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Archive for the ‘Bundeswehr’ Category

Der Typ, der der Steuerfahndung diese Schweizer Daten-CD verhökert hat, wollte dafür 2,5 Millionen Euro. Bekommen hat er angeblich 2,75 Millionen, damit er sie pauschal und ordentlich mit 10% versteuern kann. Und dann trotzdem auf seine Zweifünf kommt. Das nenn ich korrekt! Geschäfte mit Datendieben machen wir a) wenn es sich lohnt und b) wenn sie ordentlich Steuern zahlen.

Der vom Operettenreichsmarschall Guttenberg geschasste Generalinspekteur Schneiderhahn hat vorm Untersuchungsausschuss gesagt, er habe seinerzeit die Verteidigungsminister alt (Jung) und neu (Gutti) “in den Stand der Urteilsfähigkeit versetzt”. Dieser Satz ist von einer auserlesen vernichtenden sprachlichen Akkuratesse und bedeutet: Der hat den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen. Oder das Recht vor lauter Bomben, was weiß ich.

Da hat der schwarze Baron sich frisch im Job etwas zu flott durchgeyuppiet. Wenn es hart auf hart kommt, wird er sagen: “Ich kann nicht mehr zurücktreten, denn ich steh ja schon mit dem Rücken an der Wand.”

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Laut geheimen Papieren plant der Verteidigungsminister mittelfristig eine Verkürzung des Wehrdienstes auf 24 Stunden. Er verspricht sich davon eine “attraktivere Dienstzeit ohne jedwede Bummelei”. Die internen Strategie-Konzepte orientieren sich dabei in groben Zügen am Modell des McDonalds-Kindergeburtstags. Nach einer fünfminütigen Begrüßung mit Anbrüllen und Fackelzug soll dann die halbstündige “Einweisung GNRFL” erfolgen, letzteres Kürzel steht für “Gewehr nicht runter fallen lassen”.

Nach 2 Stunden Schlammcatchen folgt ein Block mehrstündiger Demütigungsrituale mit Alkohol, Fäkalien und abwegigen sexuellen Dienstleistungen. Dann werden Rekruten für die Friedensmission in Afghanistan ausgelost, die anschließend noch einen guten halben Tag Zeit haben, in Kundus in einen Hinterhalt zu geraten.

In den letzten Minuten der Dienstzeit bügeln die Soldaten ihre Uniform auf, legen sie korrekt zusammen und fegen den Spind aus. Die Dauer des Zivildienstes verkürzt sich aus Gründen der Wehrgerechtigkeit auf 36 Stunden, in denen die Dienstleisten Inkontinenzwindeln mit dem Fön trocknen.

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Oberst Klein hat das Kundus-Bombaredment aus einem Befehlsstand der Sondereinheit KSK (Kommando krumme Sachen) befohlen. Laut seiner jüngsten Aussage waren dort lauter Leute, die er nicht kannte. Und den Funkverkehr mit den US-Piloten konnte er auch nicht mithören. Wenn er jetzt noch sagt, dass man ihm die Augen verbunden hat, würde sich keiner wundern. Anscheinend führt da das KSK Krieg und braucht ab und zu bloß mal einen offiziellen Depp mit Dienstgrad, der die Verantwortung übernimmt.

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Röttgen: Wir können doch Atomkraft nicht gegen das Volk durchsetzen!
Westerwelle: Wir können doch das Volk nicht gegen die Wirtschaft durchsetzen!

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Boris Becker hat einen neuen Sohn: Amadeus Benedikt Edley Louis. Tennis macht wirklich doof. Warum nicht gleich: Jesus Ludwig van Dante Guido?

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Rohe Schweinereien und Alkohol bis zum Erbrechen:  Bundesminister in Berlin müssen sich offenbar entwürdigenden Ritualen unterziehen. Jetzt weitet sich der Skandal aus. Über die Schikanen in der Bundesregierung dringen weitere Details in die Öffentlichkeit. Ein FDP-Minister hatte sich beim Kabinettsbeauftragten des Bundestags beschwert.

Schon seit Jahren gebe es mit Wissen der Vorsitzenden eine interne Hierarchie, den “Hochzugkult”. In diesem sei man zunächst 100 Tage “Fux” und müsse für die “Cheflage” spülen und putzen. Aufsteigen könne man nur, wenn man gewisse erniedrigende und herabwürdigende Aufnahmerituale bestehe. Zum Beispiel müsse man bis zum Erbrechen rohe und beleidigte Leberwürste schlucken.

Nach bisherigen Ermittlungen ereigneten sich die Vorfälle nicht während der Dienstzeit und außerhalb der Bannmeile. Die Staatsanwaltschaft prüft die Vorwürfe nun. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der selbst im Kabinett dient, verlangte im ZDF: “Aufklären, abstellen und Konsequenzen ziehen”.

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Die Bischöfin ist der Buhmann. Weil sie gesagt hat, in Afghanistan sei gar nix gut. Was dort geschehe, sei durch nichts zu rechtfertigen, Waffen schafften offensichtlich keinen Frieden. Jetzt gilt Margot Käßmann als naive Pazifistin, die unseren Soldaten in den Rücken fällt und quasi vom leibhaftigen Lafontaine besessen ist.

Sie rechtfertigt sich: “Ich habe gepredigt. In der Bibel steht ´Friede auf Erden´, da kann ich nicht auf der Kanzel stehen und sagen: ´Alles ist gut, lasst uns die Truppen verstärken´”. So macht Kirche Sinn. Wenn wenigsten sie sich gegen den allgemeinen Gewaltpragmatismus stellt. Irgendwer muss doch Utopien haben, wenn sie in der Politik mittlerweile peinlich und verpönt sind wie Hämorrhoiden.

Gewährt der Utopie Kirchenasyl! Und lasst die Bischöfin in Ruhe. Geistliche, die Waffen segnen, fand ich schon immer makaber. Wie Ökos, die sagen “Lass uns das AKW begrünen!”. Ernährungsberater, die an Kinder Chips verschenken. Eine Bankenaufsicht, die sagt: “Geld spielt keine Rolle!”. Oder eine Frau Käßmann, der Krieg Wurst ist.

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Drei Fragen beschäftigen mich, bei denen ich das deutliche Gefühl habe, so schnell keine Lösung zu finden. Erstens: Wenn Berlusconi mit einer Miniatur des Mailänder Doms krankenhausreif geworfen worden ist, muss dann zuerst der Premier neu geliftet, oder der Dom neu geweiht werden?

Zweitens: Wenn Schäuble die diesjährige Neuverschuldung von knapp 40 Milliarden nächstes Jahr gut verdoppelt, heißt das dann, dass wir für die kommenden 12 Monate das Zweifache bezahlen, oder dass wir ein Jahr verloren haben? Drittens: Wenn Ex-General Schneiderhahn sagt, dass Guttenberg lügt und Guttenberg sagt, dass Schneiderhahn lügt, könnten die sich dann nicht einfach öffentlich ehrenvoll duellieren?

Vielleicht mit einer Miniatur des Brandenburger Tors als Waffe. Und dann verlangen wir dafür Eintritt und sanieren damit den Haushalt.

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Jetzt muss sie sich auch noch von Herrn Naidoo beschimpfen lassen. Keine gute Woche für die Kanzlerin, deshalb guckt sie auf Fotos zurzeit auch immer so böse. Und weil kein Wahlkampf mehr ist, photoshoppt das auch keiner mehr zurecht.

Naidoo hat gesagt, ihr Verhalten in der Klimadebatte sei “mehr als enttäuschend”, weil sie weniger Entschlossenheit an den Tag lege als bei der Bankenrettung. Naidoo ist seit November der neue Greenpeace-Chef. Singt der jetzt “Sie sieht mich einfach nicht” oder “Dieser Klimagipfel wird kein leichter sein”? Nein, denn es ist Kumi Naidoo, nicht das Jodelxaverl.

Und in der Kundus-Sache wird immer klarer, dass der Oberst Klein wirklich absichtlich Leute “vernichten” wollte, nämlich Taliban. Das entspricht einerseits nicht dem aktuellen Auftrag oder Mandat unserer Truppen. Andererseits entspricht es einer vom Verteidigungsministerium und der Regierung abgesegneten “härteren Linie”. Wer war zu dem Zeitpunkt Regierungschef? Genau, die Flunschfrau.

Ich bin mal gespant, wer als Erster den Mumm hat, provokativ den Fehdehandschuh in den Ring zu werfen und ihren Rücktritt zu fordern. Dass eine Regierung an Volk und Parlament vorbei beschließt, in einem Nicht-Krieg mal eben Bomben auf Leute zu werfen, das hat doch eigentlich das Zeug zu einem großen Skandal.

Vornerum die Truppen als brunnenbauende Friedenstauben in Richtung Deutschland winken lassen und hintenrum Vernichtungskrieg spielen. So bleibt man nicht die Kanzlerin der Herzen. So kriegt man heue höchstens einen Friedensnobelpreis.

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Weil die Leute so allmählich den Spaß an der Schweinegrippenhysterie verlieren, liest man zur Zeit überall, dass die Gefahr keineswegs gebannt ist. “Schweinegrippe: Zweite Welle droht”, lautet eine Überschrift in der Süddeutschen. Im Artikel wird dann eine Gesundheits-Staatssekretärin zitiert, die feststellt: “Wir schließen nicht aus, dass es eine zweite Welle gibt”.

Na das klingt aber gefährlich. Ich würde auch nicht ausschließen, dass Deutschland der nächste Fußballweltmeister wird, oder Johannes Heesters (Glückwunsch nachträglich!) 130. Man kann nicht mal ausschließen, dass der Mond aus Käse ist, solange man da nicht wirklich tief gebohrt hat.

In der Berichterstattung über die Folgen des Kundus-Bombardements heißt es derzeit immer, dass der verantwortliche Oberst Klein unter der Diskussion leide. Der Vorsitzende des Bundeswehrverbands sagt: “Es wird nicht verstanden, wie es Oberst Klein gehen muss. Das kann sich doch jeder ausmalen, dass er grade einen besonderen Leidensweg durchläuft – insbesondere was die Familie angeht”.

Stopp, Herr Vorsitzender. Er hat über hundert Opfer auf dem Gewissen. Die haben auch Familien. Der Angriff war seine Entscheidung, er ist Soldat, Soldaten sind Totmacher. Das ist seine Verantwortung, die nimmt ihm keiner ab. Auch nicht in der Vorweihnachtszeit. Er hätte ja auch Schalterbeamter werden können. Oder Zivi. “Leidensweg” klingt da eindeutig eine Spur zu sehr nach Passionsfestspielen. Was man sagen kann ist: Augen auf bei der Berufswahl.

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Also: Der Jung konnte von den zivilen Opfern nix wissen, weil das stand ja in einem geheimen Bericht der Feldjäger, den er nach Brüssel weitergeleitet hat, ohne ihn zu lesen. Ist ja auch lästig, dieser Papierkram. Und dann geht es ja auch nur um den Afghanistaneinsatz, Bomben und zivile Opfer, da kann man echt nicht groß ins Detail gehen.

Vor allem, wenn es nur noch 3 Wochen bis zur Bundestagswahl sind und der Minister davon ausgeht, dann eh erlöst zu werden. Dass er aus Proporzgründen als Arbeitsminister weiterkaspern muss, konnte er ja nicht wissen, das haben Merkel und Koch unter sich ausgeschnickschnackschnuckt. Ohne ihm etwas zu sagen. Vielleicht hätte er es in irgendeinem Geheimpapier nachlesen können. Papierkram.

Die Feldjäger haben in ihren Bericht vor einer Weitergabe gewarnt. Weil er „ohne begleitende fachliche Kommentierung“ negative Folgen haben könne. Wahrscheinlich war die Weitergabe an Jung gemeint. Und sie haben ihm sicherheitshalber einen „Bitte nicht lesen“-Vermerk draufgeklebt. Mit einem Top-Gun Guttenberg kann man das nicht machen, da wird der sauer. Er hat ja zeitig sein Young-Leader-Diplom gemacht, damit er was Eigenes hat. Führen kanner. Wohin ist ein anderes Thema.

Was mich an der Affäre aber am meisten irritiert: Das Ganze ist ein Coup der Bildzeitung. Die hat den geheimen Bericht, die wird überall zitiert, die fragt, wie lange Merkel den Jung noch halten will. Wenn Bild gegen ihn ist, müsste ich dann nicht hinter dem Minister stehen? Oder: Von wem lässt sich Bild einspannen und für wen ist Jung nur der leichtentzündliche Strohmann?

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In einer Stunde will Franz-Josef Jung vor den Bundestag treten und sich erklären. Damit wir ihn verstehen. Damit wir wissen, ob uns Informationen vorenthalten worden sind, oder ihm. Damals, als im Frühherbst alle Welt schon früher wusste, dass wir Deutschen nicht nur einen Tanklastzug in die Luft gesprengt haben, sondern auch Zivilisten. Bei denen Jung bis heute nicht weiß, ob er davon eigentlich was weiß.

Kann Jung überhaupt in solchen Situationen eine gute Figur machen, oder hat er nicht eh eine chronische Minderbegabung in Sachen Souveränität? Genau deshalb glaube ich nicht, dass er uns damals belogen hat, dabei wär er rot geworden. Und darum haben ihm die Militärs die entsprechenden Berichte und Bilder nicht vorgelegt, weil sie das Gestammel nicht in der Tagesschau sehen wollten.

Das war der Minister, der statt des Wörtchens “Krieg” einen weißen Fleck im Wortschatz hatte und der von seinen Mitarbeitern so gepampert wurde, als könne er nachts nur mit Leuchtmond in der Steckdose schlafen. Also ein unwürdiger Verteidigungsminister. Den man auch nicht so einfach umkneten kann in einen würdigen Arbeitsminister. Also wäre Zurücktreten ein erster Schritt nach vorn. Aber soll er sich doch erst mal erklären. Damit er sich versteht.

Ansonsten gilt weiterhin:  Jung sieht immer älter aus

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