Heute waren sie mal wieder alle draußen, die Bekloppten und die Kabarettisten. Zum großen Silvestereinkauf. Es war im Supermarkt so voll, als gäb es ab dem Ersten keine Lebensmittel mehr ohne ärztliches Attest.
In den Gängen auch wieder dabei: Der Klassiker in Form einer Mutter, die ihre Kleinkind seelenruhig Regale ausräumen und Konserven in Spielzeug verwandeln lässt. Nicht mit hilflosem Blick, nicht einmal mit leerem Blick. Nein, mit Stolz im Blick. Weil die Brut sich so schön mit sich selbst beschäftigen kann. Und einem Dutzend Eintopfdosen, mehreren Pfützen Steifel-Tauwasser und dem Nervenkostüm der um sie herumeiernden Kunden.
Ansonsten war ich damit beschäftigt, Röstzwiebeln zu suchen. Die waren so gut versteckt, als ginge es darum, dass sie auf keinen Fall gekauft werden dürfen. Fast hätte ich mir einen Julian Assange mit so etwas wie RöstzwiebelLeaks gewünscht, um Einsicht in die verbrecherischen Versteck-Pläne des Supermarkts zu bekommen. Ich hab sie dann auch so gefunden. Beim Ketchup. Auf Schienbeinhöhe. Wo man sie normalerweise nur entdeckt, wenn man sein Kleinkind da unten spielen lässt.
Produktname des Tages: “Black Puty”. Das war keine falsch geschriebene Pferdesalami, sondern ein scharfer Putenaufschnitt mit Wortspielzwang. Spätestens da wusste ich: Ich will nach Hause! Und das war noch bevor ich nach dem Ausräumen des randvollen Einkaufswagens aufs Laufband feststellen musste, dass Blicke töten können. Vor allem, wenn man aus Versehen an der 10-Teile-Kasse gelandet ist.





Beim real fragen die KassiererInnen immer “Haben Sie alles gefunden, was Sie gesucht haben?”. Wir, die hilflos im Laden umherirrenden Männer, sind also schon als relevante Zielgruppe bekannt.
Ob die einem allerdings sagen können, wo die Röstzwiebeln oder die Black Beauty Pferdesalami sind, bezweifle ich.
In diesem Sinne ein gutes neues Jahr von einem Blogfan!
Wäre reizvoll, mal an der Kasse nach den Röstzwiebeln zu fragen…
Ich kann Dir noch die Krönung dieser Gattung Muttis verraten…. hab ich sie doch selber mit der mir eigenen Ruhe vier Jahre ertragen müssen: Öko Muttis, die einem das kaputte Ei oder die zerbrochene Ketchupflasche ihres Nachwuchses noch als pädagogisch wertvoll verkaufen wollen. Gegipfelt hat das mal mit der Aussage einer Mutti mit Blick auf mich: Die Tante macht das gerne weg.
Meine gute Erziehung verbietet mir, hier wiederzugeben, was die “Tante” so sehr viel lieber gemacht hätte, als den Matsch des verzogenen Walddorf-Spößlings wegzumachen.
Guten Rutsch!
Müssen nicht mal Ökomuttis sein, sind oft auch Tussenmuttis, die sich ihre Erziehungsfaulheit als pädagogisches Konzept schöndenken