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Archive for the ‘Freizeit’ Category

An einem Glatteisweihnachten wie heute sind zwei Dinge besonders wichtig: Heimkommen oder Daheimsein. Und das in diesen mobilen Zeiten mit Patchworkfamilien und Schwiegerelternhopping! Manch einer wird froh sein wie schon lange nicht mehr, wenn er endlich unterm Tannenbaum sitzt. Und nimmt gerne die Familie in Kauf, Hauptsache, man muss nicht mehr raus.

Eigentlich ein prima Tag, um sich mal zusammen friedlich einschneien zu lassen. Aber vorsichtig. Denn die Fluchtwege sind nicht immer gut geräumt, da wird die Familienfeier auch schnell mal zur klassischen Agatha-Christie-Situation.

Alles besser, als den Weg nach Hause nicht zu schaffen, so dass aus dem Fest der Liebe nur eines der Liegengebliebenen wird. Wer heute auf dem Flughafen sitzt oder auf der Autobahn feststeckt, lernt mehr Demut, als es noch feierlich ist. Ich wünsche all meinen Lesern ein möglichst erreichbares und behagliches Zuhause! Und nicht verzweifeln: Der Sohn Gottes kam auch nur pünktlich, weil sie in Bethlehem verdammt gut gestreut hatten.

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Also diese Frau Holle ist ja echt eine launische Schlampe. Heute haben wir den dritten Advent und draußen ist alles graugrüner Matsch. Da sind wir hier zwei Wochen durch die Arktis geschlittert und dann ist am 24. wahrscheinlich doch wieder nur dieser optisch und emotional völlig unterspannte Larifari-Winter.

Soviel “Schneeflöckchen” kannste gar nicht singen, dass es dir dabei weihnachtlich ums Herz wird. Dafür muss man wieder stundenlang auf dem Weihnachtsmarkt im Nieselregen stehen und sich dieses meteorologische Drama mühevoll schönsaufen. Und ich hab noch keine Geschenke. Wie wäre es mit Kunstschnee?

Vielleicht sollte man das Fest aber auch einfach etwas umgestalten: Der Weihnachtsmann kommt nicht auf dem Schlitten, sondern im Schlauchboot. Ohne Rentiere, aber von Seepferdchen gezogen. Und ins Haus gelangt er dann nicht durch den Kamin, sondern er steigt mit dem Grundwasser von unten in den Keller. Das ist die gute Nachricht: Wenn überall so viel Wasser in der Nähe ist, können wenigstens mal wieder echte Kerzen an den Baum!

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Computerspiele können Kunst sein. Und Kunst kann den Betrachter gezielt vor moralische Herausforderungen stellen, ihn auch in ethische Fallen tappen lassen. Wenn Kunst nur der Unterhaltung und Entspannung diente, hieße sie nicht Kunst, sondern Feierabendbier.

Wenn jetzt ein Student der Karlsruher Hochschule für Gestaltung ein Spiel veröffentlicht, das im Todesstreifen der innerdeutschen Grenze des Jahres 1976 spielt, über Monate hinweg von seinem Professor begleitet wurde und keinen kommerziellen Zweck verfolgt – dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Auch wenn es weh tut. Daraus kann man lernen, das ist die alte Sache mit der Herdplatte.

Die Spieler des Games können auf Flüchtlinge schießen, aber damit nicht gewinnen. Sie können sich auch mit den Flüchtlingen verbünden, sie können vom Grenzer zum Flüchtling werden. Oder als Angeklagter beim Mauerschützenprozess enden. Ein Spaß ist das nicht, die Ballerspielcharts wird es so nicht anführen können. Das Spiel ist im aufklärerischsten Sinne pervers und so schizophren wie die deutsche Geschichte.

Der empörte Aufschrei von Politikern und Boulevardpresse ist so nachvollziehbar wie dumm. Jedes Kreuzigungsgemälde der letzten 2000 Jahre war genau so provokativ, unnötig und aber doch erkenntnisfördnernd. Das Spiel heißt übrigens “1378 km”. Ich würde es gerne kaufen. Und ungern spielen.

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Beim “2. Michendorfer Nikolauslauf” sind heute knapp 600 Nikolause Strecken zwischen 2,5 und 10 Kilometer gelaufen. Der veranstaltende Laufclub Michendorf spricht stolz von der “größten, laufenden Weihnachtsmann-Parade”. So, liebe Kulturkreisanalphabeten, Brauchtumsschänder und Kinder, da muss ich jetzt doch mal wieder die Spaßbremse machen. Bevor mir der Stollen hochkommt.

Erstens: Nikolaustag ist morgen. Zweitens: Der Weihnachtsmann ist nicht der Nikolaus. Und drittens: 600 rennende Nikolause sind ja wohl die unbesinnlichste Vorweihnachtsperversion überhaupt. Ja, da bin ich pingelig. Aber ihr besteht ja auch immer drauf, dass Harry Potter kein drogendealender Hütchenspieler und Darth Vader nicht die Supernanny ist. Nur mal so als Beispiel.

Man muss die Mythen schon sauber halten, da gilt das Mythenreinheitsgebot, sonst landen wir direkt in der Hölle. Oder noch schlimmer: in Disneyland. Wenn nächstes Jahr irgendwo der 1. Messiasmarathon statt findet, bei dem am 23. Dezember 1200 Jesusse 42 Kilometer zurücklegen, feiert der Veranstalter das wahrscheinlich als die neue Love-Parade…

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Heppenheim heißt jetzt Vettelheim. Bis vor kurzem sah man von der Autobahn aus als Erstes das Mc-Donalds-M, als ginge es um Meppenheim. Jetzt können sie bald ein V aufstellen! (Ein V? Psssssst! Genaaaaauuu!).

Heute noch stehen vereinzelt Übertragungswagen von Privatsendern im Städtchen. Damit man jederzeit spontan Passanten nach dem Weltmeister befragen kann. Oder jemanden, der wen kennt, der immer schon den Cousin 7. Grades vom Vettel kannte.

Erst sah ich die Autos von RTL und nt-v und dachte: “Verdammt, hat es in der Odenwaldschule einen Amoklauf gegeben?” Dann wusste ich: So sieht es aus, wenn aus einer einzigen Sport-Nachricht noch tagelang Bilder gesaugt werden müssen.

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Jaaa! Heute war wieder das aktuelle “Rundenheft” des örtlichen Sportvereins im Briefkasten. Wieder mit dem Besten aus sportlicher und sprachlicher Verzweiflung. Das ist der Don Quichotte unter den Vereinen, und der Rest der Liga besteht nur aus Windmühlen.

“Alle anderen Partien wurden mit Unentschieden beendet. Zum Teil mehr als unglücklich. Auch die Tischtennissparte ist weiterhin auf Erfolgsspur.” Das ist wohl die Erfolgsspur in Richtung Tabellenende.

“Fazit: Weg vom Leistungsgedanken, zurück zum Freizeit-Volleyball, ab und zu ein Turnier gewinnen und hoffen, dass die Duschen bald wieder funktionieren.” Also auch hin zum Freizeitduschen.

Besonders beeindruckend, und für mich als Fastnichtsportler auch mysteriös, ist aber folgender Satz: “Wir wollen vom Moralfußball hin zum gepflegten Spiel mit wenig Ballkontakten”. Kann mir das mal einer erklären? Ist das so wie in Stuttgart: Wir wollen von der Moralpolitik hin zum gepflegten Regieren mit wenig Bürgerkontakten? Ist da die Devise: Wir sind die Drecksäue, die mit dem Ball nichts zu tun haben wollen? Aber wie gewinnt man dann? Durch Nicht-Duschen?

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Fahr away!

Dass Friseursalons sich die blödesten Namen geben, ist ja bekannt. Jetzt fangen die Fahrschulen auch noch an. Heute gesehen: die Fahrschule “Let´s Go Drive”.

Ja wie jetzt, fahren oder gehen? Komm, wir gehen fahren? Was kommt als Nächstes? Die Fahrschule “Drive me crazy”? Oder “Gogo Drive”? Hauptsache lockerflockig und englisch. Right before left, you know? Now let the Kupplung slowly come! Baby, you can drive my car! Getting started at the mountain and so on! Let´s go drive – nie waren Fußgänger mobiler!

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