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Archive for the ‘Bundeswehr’ Category

Jetzt haben wir also einen umgangssprachlichen Krieg. Einen, bei dem die Kanzlerin und der Verteidigungsminister Verständnis haben, wenn man ihn beim Namen nennt, beim umgangssprachlichen, also gewissermaßen beim Rufnamen. Und auch der SPD geht es wie Eltern, die ein Kind in die Welt setzen, es großziehen und dann feststellen, dass es kein Klausilein, sondern ein ausgewachsenes Arschloch ist.

In diesem Fall ein Nicht-Krieg mit umgekehrtem Vorzeichen. Eine humanitäre Maßnahme mit Toten. Ein böses Erwachen aus dem Nebel militärischer Bewusstlosigkeit. Das ist ein nicht erklärter Krieg, der nie erklärt werden durfte, weil ihn keiner verstehen sollte. Ab einer gewissen Zahl von Opfern ist er aber selbsterklärend. Und dann ist er genau wie so ein Arschlochkind: Egal wie du ihn nennst, er gehört zur Familie und wird dir ab jetzt jedes Weihnachtsfest versauen.

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Bild hat die Kanzlerin zur Trauerfeier geprügelt. War gestern noch ihre Teilnahme an der Zeremonie für die in Kundus am Karfreitag gefallenen Soldaten nicht vorgesehen, ist es ihr heute “ein persönliches Anliegen”. In der Politik nennt man das “Gespür für Stimmungen”, im Hundesport “Bei Fuß” oder vielleicht auch neudeutsch “Agility”.

Gut, dass eine Kanzlerin den Hinterbliebenen bei dieser Gelegenheit auch mal in die Augen schauen muss. Hoffentlich hat sie gebührend Albträume. Unschön, dass sie von diesem Schmodderblatt dorthin getrieben werden musste, in dem Ernst Elitz sich im Pathos-Stakkato an die Soldaten wendet: “Ich kenne eure Verzweiflung. Ich bewundere euren Mut. Ihr kämpft gegen den Terror. Vor euch verneigt sich das Land.”

Ach komm! Die kämpfen, weil man es ihnen befiehlt. Einen Krieg, der keinen Sinn macht, der nichts erreicht hat und der unter gefälschten Vorzeichen begonnen wurde. Und den dann unser Verteidigungsminister wie zum Hohn einen umgangssprachlichen Krieg nennt. Da ist es fast egal, wie gut ausgerüstet die sind, die man dort verheizt. Das war es, was Margot Käßmann meinte mit “In Afghanistan ist nichts gut”, bevor sie dann unter “An Alkohol am Steuer ist nichts gut” abgelegt wurde.

Ruhm, Ehre, Kampf, Vaterland. Die Militarisierung der Politik geht voran. Umgangssprachlich nennt man das Scheiße. Bald wird man Mütter auffordern, dem Kampf gegen den Terror Soldaten zu gebären und neue Kriegerdenkmäler in die Ortskerne stellen. Und wir werden stolz sein, weil wir endlich Schulter an Schulter mit den USA, Frankreich, Italien und vielen anderen für die gute Sache sterben und töten dürfen. Der Tod ist ein Exportweltmeister aus Deutschland.

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Schon direkt am Morgen nach dem Kundus-Bombardement lag im Kanzleramt eine E-Mail des Bundesnachrichtendienstes vor, in der er hieß: „Das Verheerende daran ist, dass dabei zahlreiche Zivilisten ums Leben gekommen sind“. So was wird ja wohl einer Kanzlerin nicht vorenthalten. Und trotzdem hat sie sich noch ein paar Tage lang angeschaut, wie Franz Josef Jung von nix gewusst hat. Hat sie da mal wieder ihr berüchtigtes Merkel-Schach gespielt – alle Bauern sind am Springen, und am Schluss bleibt immer die Dame übrig?

Jung hat genervt, Jung war überfordert, aber er war Roland Kochs Mann. Und da hat sie sich gedacht: „Was er nicht weiß, macht mich nicht heiß!“ Und mit quasi naturwissenschaftlichem Interesse geschaut, wie lange es wohl braucht, bis der Verteidigungsminister auch mal informiert wird. In der freien Wirtschaft hieße das Mobbing, in der Politik nennt man es Führung.

Dem Vizekanzler wird sie auch nichts erzählt haben, denn Wissen ist Macht und außerdem war Wahlkampf. „Alle unfähig außer Mutti“, das ist im Zweifelsfall eine gute Strategie. Aber dass eine Kanzlerin den Bundestag und das Volk über Tage hinweg für dumm verkauft, das ist schon mehr als eine Skandal-Randnotiz. Und sie wird es ja nicht im Ernst damit begründen wollen, sie habe sich erst mal loyal hinter Jung gestellt. Wenn sie das im Untersuchungsausschuss so sagt, dann lachen aber die Hühner. Und die sind zum Ausschuss leider nicht zugelassen.

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Der Typ, der der Steuerfahndung diese Schweizer Daten-CD verhökert hat, wollte dafür 2,5 Millionen Euro. Bekommen hat er angeblich 2,75 Millionen, damit er sie pauschal und ordentlich mit 10% versteuern kann. Und dann trotzdem auf seine Zweifünf kommt. Das nenn ich korrekt! Geschäfte mit Datendieben machen wir a) wenn es sich lohnt und b) wenn sie ordentlich Steuern zahlen.

Der vom Operettenreichsmarschall Guttenberg geschasste Generalinspekteur Schneiderhahn hat vorm Untersuchungsausschuss gesagt, er habe seinerzeit die Verteidigungsminister alt (Jung) und neu (Gutti) “in den Stand der Urteilsfähigkeit versetzt”. Dieser Satz ist von einer auserlesen vernichtenden sprachlichen Akkuratesse und bedeutet: Der hat den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen. Oder das Recht vor lauter Bomben, was weiß ich.

Da hat der schwarze Baron sich frisch im Job etwas zu flott durchgeyuppiet. Wenn es hart auf hart kommt, wird er sagen: “Ich kann nicht mehr zurücktreten, denn ich steh ja schon mit dem Rücken an der Wand.”

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Laut geheimen Papieren plant der Verteidigungsminister mittelfristig eine Verkürzung des Wehrdienstes auf 24 Stunden. Er verspricht sich davon eine “attraktivere Dienstzeit ohne jedwede Bummelei”. Die internen Strategie-Konzepte orientieren sich dabei in groben Zügen am Modell des McDonalds-Kindergeburtstags. Nach einer fünfminütigen Begrüßung mit Anbrüllen und Fackelzug soll dann die halbstündige “Einweisung GNRFL” erfolgen, letzteres Kürzel steht für “Gewehr nicht runter fallen lassen”.

Nach 2 Stunden Schlammcatchen folgt ein Block mehrstündiger Demütigungsrituale mit Alkohol, Fäkalien und abwegigen sexuellen Dienstleistungen. Dann werden Rekruten für die Friedensmission in Afghanistan ausgelost, die anschließend noch einen guten halben Tag Zeit haben, in Kundus in einen Hinterhalt zu geraten.

In den letzten Minuten der Dienstzeit bügeln die Soldaten ihre Uniform auf, legen sie korrekt zusammen und fegen den Spind aus. Die Dauer des Zivildienstes verkürzt sich aus Gründen der Wehrgerechtigkeit auf 36 Stunden, in denen die Dienstleisten Inkontinenzwindeln mit dem Fön trocknen.

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Oberst Klein hat das Kundus-Bombaredment aus einem Befehlsstand der Sondereinheit KSK (Kommando krumme Sachen) befohlen. Laut seiner jüngsten Aussage waren dort lauter Leute, die er nicht kannte. Und den Funkverkehr mit den US-Piloten konnte er auch nicht mithören. Wenn er jetzt noch sagt, dass man ihm die Augen verbunden hat, würde sich keiner wundern. Anscheinend führt da das KSK Krieg und braucht ab und zu bloß mal einen offiziellen Depp mit Dienstgrad, der die Verantwortung übernimmt.

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Röttgen: Wir können doch Atomkraft nicht gegen das Volk durchsetzen!
Westerwelle: Wir können doch das Volk nicht gegen die Wirtschaft durchsetzen!

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Boris Becker hat einen neuen Sohn: Amadeus Benedikt Edley Louis. Tennis macht wirklich doof. Warum nicht gleich: Jesus Ludwig van Dante Guido?

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Rohe Schweinereien und Alkohol bis zum Erbrechen:  Bundesminister in Berlin müssen sich offenbar entwürdigenden Ritualen unterziehen. Jetzt weitet sich der Skandal aus. Über die Schikanen in der Bundesregierung dringen weitere Details in die Öffentlichkeit. Ein FDP-Minister hatte sich beim Kabinettsbeauftragten des Bundestags beschwert.

Schon seit Jahren gebe es mit Wissen der Vorsitzenden eine interne Hierarchie, den “Hochzugkult”. In diesem sei man zunächst 100 Tage “Fux” und müsse für die “Cheflage” spülen und putzen. Aufsteigen könne man nur, wenn man gewisse erniedrigende und herabwürdigende Aufnahmerituale bestehe. Zum Beispiel müsse man bis zum Erbrechen rohe und beleidigte Leberwürste schlucken.

Nach bisherigen Ermittlungen ereigneten sich die Vorfälle nicht während der Dienstzeit und außerhalb der Bannmeile. Die Staatsanwaltschaft prüft die Vorwürfe nun. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der selbst im Kabinett dient, verlangte im ZDF: “Aufklären, abstellen und Konsequenzen ziehen”.

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