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Archive for the ‘Alter’ Category

Da hat doch glatt ein technisch hochbegabter Spanner die Webcam von zig Kindern gekapert und sie heimlich über Wochen beobachtet. Damit hat er ein gutes Werk getan.

Denn er hat den Kindern und Eltern vor Augen geführt, was da so im Kinderzimmer rumstand: eine Kamera. Ja, die kann dich sehen! Und wenn sie am Netz hängt, dann sieht dich das ganze Universum, solange es seine Internetrechung bezahlt.

Natürlich nur, wenn der Computer an ist. Das wäre also direkt die erste Anregung: Den Rechner ruhig mal wieder ausschalten. Das haben wir früher immer so gemacht und es hat uns nicht geschadet. Man muss nicht sterben, wenn das Notebook mal runtergefahren ist.

Ich würde diesem Spanner gerne den Wanderpokal des „Medienkundlichen Diskussionsbeitrags des Monats“ verleihen. Wenn ich mich nicht vor dem Gedanken ekeln würde, ihm dabei die Hand geben zu müssen. Spanner sind bestimmt klebrig und riechen.

Und für Webcams sollte die Objektivklappe Pflicht werden. Das ist ja das Fiese am Internet: Wenn du zu blöd bist, damit verantwortungsvoll umzugehen, kann die ganze Welt dich dabei beobachten.

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Klischees über Männer und Frauen sind ne feine Sache, sind sie doch die Geschäftsgrundlage ganzer Branchen wie Comedy, der Pornoindustrie oder der katholischen Kirche. Das ist ein bisschen wie mit dem Weihnachtsmann: Man kann ne Menge Spaß damit haben, solange man nicht ernsthaft dran glaubt.

Besonders reizvoll ist es, ein Vorurteil aus der Welt zu räumen, indem man ein anderes verwendet, das damit um so fester zementiert wird. So hat jetzt das Institut für Arbeit und Gesundheit eine Studie veröffentlicht, die widerlegen soll, dass Frauen bessere Multitasker sind als Männer. Sind sie nämlich nicht. Wenn man sie beim Korrekturlesen nebenher, Achtung: Auto fahren lässt.

Da feiern die Chauvis aber Karneval! Da haben sie bestimmt Spaß gehabt beim Forschen. Ich seh sie richtig vor mir, wie die Wissenschaftler bei jedem weiblichen Fahrfehler sackkratzend mit Bierdosen angestoßen und den Probandinnen zugerufen: “Und jetzt erklär mal noch die Abseitsregel!”

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In Baden-Württemberg haben bei der Bundestagswahl fast doppelt so viele Senioren abgestimmt wie junge Erwachsene. Erstens, weil es viele davon gibt und zweitens, weil sie brav wählen gehen, wenn man sie nett bittet. Das heißt: Die Generation 60+ ist wahlentscheidend. Das ist das, was Roman Herzog schon vor Jahren als “Rentnerdemokratie” bezeichnet hat und was einer der letzten Gründe dafür sein könnte, dass CDU und SPD sich noch immer als Volksparteien fühlen dürfen.

Die beiden profitieren nämlich überdurchschnittlich davon und rutschen quasi auf dem Seniorenticket in den Bundestag. Wo wird das hinführen? Zu immer größeren, augenfreundlichen Wahlzetteln? Zu Lifta-Treppenliften, die direkt bis an die Urne gleiten? Das politische Angebot ist jedenfalls schon sehr zahnlosenorientiert: Alles vorgekaut, aufgeweicht und ohne Biss, nach dem Motto “Mit den Dritten wählt man besser”. Und da versucht die SPD, sich personell zu verjüngen. Böser Fehler.

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Auf mich wirkt unsere Bildungsministerin Annette Schavan immer wie eine marktradikale Atomphysikerin, gefangen im Körper einer frühpensionierten Kindergärtnerin. Jetzt will sie den Erstklässlern in den Arsch treten.

Weil die faulen Gören sich zu spät einschulen lassen, dann in der Schule überfordert sind und sich langweilen. Grundschule 2009: lauter gähnende Hochbegabte. Ich weiß nicht, auf welchem Planeten die Ministerin lebt, aber besuchen wollte ich sie da nicht.

Sie ist dafür, schon ab 4 Jahren einzuschulen. Klar, dann eine verkürzte Grundschule, G8 hintendrauf, schnell einen Bachelor hinterhergehechelt und schon bist du 18 und hast ein Burn-out-Syndrom. Wenn du dann Mitte Zwanzig die Midlife-Crisis durchziehst und dich abschließend in eine stressbedingte Frühsenilität fallen lässt, bleiben dir noch ganze 40 Jahre bis zur Rente ab 69. Mach was draus!

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Wählen ab 16? Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts fordert diesen quasi nahtlosen Übergang von der Pubertät ins Wahllokal. Das soll verstärkt Begeisterung für Demokratie auslösen. Dann lasst uns doch gleich auch die Altersgrenze für Führerscheine und Handyverträge runtersetzen. Um noch mehr Begeisterung für die Autoindustrie und lustige Klingeltöne zu generieren. Auch wenn dann das Risiko steigt, von telefonierenden Fahranfängern final aus der Demokratie gerammt zu werden.

Bin ich schon undemokratisch, wenn ich nicht von einem Parlament regiert werden will, das von DSDS-Fans und Harry-Potter-Lesern gewählt worden ist? Moment, das ist ja heute kaum anders, da sind wir Ü18-Wähler nicht besser. Wenn man sich die jüngsten Studien zur politischen Orientierung der Jugend anschaut, wäre wohl vor allem ein Zuwachs der extremen Parteien, vor allem der Rechten zu erwarten.

Vielleicht sollte man vorm Wählen doch erst mal Lebenserfahrung gesammelt haben, mit Geld umgehen können, bereits irgendwie Verantwortung übernommen und mindestens drei verschiedene Regierungen bei der Arbeit erlebt haben. Ich fordere also die Heraufsetzung des Wahlalters auf 45 Jahre und freu mich schon, wenn ich dann in 5 Jahren endlich ran darf.

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Es gibt immer mehr Senioren-Gefängnisse, weil immer mehr Rentner kriminell werden. Kein Wunder, die sehen, was die Politik so mit der Rente vor hat und denken sich: „Dann halt ich mich eben auch nicht mehr an die Regeln!”. Und dann wird mit Doppelherz gedealt, von den Zivis Schutzgeld erpresst und mit dem Elektrorollstuhl in der Fußgängerzone Rennen gefahren.

Stimmt nicht ganz. Statistisch gesehen werden die Alten nicht krimineller, sondern tendenziell vor allem immer härter bestraft. Heut schickt der Richter auch schon mal die Oma in den Knast, weil die Richter werden ja auch immer jünger – die Schnösel haben einfach keinen Respekt mehr vor dem organisierten Alter.

Geriatrischer Strafvollzug hat viele Vorteile. Die Insassen sind oft gebrechlich, da kann man bei den Sicherheitsmassnahmen sparen. Wozu noch Stacheldraht auf die Mauer, wenn da eh keiner mehr hoch kommt? Dann essen die ja auch immer weniger und trinken ungern. Das ist günstig in der Haltung. Das was im Altersheim als Unterversorgung unangenehm auffallen würde, ist hier als Strafe erwünscht.

Und wenn die im Rentnerknast unter sich sind, also beim Hofgang nicht auf junge Menschen treffen, können sie denen ihr kriminelles Know-How auch nicht weitergeben. Trotzdem: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Zwanzigjähriger wegen Körperverletzung aktenkundig wird ist vierzig mal höher als bei einem Menschen über 60.

Daraus folgert der Kriminologe dass die Vergreisung des Landes letzlich ein Gewinn für die innere Sicherheit ist. Weil der verbrecherisch interessierte Senior dir zwar im Hauseingang auflauert, aber dummerweise den Schlagstock vergessen hat. Und irgendwann sind wir dann alle stark kriminell, aber schwach auf den Beinen. Ist das nicht ein schönes Stück Hoffnung?

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 auch erhältlich als Audio-Podcast

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Gegen Altersarmut muss was getan werden. Sagt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung. Und schlägt vor, künftig die Renten von Gutverdienern zu kappen und damit die der Geringverdiener aufzustocken. Damit ein für alle Mal klar ist: Die Rentenversicherung ist kein Sparschwein und der Lebensabend kein verlängerter Weltspartag.

Kann man drüber diskutieren. Wenn man keine Angst hat, von besser verdienenden Senioren mit ihren diamantbesetzten Rollatoren eins übergezogen zu bekommen. Interessant ist aber die Begründung: Weil die Gutverdiener statistisch eine höhere Lebenserwartung haben, sacken sie relativ für jeden eingezahlten Euro mehr ein, als der Schlechtverdiener. Hm.

Wenn man das ohne sozialismusverdächtige Umverteilung korrigieren wollte, müsste man den Nobelknackern verstärkt Risikosportarten schmackhaft machen. Wer als Geronto-Bonze beim Ü70-Freeclimbing abstürzt, leistet einen Beitrag gegen die Altersarmut, sichert Arbeitsplätze bei den Bergwachten und sagt: “Die Rente ist zwar sicher, aber ich kann es mir leisten, das Abenteuer zu suchen!”. Welche Lebenserwartung haben eigentlich Wirtschaftsforscher? Und was kann man dagegen tun?

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Der Präsident der Deutschen Rentnerversicherung, Herbert Rische, hat einen einfachen Trick, um die Altersversorgung eines Landes schnell zu beurteilen: Er geht zu McDonalds. Arbeiten dort vor allem ältere Menschen, gibt es ein Rentenproblem. Interessant. Künftig sagen wir nicht mehr „ich geh mal eben zum Meckes”, sondern „ich mach mal einen sozio-ökonomischen Kurz-Check”. Und wenn dir da jemand über 60 die Pommes in die Tüte schaufelt, dann kannst du direkt anfangen, dir Sorgen um deinen Lebensabend zu machen.

Rische sieht die Armut in Deutschland eher bei den Langzeitarbeitslosen, Alleinerziehenden und Kinderreichen. Und bei den „Mc-Jobbern” natürlich, also denen, die hart arbeiten, aber so wenig dabei verdienen, dass sie auf Staatsknete angewiesen sind. Dass die dann als Rentner ebenfalls arm sein werden ist keine künftige Überraschung des Rentensystems, sondern eine Folge menschenverachtender Arbeitsverhältnisse in der Gegenwart. Das reißt auch keine Rente mehr raus. Auch wenn manche „Rente” anscheinend noch immer für einen vorparadiesischen Gnadenzustand halten, eine Art Wiedergutmachung kurz vor der Bahre nach dem Motto: „Wir haben dich so lange beschissen, da, jetzt mach mal ne Kreuzfahrt, sei dankbar und dann halt die Klappe!”.

Altersarmut ist also nichts, was auf uns zukommt, sondern eine Armut, die wir heute schon kultivieren. Da können die bei Mc Donalds direkt schon mal anfangen, die Tasten ihrer Kassen in Großdruck zu beschriften…

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