen und Wohlfühltees. Vielleicht schlägt Amazon mir dann auch vor: “Kunden, die Michelle nicht mochten, hatten auch großen Widerwillen gegen Quietsche-Entchen!”

Und dann knacken Hacker mein Amazon-Konto, verkaufen diese sensiblen Daten an meine schlimmsten Feinde und die kippen mir irgendwann zu den Klängen von “Wer Liebe lebt” einen Container Zimtlatschen vor die Haustür. Neue Technologien stecken eben auch immer voller neuer Gefahren.

Read Full Post »

Meine Haltung zur Bildzeitung ist seit Jahren: Ich lese die Schlagzeilen auf dem Bäckertresen und surfe im Internet gerne mal drüber über das meingsmachende Drecksblatt ohne Gewissen. Aber ich würde nie dafür Geld ausgeben und Springer in den Rachen werfen. Wenn irgendein Promi oder Politiker mal was besonders blödes in der Bild von sich gibt, liest man es als Zitat sowieso überall.

Aber was sich der Verlag jetzt in Sachen “neue Medien” erlaubt, ist ja wohl besonders dreist. Seit gestern kann man die Seite bild.de vom iPad aus nicht mehr direkt ansurfen. Dafür soll man sich ein App kaufen und dann für jede Ausgabe bezahlen. Auf jedem PC sind die Seiten weiterhin abrufbar. Das heißt: iPad-User werden gezielt bestraft, bevormundet und abgezockt. Weil die das von Apple ja eh gewohnt sind.

Ihr glaubt doch nicht, dass mir die Bildzeitung auch nur einen Cent wert ist. Wenn iPad-Leute was für Geld lesen wollen, dann eine richtige Zeitung. Ich hoffe, der Schuss geht ordentlich nach hinten los. Im Internet gibt es jetzt eine kurze Spezialfolge von “Dittsche”, in der Kai Diekmann sein iPad im Imbiss vergessen hat und Ingo begeistert von dem Gerät und der digitalen Bildzeitung schwärmt. Alice Schwarzer, Atze Schröder, Olli Dittrich – die Liste der Komiker, die mit Springerwerbung auf der dunklen Seite der Macht gelandet sind, wird immer länger…

Read Full Post »

Rainer Brüderle erweckt ja nicht nur in seiner Eigenschaft als Wirtschaftsminister konsequent den Eindruck launiger Minderkompetenz. Jetzt hat er seine unverminderten Sicherheitsabstand zu jedweder Form von Altersweisheit auch beim Thema WikiLeaks dokumentiert. Die dort zu Tage tretende Sammelwut habe ihn an die Stasi erinnert, sagt er. Irgendjemand hätte ihn mal drauf hinweisen sollen, dass diese Informationen von den amerikanischen Botschaftern gesammelt worden sind.

Außerdem findet Brüderle, WikiLeaks habe gezeigt, dass es im Internet riesige Sicherheitslücken gebe. Rainer! Die Dokumente sind doch Washington nicht rausgerutscht, weil sie kein Virenschutzprogramm hatten oder aus Versehen auf gefährliche Schmuddelseiten geklickt haben. Nochmal einfach für dich: Da hat einer der Ami-Stasi die Unterlagen gemopst und sie im worldwide Käsblatt veröffentlicht. Deswegen musst du jetzt aber nicht das Internet schließen lassen.

Read Full Post »

Dieses Jahr gibt es keinen Adventskalender, dieses Jahr gibt es WikiLeaks. Jeden Tag eine neue Überraschung. Jetzt gibt es Dokumente, die zeigen, dass Steinmeier vor der letzten Bundestagswahl rumgejammert hat, dass er gegen Teflon-Merkel keine Chance hatte. Er hätte es machen sollen wie Gottschalk: konsequent abbrechen, wenn es nicht mehr lustig ist.

Der FDP-Maulwurf ist inzwischen enttarnt und leider redet keiner mehr darüber, dass Guttenberg eigentlich die größte Tratschtante war. Jetzt gibt es eine Liste mit Orten, die die USA als ihre verwundbarsten Stellen empfindet, zum Beispiel die BASF in Ludwigshafen und die Insel Sylt. Bald kommt raus, dass Daniela Katzenberger eine von Al Qaida gezielt dort platzierte Sexbombe ist.

Diverse Zeitungen hatten schon berichtet, dass es bei WikiLeaks auch massenweise Berichte über UFOs gäbe, dabei hat Julian Assange nur erzählt, wie viele Deppen ihn mit selbst gebastelten UFO-Unterlagen zuschütten. Ich würd mich aber auch nicht wundern, wenn demnächst Gesprächsprotokolle vorliegen, in denen die Außerirdischen George Bush erklärt haben, dass sie die Erde nicht angreifen wollen, weil der Planet einfach unter ihrem Niveau ist.

Wenn die WikiLeaks-Leute ein Problem haben, dann ist es die Flut an Informationen, auf der sie sitzen. Sobald die Menschen sich nach einem einfachen Adventskalender zurücksehnen, ist der Wahrheit damit kein bisschen gedient.

Read Full Post »

Er ist der James Bond unter den Nerds, der Robin Hood der Neuzeit, der von den Informationsreichen nimmt, um es den Informationsarmen zu geben: Julian Assange. Er ist kein Hacker und kein Dieb, er stellt eine Plattform zur Verfügung, auf der das in die Öffentlichkeit gelangen kann, was zum Himmel schreit. Da sind Diplomatenprotokolle noch das Geringste.

Während die Regierungen der Welt den gläsernen Bürger zum Staatsziel erklärt haben, tun sie sich mit dem gläsernen Politiker doch ziemlich schwer. Als wäre die Existenz zweier Parallelwahrheiten, die der Mächtigen und die der Ohnmächtigen, die Grundlage jedes demokratischen Gemeinwesens.

Klar ist Assange irgendwie dubios und WikiLeaks irgendwie gefährlich. Aber wer hat denn mit der ganzen Verarsche angefangen? Die, die Aufrichtigkeit als Betriebsunfall empfinden. Natürlich gibt es Lügen – aber das können ja nicht alles nur unter Artenschutz stehende Notlügen sein da draußen. Die Welt hat ein Schwarzes Brett geschenkt bekommen und erschrickt, was da jetzt so alles dran hängt. Und es hängt ne Menge dran.

Read Full Post »

Der WWF hat sich was ausgedacht. Und der WWF ist ein ehrenwerter Verein. Weil weltweit zu viele Bäume abgeholzt werden für zu viel Papier, auf dem zu viel ausgedruckt wird, macht der Verein jetzt ernst mit dem papierlosen Büro: Wer ein Dokument im neu entwickelten “.wwf”-Format abspeichert, stellt damit sicher, dass es nicht mehr ausdruckbar ist. Papier gespart, Planet gerettet, Kosmos lacht.

Ich frag mich nur, warum ich so viel blöder bin als der WWF. Weil: Ich kapier’s nicht. Wenn mir das wichtige Umwelt-Themenpapier, mit dem ich mich beschäftigen möchte, nur als “wwf” geschickt wird, dann sitz ich beim Lesen und Denken nicht mit Ausdruck und Textmarker auf dem Sofa, sondern mit dem Notebook. Das braucht Strom. Und da würde ich gerne den Planeten fragen: “Wie hättest du es denn lieber?”

Ich hoffe, das mit dem “.wwf”-Format ist nur eine PR-Eintagsfliege. Nicht, dass am Ende noch ein AKW-Betreiber verkündet: “Wir produzieren unseren Atomstrom nachhaltig, weil die Betriebsanleitung des Reaktors nur als wwf vorliegt!”

Read Full Post »

Vor ner Woche gab es bei Facebook diese lustige Aktion, bei der die Mitglieder seuchenartig ihre Portraits durch Comicbilder ersetzt haben. Ich war dabei, ich fand’s lustig und hatte auch keine Sorge wegen der aufkommenden “die verklagen uns alle!”-Hysterie. Den Anwalt hätte ich mal sehen wollen, der weltweit Hunderttausende abmahnt. Und den Comicrechte-Inhaber, der sich bei Comicfreunden mal so richtig zum Arschloch macht. Ich hätte ihm ne Rechnung geschickt, über 5 Tage Werbung.

Aber jetzt wird’s albern. Jetzt hat sich angeblich jemand ausgedacht, es könnte witzig sein, wenn weibliche Facebook-User statt Gesicht ein Foto ihrer Brüste ins Netz stellen. Nee, klar… Und als nächstes vielleicht die PIN- und TAN-Nummer? Oder einfach das Foto von jemand, der man lieber wäre? Kann alles passieren, solange es Leute gibt, die auch “Bill Gates will Geld verschenken”-Emails hundertfach weiterverschicken, weil sie seit Hermann, dem Kettenbriefteig, nichts dazugelernt haben.

Grade hat die Facebook-Community den Otto-Versand gefoppt und bei einer “Wer wird Model”-Wahl einen männlichen Studenten mit blonder Perücke zum Sieger auserkoren. Da herrscht also echt Witzzwang auf Facebook, das ist ja schlimmer als beim Comedy-Freitag auf SAT1. Und man ahnt, dass das Internet keine wirkliche Alternative zur parlamentarischen Demokratie ist.

Read Full Post »

Older Posts »

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.