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Archive for the ‘Banken’ Category

Mancher, der im letzten September noch sein Kreuz bei der FDP gemacht hat, wird sich mittlerweile denken: Da haben wir uns ja ganz schön die Pest an den Hals gewählt!

Jetzt saß die Koalition zwei Tage im Kanzleramt, herausgekommen ist ein Sparpaket nach dem Motto “Westermerkel spart die Armen ein”. Der Vizedekadenzler nennt es “ausgewogen, fair und gerecht”, was genau meinem Kommentar zu seinen unteririschen Beliebtheitswerten entspricht.

Keine Vermögenssteuer, verlängerte AKW-Laufzeiten und eine Pipibankenabgabe von 2 Milliarden, nachdem man Hunderte von Milliarden bei den Banken zum Fenster rein geworfen hat. Direkt gekürzt wird bei Eltern und Arbeitslosen. Merkel wird froh sein, dass sie nicht so nah am Wald wohnt, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis da ein Robin Hood wohnt und wirkt.

Wer arbeitslos ist, der kriegt künftig nix mehr auf die Rente angerechnet, so generiert man Altersarmut. Was natürlich toll ist, weil mit der Angst davor die Finanzdienstleister wieder jede Menge private Altersvorsorge verkaufen können. Der Gipfel ist aber das Kanzlerinnenargument, dass es ja durch dies alles künftig weniger Arbeitslose geben werde. Da kann sich bloß heute keiner was von kaufen. Das ist, wie wenn ich bei strömendem Regen den Schirm zu Hause lasse, damit es aufhört zu regnen.

Hauptsache, die Steuern bleiben, wie sie sind. Es ist eben doch wieder nur Steuerzahlerpolitik. Wer keine zahlen kann, ist politisch vogelfrei. Und kann sich im Wald Robin Hood anschließen. Der vielleicht in diesem Jahr eine Frau ist, die wir früher unter dem Namen Margot Käßmann kannten. Unter Umständen reitet sie künftig lieber, als dass sie Auto fährt. Zum Widerstand ruft sie jedenfalls jetzt schon auf. Und wer weiß, plötzlich reicht der Wald bis ans Kanzleramt…

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Letzte Woche hat die Kanzlerin noch überall verkündet, eine Finanztransaktionssteuer ließe sich in Europa nicht durchsetzen. Heute ist klar: Die EU will diese Steuer und auch die Regierungskoalition ist jetzt dafür. Da fragt man sich schon: Hat Maggie Merkel, die eisernste Lady seit Bismarck, überhaupt einen Durchblick in Sachen Europa? Oder haben die Sarkozys und Berlusconis sie bloß jahrelang mit Handkuss verarscht?

Ist der finanzpolitische Horizont der Kanzlerin etwa der ihrer sprichwörtlichen schwäbischen Hausfrau, die man hat mitreden lassen, weil sie einen guten Kartoffelsalat kann und sonst nix? Im Moment glaubt ihr nicht mal mehr die Bildzeitung die europäische Leadership-Nummer.

In der Süddeutschen Zeitung vom Wochenende hat sie folgendes gesagt: “Als wir im Herbst 2008 das Bankenrettungspaket geschnürt hatten und wir es zum ersten Mal in einem solchen Zusammenhang mit dreistelligen Milliardensummen für Garantien zu tun hatten, da habe ich nach den getroffenen Entscheidungen in meinem Büro einen Teller Linsensuppe gegessen. Um in einer solchen Ausnahmesituation etwas ganz Alltägliches zu tun. So etwas ist mir immer wichtig”.

Linsensuppe. Da wird sie noch einige auslöffeln müssen. Man fragt sich: Ist das noch putzig und bodenständig, oder schon eine klassische Übersprungshandlung? Vielleicht sogar eine Art Kanzleramts-Hospitalismus.

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Spekulanten sind die Buhmänner der aktuellen Finanzkrise. Also neben den Politikern, der Europäischen Zentralbank, den Griechen und dem Sirtaki.

Kein Wunder, dass sie sich jetzt auch etwas positive PR generieren, zum Beispiel ein Interview auf www.tagesschau.de, in dem es heißt, das die Finanzmarkt-Zocker eigentlich nur Schwachstellen aufdecken und damit einen wichtigen Beitrag zur Schnürung ernsthafter Rettungspakete leisten. Bald gibt es wahrscheinlich einen Autoaufkleber wie “Ich bremse auch für Spekulanten!”

Herr Dornseifer vom “Bundesverband Alternative Investments” jedenfalls behauptet, nachdem in mehreren europäischen Haushalten Feuer ausgebrochen seinen, hätten Spekulanten wie Feuermelder auf die Gefahr hingewiesen. Man sollte hinzufügen: Ja, wie Feuermelder, die im Brandfalle als Erstes ihre Kollegen anrufen und sagen: “Ich wette, die Hütte brennt ab!”

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Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche greifen, dachten wir immer. Aber Schulden aufdrücken kann man ihm anscheinend jederzeit. Griechenland ist doch nur der Anfang. Jetzt werden die Kosten der geplatzten Finanzblase, also eigentlich die Verdienstausfälle der Banken, nach unten durchgereicht, an die Bürger.

“Wir zahlen nicht für eure Krise” – das war ein Slogan am Anfang der Finanzkrise. Das war so sinnvoll, wie wenn du bein Raubüberfall blutend und ohne Geldbörse am Boden liegst und den Räubern hinterherrufst: “Versucht´s doch mal mit ehrlicher Arbeit!”

Geld regiert die Welt? Das ist eine Milchmädchenrechnung, in Wirklichkeit regieren Schulden die Welt. Goldfinger hat die Weltherrschaft, wenn alle bei ihm anschreiben lassen.

Eigentlich ist das ein Krieg. Da marschiert das Kapital in unseren Alltag ein und erklärt uns zur Besatzungszone. Erst Griechenland und dann die ganze Welt. Und warum kann man diese Finanzhaie nicht einfach anzünden? Weil sie auf der Bombe sitzen. Das sind Heuschrecken mit Sprengstoffgürteln. Wenn du da den Kammerjäger holst, fliegen wir alle in die Luft.

Und das, wo erst dieser Tage die New Yorker Börse gesponnen hat, weil über Nacht die Computer panisch gehandelt haben. In diesem Sinne hängt die Welt hängt also voll am Bankautomat. Ist das der Trick, mit dem die Computer uns übernehmen wollen – mit zwei drei Ackermanns und Warren Buffets als Handlanger? Die dann am Schluss von irgendeinem Kontoauszugsdrucker aufgefressen werden und gut ist.

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Griechenland ist ein Opfer der Finanzkrise, der deutschen Strebermentalität und der eigenen Schlamperei. Erst haben wir ihnen mit unseren Dumpinglöhnen das Geschäft verdorben, dann blieben die Touristen aus und die Frachtcontainer leer und jetzt kommt das Land von selbst nicht mehr auf die Füße.

Also wird Griechenland zum Großversuch, ob man eine Volkswirtschaft dadurch wieder ins Laufen bekommt, dass man die Bürger ausquetscht, bis die Kerne quietschen. Jeder einfache Grieche wird künftig 20%-30% weniger in der Tasche haben. Und wenn der griechische Konsument so richtig auf dem Zahnfleisch geht, dann brummt die Wirtschaft. Das ist, wie wenn man Blutleere durch Aderlass behandelt.

Da werden noch einige Banken in Flammen aufgehen. Und am Ende verkündet Angela Merkel stolz: Griechenland ist tot und der Euro gerettet! Jetzt will sie ja sogar, dass künftig EU-Länder, die die Stabilitätskriterien nicht erfüllen, das Mitspracherecht verlieren. Das ist, wie wenn ich Hartz-IV-Empfänger nicht mehr an den Wahlen teilnehmen lasse.

So wird Demokratie endgültig zum Luxusgut. Und Europa zu einem Finanzprodukt, bei dem nur noch die Bürger stören, denen die EZB dann wegen Eigenbedarf kündigt. Ich fordere dringend eine Regulierung der internationalen Finanzmerkel!

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Manche macht die Krise erst richtig geil. Hohe Mitarbeiter der US-Bankenaufsicht haben mitten in der Finanzkrise lieber während der Arbeit Pornos geschaut, als Banken beaufsichtigt. Einer hat sogar bis zu 8 Stunden pro Tag an seinem Bürocomputer verfolgt, was das Auf und Ab und die diversen Bewegungen der Kopulationsmärkte so machen.

Sind wir doch mal ehrlich: “Fanny Mae” und “Freddy Mac” klangen schon immer eher wie Pornodarsteller, als wie Banken. Und ist es dem Finanzaufseher zu verdenken, dass er grade in Zeiten der Krise gerne mal sieht, wie nicht nur wo was reingesteckt wird, sondern dabei auch noch richtig was rauskommt?

Großer Schaden wird nicht entstanden sein. Wer telefonisch bei einem dieser Bankenspanner Auskunft über den Zustand der Finanzmärkte eingeholt hat, dem wird das entsprechende Stöhnen am anderen Ende der Leitung eine deutliche Warnung gewesen sein. Wer immer nur Banken beobachtet, der ist halt irgendwann so viel Obszönität gewöhnt, dass er den Unterschied zwischen Subprime und Hardcore einfach nicht mehr sieht.

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Mit Wählern kommunizieren Politiker ja oft wie mit Kleinkindern. Die Erfahrung gibt ihnen Recht. Steuererhöhungen werden putzig versteckt und hervorgezaubert wie im frühkindlichen “Guckuck – daaaa!”-Spiel. Schreit der Bürger unzufrieden, wird er mit dem Fernseher beruhigt. Ansonsten verspricht man ihm ein schönes Autospielzeug, wenn er den Brei schluckt, den man ihm vorsetzt.

Manchmal haben Kleinkinder und Wähler Angst vor Monstern. Das können Heuschrecken sein oder Grippeerreger oder Banken. Kinderpsychologen sagen, dass es dann wichtig ist, den Monstern ihre Unheimlichkeit zu nehmen, indem man sie sympathischer schildert, oder drauf hinweist, dass auch die Ungeheuer ihrerseits Angst haben. So wie: “Schau, die Hypo Real Estate braucht einen Rettungsschirm, weil die böse Finanzkrise ihr alles weggefressen hat” oder “Die Schweinegrippe ist bestimmt ganz einsam, weil keiner sie mehr kennen will. Lass uns Impfstoff kaufen, damit wir mit ihr spielen können!”.

Und erst das Griechenmonster und das Lohnnebenkostenmonster und das Benzinpreismonster! Dabei zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden, könnte auch wichtig und beruhigend sein. Das funktioniert aber erst bei Kindern ab etwa sieben Jahren, für Wähler ist das nix.

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