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Archive for 2. Juni 2010

In diversen Medien von Bild bis Spiegel heißt es heute, dass sich die Hinweise verdichten, dass Ursula von der Leyen Merkels Wunschkandidatin für Köhlers Nachfolge sein könnte. Was sich da verdichtet, ist ein ziemlich ekliger Brei, der das Amt des Bundespräsidenten tatsächlich noch weiter beschmutzen könnte.

Von der Leyen sei eine von breiter Zustimmung getragene Person, liest man. Und langt sich an den Kopf. Handelt es sich bei ihr doch um die erst 2001 durch alte Unions-Verbindungen ihres Vaters in die Politik gepeitschte höhere Tochter, die mangelnde Erfahrung und Kompetenz durch dominantes Lächeln, penetranten Sprachduktus und demonstrative Patentheit auszugleichen versuchte.

Ihre größten Projekte waren das ungerechte Elterngeld (eigentlich eine Besserverdienerzuchtprämie), die Idee, im Internet Stoppschilder aufzustellen sowie der Vorschlag, Hartz-IV umzubenennen und die betroffenen Empfänger zum Straßenkehren zu verwenden.

Allein mit ihren pathetischen Wahlkampfauftritten, in denen sie im empörten Tonfall einer demagogischen Einpeitscherin das Thema Kinderpornografie verwendete, um grauhaarigen Zuhörern die Union ans Herz zu legen, haben ihr den Namen “Zensursula” beschert und sie in Netz-affinen Kreisen zur Unperson gemacht.

Kurz: Sie ist ungefähr so unumstritten und beliebt wie Florian Silbereisen, Vladimir Putin oder Marilyn Manson. Und damit fürs Präsidentenamt so geeignet wie Löschpapier zur Brandbekämpfung.

Überdies: Eine amtierende Ministerin ins Amt der Bundespräsidentin zu heben, wäre ein so durchschaubares Stück Merkel’scher Machtpolitik, dass es geradezu nach Panik riecht. Dann wären Angie & Ursel wie Hanni & Nanni. Die Grüßtante und die Blazermutti. Volle Merkel voraus, ein konservatives Girlscamp, wie Sex and the City, nur ohne Sex.

Da wäre mir ja selbst ein Schäuble lieber, der ist immerhin kein garantierter Merkelfreund. Und wenigstens intellektuell so brillant, dass man sich inhaltlich an ihm abarbeiten könnte. Aber nein. Es muss eine Respektsperson her, die auf keinen Fall derartig regierungsnah ist. Sonst hat die Kanzlerin aus dem Bundespräsidenten endgültig eine Farce gemacht.

Das wäre dann ein eindeutiges Zeichen von mangelndem Respekt vor der Würde dieses Amtes. Und Horst Köhler hätte recht gehabt, uns dies zu zeigen. Und wir müssten ihm zurufen: Danke, Horst, wir haben verstanden!

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