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Archive for the ‘Datenschutz’ Category

Rainer Brüderle erweckt ja nicht nur in seiner Eigenschaft als Wirtschaftsminister konsequent den Eindruck launiger Minderkompetenz. Jetzt hat er seine unverminderten Sicherheitsabstand zu jedweder Form von Altersweisheit auch beim Thema WikiLeaks dokumentiert. Die dort zu Tage tretende Sammelwut habe ihn an die Stasi erinnert, sagt er. Irgendjemand hätte ihn mal drauf hinweisen sollen, dass diese Informationen von den amerikanischen Botschaftern gesammelt worden sind.

Außerdem findet Brüderle, WikiLeaks habe gezeigt, dass es im Internet riesige Sicherheitslücken gebe. Rainer! Die Dokumente sind doch Washington nicht rausgerutscht, weil sie kein Virenschutzprogramm hatten oder aus Versehen auf gefährliche Schmuddelseiten geklickt haben. Nochmal einfach für dich: Da hat einer der Ami-Stasi die Unterlagen gemopst und sie im worldwide Käsblatt veröffentlicht. Deswegen musst du jetzt aber nicht das Internet schließen lassen.

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Beim “2. Michendorfer Nikolauslauf” sind heute knapp 600 Nikolause Strecken zwischen 2,5 und 10 Kilometer gelaufen. Der veranstaltende Laufclub Michendorf spricht stolz von der “größten, laufenden Weihnachtsmann-Parade”. So, liebe Kulturkreisanalphabeten, Brauchtumsschänder und Kinder, da muss ich jetzt doch mal wieder die Spaßbremse machen. Bevor mir der Stollen hochkommt.

Erstens: Nikolaustag ist morgen. Zweitens: Der Weihnachtsmann ist nicht der Nikolaus. Und drittens: 600 rennende Nikolause sind ja wohl die unbesinnlichste Vorweihnachtsperversion überhaupt. Ja, da bin ich pingelig. Aber ihr besteht ja auch immer drauf, dass Harry Potter kein drogendealender Hütchenspieler und Darth Vader nicht die Supernanny ist. Nur mal so als Beispiel.

Man muss die Mythen schon sauber halten, da gilt das Mythenreinheitsgebot, sonst landen wir direkt in der Hölle. Oder noch schlimmer: in Disneyland. Wenn nächstes Jahr irgendwo der 1. Messiasmarathon statt findet, bei dem am 23. Dezember 1200 Jesusse 42 Kilometer zurücklegen, feiert der Veranstalter das wahrscheinlich als die neue Love-Parade…

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Er ist der James Bond unter den Nerds, der Robin Hood der Neuzeit, der von den Informationsreichen nimmt, um es den Informationsarmen zu geben: Julian Assange. Er ist kein Hacker und kein Dieb, er stellt eine Plattform zur Verfügung, auf der das in die Öffentlichkeit gelangen kann, was zum Himmel schreit. Da sind Diplomatenprotokolle noch das Geringste.

Während die Regierungen der Welt den gläsernen Bürger zum Staatsziel erklärt haben, tun sie sich mit dem gläsernen Politiker doch ziemlich schwer. Als wäre die Existenz zweier Parallelwahrheiten, die der Mächtigen und die der Ohnmächtigen, die Grundlage jedes demokratischen Gemeinwesens.

Klar ist Assange irgendwie dubios und WikiLeaks irgendwie gefährlich. Aber wer hat denn mit der ganzen Verarsche angefangen? Die, die Aufrichtigkeit als Betriebsunfall empfinden. Natürlich gibt es Lügen – aber das können ja nicht alles nur unter Artenschutz stehende Notlügen sein da draußen. Die Welt hat ein Schwarzes Brett geschenkt bekommen und erschrickt, was da jetzt so alles dran hängt. Und es hängt ne Menge dran.

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Angie ist die Teflon-Merkel, Oettinger eine entsorgte lahme Ente, Niebel eine schräge Wahl, Seehofer unberechenbar und Westerwelle kein Genscher. Schön, zu lesen, dass die US-Botschafter ein doch ziemlich zutreffendes Weltbild haben. Ansonsten sind diese Erkenntnisse nicht sonderlich brisant, da hätte Washington auch einfach Urban Priol fragen können.

Spannend sind zwei Details, von denen eines zur Zeit in der Berichterstattung deutscher Medien gerne unter den Tisch fallen gelassen wird. Klar ist es interessant, dass irgendein FDP-Maulwurf hochengagiert der amerikanischen Botschaft aus den Koalitionsverhandlungen berichtet hat. Das ist ja fast eine klitzekleine Spionageaffäre.

Viel doller ist doch aber die Tatsache, dass der jetzt US-behördlich ausgewiesene Amerikafreund Guttenberg dem großen Bruder erzählt, die Kanzlerin könne sich wirtschaftspolitisch schlecht durchsetzen und der Vizekanzler habe eigentlich keine Truppen aufstocken wollen. Gutti ist neTransatlantikpetze und Strebersau. Wahrscheinlich wird unser künftiger Kanzler heute schon im Pentagon als IM “Pomade” geführt. Das ist der wirkliche Skandal, der an seinen Beliebtheitswerten so gefährlich knabbern könnte wie einst George Bush an seinen Salzbrezeln.

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Wikileaks veröffentlicht geheime US-Unterlagen über deutsche Politiker. Praktisch. Da muss ich mir gar kein neues Programm schreiben, sondern kann es einfach runterladen. Wenn der diplomatische Schleier fällt, kann das so erfrischend sein, wie eine kleine politische Eiszeit im Hochsommer. Und so peinlich wie Suff-Fotos bei Facebook.

Westerwelle soll besonders schlecht wegkommen, vermutlich als vom Amt überforderter Lobbyknecht. Und die Merkel ist eine Tröte. Besonders bitter wäre es, wenn die SPD gar nicht in den Unterlagen auftaucht, weil die Diplomaten regelmäßig alles Überflüssige von der Festplatte löschen. Nur der Guttenberg kommt angeblich gut weg beim Ami. Kein Wunder, den haben sie sich ja jahrelang zurechtgezogen, der ist quasi ein IM des Pentagons.

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In den USA fangen jetzt auf den Flughäfen die ersten Bürger an, gegen die Nackscanner zu protestieren. Heute hat eine Dame sogar gestrippt. Leider ist das nicht nur ihre angebliche Protestform, sondern auch ihr Broterwerb. Damit ist natürlich das Anliegen etwas diskreditiert. Das ist ein bisschen so, als würde Verona Pooth gegen die Castor-Transporte Billigklamotten in die Kamera halten.

Wenn schon, dann müssen Amateure strippen, möglichst blutige Laien, die von so ausgesuchter Uneleganz und körperlicher Undefiniertheit sind, dass das Terminal wegen ästhetischer Überforderung geschlossen und vom Flughafenpfarrer neu geweiht werden muss.

Eigentlich müsste man das so planen, dass die nacktscannenden Beamten kapitulieren und um Versetzung in den Innendienst betteln. Extreme Bremsspuren in der Unterwäsche wären da etwa eine mögliche subversive Idee. Vielleicht auch moralisch besonders herausfordernde Gegenstände im Rektalbereich. Lasst sie Dinge sehen, die sie nie sehen wollten!

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In Essen haben jetzt die ersten “Google-Fans” verpixelte Häuser mit rohen Eiern beworfen und Zettel mit der Aufschrift “Google ist cool” hinterlassen. Jetzt gibt es also schon Google-Fans. Wahrscheinlich hängen die sich zu Hause Suchergebnisse an die Wand und wollen den Such-Button heiraten, am besten mit den Worten “auf gut Glück!” Was hohle Kürbisköpfe für Halloween, sind Google-Fans für den gläsernen Bürger. Aber kein Wunder, selbst Massenmörder haben irgendwelche Fans.

Am tollsten find ich die Pixelästheten, die unkenntlich gemachte Fassaden jetzt lautstark als Beleidigung für ihr Auge empfinden. Wie der Kommentator, der sich neulich auf n-tv aufgeregt hat, dass Häuser doch an Wert verlieren, wenn man sie nicht online anschauen kann – als wären alle Immobilienanzeigen gleich mit verpixelt.

Ich will doch bloß nicht, dass eine hochkommerzielle Datenkrake wie Google ohne Erlaubnis mit meinen Gardinen Geld verdient. Wenn irgendwelche Deppen meinen, sie müssten sie trotzdem knipsen und ins Netz stellen, ändert das nichts. Hätte ich die Anschrift der Deppen, würde ich mich auch bei ihnen beschweren. Nicht wegen meiner Privatsphäre, sondern wegen ihrem Googlegroupietum.

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Jetzt haben sie also in Südafrika etwas im Flugzeuggepäck gefunden, was aussah wie eine mögliche Bombe. Und die Geheimdienste gehen davon aus, dass die bestimmt auf dem Weg zum nächstbesten deutschen Weihnachtsmarkt war. So, wie sie auch wissen, dass über 100 deutsche Schläfer nur auf den Weckruf warten. Und dass vier hochgradige Gefährder frisch eingereist sind. Mir persönlich ist das eine etwas zu dubiose Mischung aus Alarm und “nichts Genaues weiß man nicht”.

Und warum jetzt die Innenminister über Vorratsdatenspeicherung reden, weiß ich auch nicht. Als könnten sie durch die Einsicht in Anruflisten Bomben entschärfen und Schläfer zum Durchschlafen bringen. Praktisch: Der Terrorist macht “Buh” und wir schaffen unsere Freiheit selbst ab. Dafür müssten uns im Himmel eigentlich auch noch 2-3 Jungfrauen zustehen. Ich sage nicht, dass es keine Gefahr gibt. Ich finde bloß, dass sie nicht größer geworden ist, seit die Al Qaidas eine neue Waffe entdeckt haben: Die Post.

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Heute hat mir Google geschrieben. Mit herzlichen Grüßen und bezüglich meines Widerspruchs gegen Street View:

„Wir werden zunächst versuchen, das Gebäude, auf das sich Ihr Widerspruch bezieht, verlässlich zu identifizieren und entsprechend zu bearbeiten. Sollte uns dies nicht gelingen, werden wir uns erneut mit Ihnen in Verbindung setzen. Bis dahin bedanken wir uns herzlich für Ihre Geduld.“

Ich versteh das so, dass die jetzt mal gucken, wie mein Haus so aussieht. Und dann schauen, ob sie passende Pixel zum Drübermachen auf Lager haben. Eventuell müssen sie dann erst neue Pixel bestellen oder anfertigen lassen.

Wenn die dann aber nicht passgenau sind, oder sich nicht vernünftig befestigen lassen, dann melden sie sich wieder und dann müssen wir zusammen noch mal neu überlegen. Ob es nicht einfacher wäre, wenn ich umziehen würde. Oder ob ich ihnen die Pixel eventuell kurzfristig festhalten könnte, oder ob es mir was ausmacht, wenn der Schornstein noch rausguckt.

Ich werde geduldig auf einer virtuellen Pixelbaustelle leben müssen, bis die das auf die Reihe kriegen. Wer noch welche übrig hat: bitte spenden an Google Germany in der ABC-Straße in Hamburg! Danke.

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Na, das wird ja ein echter Technologiesprung: Für den kommenden Personalausweis mit Chip braucht man vermutlich bald ein kostenpflichtiges Anti-Virus-Programm als Zubehör.

Jedenfalls hat der Chaos-Computer-Club ihn angeblich schon geknackt. Das ist der Nachteil der totalen Chippisierung: Je mehr Chip, desto mehr Sicherheitslücken. Plötzlich lassen sie dich beim Flughafen nicht mehr einchecken, weil deine Staatsangehörigkeit “Trojaner” ist.

Und wenn du nicht willst, dass irgendwelche kleinwüchsigen Hacker mal eben 30 Zentimeter von deiner Körpergröße abbuchen, dann musst du monatlich blechen für “Kaspersky Personal Security” oder “Norton Anti Identityvirus”.

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