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Archiv für die Kategorie ‘Banken’

Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche greifen, dachten wir immer. Aber Schulden aufdrücken kann man ihm anscheinend jederzeit. Griechenland ist doch nur der Anfang. Jetzt werden die Kosten der geplatzten Finanzblase, also eigentlich die Verdienstausfälle der Banken, nach unten durchgereicht, an die Bürger.

“Wir zahlen nicht für eure Krise” - das war ein Slogan am Anfang der Finanzkrise. Das war so sinnvoll, wie wenn du bein Raubüberfall blutend und ohne Geldbörse am Boden liegst und den Räubern hinterherrufst: “Versucht´s doch mal mit ehrlicher Arbeit!”

Geld regiert die Welt? Das ist eine Milchmädchenrechnung, in Wirklichkeit regieren Schulden die Welt. Goldfinger hat die Weltherrschaft, wenn alle bei ihm anschreiben lassen.

Eigentlich ist das ein Krieg. Da marschiert das Kapital in unseren Alltag ein und erklärt uns zur Besatzungszone. Erst Griechenland und dann die ganze Welt. Und warum kann man diese Finanzhaie nicht einfach anzünden? Weil sie auf der Bombe sitzen. Das sind Heuschrecken mit Sprengstoffgürteln. Wenn du da den Kammerjäger holst, fliegen wir alle in die Luft.

Und das, wo erst dieser Tage die New Yorker Börse gesponnen hat, weil über Nacht die Computer panisch gehandelt haben. In diesem Sinne hängt die Welt hängt also voll am Bankautomat. Ist das der Trick, mit dem die Computer uns übernehmen wollen – mit zwei drei Ackermanns und Warren Buffets als Handlanger? Die dann am Schluss von irgendeinem Kontoauszugsdrucker aufgefressen werden und gut ist.

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Griechenland ist ein Opfer der Finanzkrise, der deutschen Strebermentalität und der eigenen Schlamperei. Erst haben wir ihnen mit unseren Dumpinglöhnen das Geschäft verdorben, dann blieben die Touristen aus und die Frachtcontainer leer und jetzt kommt das Land von selbst nicht mehr auf die Füße.

Also wird Griechenland zum Großversuch, ob man eine Volkswirtschaft dadurch wieder ins Laufen bekommt, dass man die Bürger ausquetscht, bis die Kerne quietschen. Jeder einfache Grieche wird künftig 20%-30% weniger in der Tasche haben. Und wenn der griechische Konsument so richtig auf dem Zahnfleisch geht, dann brummt die Wirtschaft. Das ist, wie wenn man Blutleere durch Aderlass behandelt.

Da werden noch einige Banken in Flammen aufgehen. Und am Ende verkündet Angela Merkel stolz: Griechenland ist tot und der Euro gerettet! Jetzt will sie ja sogar, dass künftig EU-Länder, die die Stabilitätskriterien nicht erfüllen, das Mitspracherecht verlieren. Das ist, wie wenn ich Hartz-IV-Empfänger nicht mehr an den Wahlen teilnehmen lasse.

So wird Demokratie endgültig zum Luxusgut. Und Europa zu einem Finanzprodukt, bei dem nur noch die Bürger stören, denen die EZB dann wegen Eigenbedarf kündigt. Ich fordere dringend eine Regulierung der internationalen Finanzmerkel!

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Alles im Griff?

Manche macht die Krise erst richtig geil. Hohe Mitarbeiter der US-Bankenaufsicht haben mitten in der Finanzkrise lieber während der Arbeit Pornos geschaut, als Banken beaufsichtigt. Einer hat sogar bis zu 8 Stunden pro Tag an seinem Bürocomputer verfolgt, was das Auf und Ab und die diversen Bewegungen der Kopulationsmärkte so machen.

Sind wir doch mal ehrlich: “Fanny Mae” und “Freddy Mac” klangen schon immer eher wie Pornodarsteller, als wie Banken. Und ist es dem Finanzaufseher zu verdenken, dass er grade in Zeiten der Krise gerne mal sieht, wie nicht nur wo was reingesteckt wird, sondern dabei auch noch richtig was rauskommt?

Großer Schaden wird nicht entstanden sein. Wer telefonisch bei einem dieser Bankenspanner Auskunft über den Zustand der Finanzmärkte eingeholt hat, dem wird das entsprechende Stöhnen am anderen Ende der Leitung eine deutliche Warnung gewesen sein. Wer immer nur Banken beobachtet, der ist halt irgendwann so viel Obszönität gewöhnt, dass er den Unterschied zwischen Subprime und Hardcore einfach nicht mehr sieht.

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Monster AG

Mit Wählern kommunizieren Politiker ja oft wie mit Kleinkindern. Die Erfahrung gibt ihnen Recht. Steuererhöhungen werden putzig versteckt und hervorgezaubert wie im frühkindlichen “Guckuck – daaaa!”-Spiel. Schreit der Bürger unzufrieden, wird er mit dem Fernseher beruhigt. Ansonsten verspricht man ihm ein schönes Autospielzeug, wenn er den Brei schluckt, den man ihm vorsetzt.

Manchmal haben Kleinkinder und Wähler Angst vor Monstern. Das können Heuschrecken sein oder Grippeerreger oder Banken. Kinderpsychologen sagen, dass es dann wichtig ist, den Monstern ihre Unheimlichkeit zu nehmen, indem man sie sympathischer schildert, oder drauf hinweist, dass auch die Ungeheuer ihrerseits Angst haben. So wie: “Schau, die Hypo Real Estate braucht einen Rettungsschirm, weil die böse Finanzkrise ihr alles weggefressen hat” oder “Die Schweinegrippe ist bestimmt ganz einsam, weil keiner sie mehr kennen will. Lass uns Impfstoff kaufen, damit wir mit ihr spielen können!”.

Und erst das Griechenmonster und das Lohnnebenkostenmonster und das Benzinpreismonster! Dabei zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden, könnte auch wichtig und beruhigend sein. Das funktioniert aber erst bei Kindern ab etwa sieben Jahren, für Wähler ist das nix.

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Wenn es im Inneren kriselt, braucht man einen äußeren Feind. Am besten Griechen. Eben noch “Muddi im Nebel”, schwingt sich die Kanzlerin jetzt auf zur Europa-Gouvernante und sagt ganz im Duktus ihrer sprichwörtlichen schwäbischen Hausfrau “Mir gäbet nix!”

Der Internationale Währungsfonds soll´s richten, auch wenn das dann so aussieht, als könnte Europa seine Probleme nicht selbst lösen. Und so sieht es derzeit aus. Prompt knicken die Börsenkurse ein, vielleicht werden Wirtschaftshistoriker dereinst von Merkel-Knick sprechen.

Und warum macht sie einen auf dicke Eier, weil Ostern vor der Tür steht oder die Wahl in NRW? Na, da ist ihr wohl im Zweifelsfall die Wahl wichtiger, denn dass sie durch den Osterhasen die Mehrheit im Bundestag verlieren könnte, davon hab ich noch nichts gehört.

Am deutschen Exportwesen soll die Welt genesen, das ist ihre Botschaft, wenn alle nur so fleißig exportieren würden wie wir, dann wär der Euro sicher. Naja, erstens kann man seinen Exportkram nur an Importierer verkaufen und zweitens hat auch der Exportweltmeister einen Arsch voll Schulden.

Das Einzige, was zurzeit sicher ist: Der Stammtisch boykottiert den Griechen, solange der Ouzo aufs europäische Haus geht. Und die Bildzeitung jazzt die Merkel hoch zum neuen Kaiser Wilhelm. Das ist kein Nebel mehr, das ist äußerst durchschaubar.

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Der Typ, der der Steuerfahndung diese Schweizer Daten-CD verhökert hat, wollte dafür 2,5 Millionen Euro. Bekommen hat er angeblich 2,75 Millionen, damit er sie pauschal und ordentlich mit 10% versteuern kann. Und dann trotzdem auf seine Zweifünf kommt. Das nenn ich korrekt! Geschäfte mit Datendieben machen wir a) wenn es sich lohnt und b) wenn sie ordentlich Steuern zahlen.

Der vom Operettenreichsmarschall Guttenberg geschasste Generalinspekteur Schneiderhahn hat vorm Untersuchungsausschuss gesagt, er habe seinerzeit die Verteidigungsminister alt (Jung) und neu (Gutti) “in den Stand der Urteilsfähigkeit versetzt”. Dieser Satz ist von einer auserlesen vernichtenden sprachlichen Akkuratesse und bedeutet: Der hat den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen. Oder das Recht vor lauter Bomben, was weiß ich.

Da hat der schwarze Baron sich frisch im Job etwas zu flott durchgeyuppiet. Wenn es hart auf hart kommt, wird er sagen: “Ich kann nicht mehr zurücktreten, denn ich steh ja schon mit dem Rücken an der Wand.”

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Sie sind wieder hier

Geahnt haben wir es immer, jetzt ist es offiziell: Es sind tatsächlich überhaupt gar keine Lehren aus der Finanz- und Wirtschaftskrise gezogen worden. Carsten Renker, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Orthopterologie, sagt, dass Heuschrecken sich in Deutschland immer wohler fühlen.

“Sogar Arten, die schon vom Aussterben bedroht waren, haben sich teilweise wieder massiv ausgebreitet”, fasst er die Situation zusammen. Immerhin gibt es vereinzelt Entwarnung, denn “nicht alle Arten haben das Zeug zur Plage”. Außerdem sei das schlechte Image der Heuschrecken ungerecht, denn viele fräßen schädliche Investments Insekten weg und gälten somit als nützlich.

Beruhigend finde ich den Trend nicht, sehe ich doch einen generellen Konflikt zwischen Artenschutz und Anlegerschutz.

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„Achtung, Achtung, liebe Autofahrer: Vor den Finanzämtern kommt es zu Staus und Behinderungen durch Selbstanzeiger. Bitte jubeln sie äußerst links und empfinden sie ausreichend Häme. Wir melden es, wenn die CD vorüber ist.“

Bin schon gespannt, wann die Bildzeitung mit dem ersten Schweiz-Schmarotzer titelt. Statt Florida-Rolf zu Abwechslung mal Zürich-Günther, vielleicht unter der Überschrift „Deutschlands frechster Steuerflüchtling“. Ich warte. Nach Schätzungen haben mehr als 100.000 Deutsche ihr Vermögen auf diese Weise ausgelagert, quasi diskret zwischen die eidgenössischen Käselöcher geschoben.

Das entspricht ungefähr der Zahl dieser zwei Prozent Hartz-IV-Betrüger. Wobei man mal ausrechnen müsste, ob es auch zwei Prozent der hinreichend „Vermögenden“ sind. 2%, das ist wohl einfach die allgemeingültige Schmarotzerquote, ob bei der Steuer, beim Sozialtransfer, in Beziehungen oder am kalten Buffet. Spannend wäre noch, zu erfahren, wie groß dabei der Anteil der christlich-liberalen Wähler ist.

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Wild Card

Ich lebe ein wildes Leben voller Abenteuer, Unwägbarkeiten und Gefahren. Nein, ich bin kein Extremsportler, sondern Sparkassen-Kunde. Mit kostenloser Teilnahme am EC-Karten-Roulette.

Wenn die Karte im falschen Moment versagt, kann es aus sein. Supermarktkassenwarteschlangen werden dann zu einem tödlichen Mob aus stockbewehrten Rentnern und lauchschwingenden Studenten. Ich lebe in prickelnder Ungewissheit, weil ich in den ersten Tagen dieses eiskalten Jahres bisher alles bar bezahlt habe. Ob meine Karte ein Versager ist, eine Zahlungsmittel gewordene Form der Impotenz, eine Chipknalltüte oder Plastikgeldluftpumpe – ich weiß es nicht.

Ich suhle mich in der wahnsinnigen Hoffnung, dass der Fehler behoben sein wird, bevor es mich erwischt. Morgen. Übermorgen. Wer weiß. Kann sein, dass meine letzten Worte “Das kann doch jedem mal passieren” sein werden, bevor dann die Meute kreischend über mich herfällt.

Grade eben lese ich, dass man sich mancherorts behilft, indem man etwas Tesafilm über den Chip klebt. Weil der so nicht mehr lesbar ist, und dann ersatzweise der Magnetstreifen eingelesen wird. Blöder geht´s nicht: Erst sind die Kartenhersteller überrascht, dass nach der Neun die Zehn kommt, und dann lassen sie sich auch noch mit nem Klebestreifen übertölpeln. Das sind keine Leute, denen man Geld anvertrauen sollte.

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Draußen gibt´s nur Neuwagen

Aha, jetzt ist er also offiziell leer gefegt, der Gebrauchtwagenmarkt. Kleine Gebrauchte unter 5000 Euro sind derzeit schwieriger zu finden als ein Kondomautomat im Vatikan. Das heißt: Augen auf im Straßenverkehr, da sind jetzt verstärkt Fahranfänger PS-stark mit Pappas 7er BMW unterwegs! Um die Fahrschulen streichen dubiose Händler mit Schlapphut und Trenchcoat, die zischen: “Pssst! Brauchst du was? Nen Twingo? Genau!!!”. Aus Afrika re-importierte, theoretisch schon zum Würfel gepresste, heiße Ware für nur 4.999.- Euro.

Das scheint der gewollte zweite Effekt der Abwrackprämie zu sein: Führerschein-Neulinge und finanziell schwache Familien, denen der 20 Jahre alte Opel Kadett unterm Einkaufskorb zusammengebrochen ist, müssen jetzt Neuwagen kaufen und dafür Kredite aufnehmen. Die Bankenrettung findet auf der Straße statt, nix mit Schuldenbremse, jetzt kommt das Finanzierungsvollgas!

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