30 Jahre sind die Grünen jetzt alt. Das heißt: Nach einer ausgiebigen Pubertät ist man jetzt auf der Zielgeraden zur Midlife-Crisis. Die Partei ist so gesetzt und naiv-borniert wie die 30-jährigen Pärchen in Reinald Grebes gleichnamigen Lied.
Die sonnenblumigen Vollbartmüslis sind aus ihr herausgewachsen und vegetieren jetzt in randständigen Biotopen wie Waldkindergärten oder Kleinkunstbühnen vor sich hin. Der Rest ist reingewachsen in die Business-Maßanzüge. Vorbei die Zeiten, als im Bundestag noch Rocker-Lederjacke getragen wurde.
Heute sind alle bionadekompatible Solarunternehmer mit Fair-Trade-Siegel und nachhaltig typberatener Medienkompetenz. Turnschuh und Latzhose sind dem politischen Artensterben zum Oper gefallen. Fast wäre die Partei cool und modern, aber da ist Claudia Roth davor. Dennoch: Paradiesvögel kommen heute aus der FDP.
Zu sehen, wie 30 Jahre aktiver Politik aus bunten Alternativen smarte Graugrüne gemacht haben, ist keine Werbung fürs Parteiensystem. Professionalität kann auch eine Krankheit sein. In diesem Sinne: gute Besserung!





Where have all the Strickpullis gone…
Where have all the Lilia Latzhosen gone…
Where have all the Turnschuhs gone…
Da bin ich nur gefühlte 3 Monate älter als die Grünen und komm mir schon vor wie eine wehleidige alte Folksängerin, die in ihrer Whiskeylaune der Hippiezeit und ihrer Jugend hinterhertrauert, wenn ich an die Grünen im letzten Jahrtausend denke.
Wenn ich die Jungs heute sehe, rede ich schon wie ein Modedesigner – “oh, Grün ist das neue Schwarz”!
RZ
Schöne Idee!
“Sag mir, wo die Grünen sind!
Yuppies wurden sie geschwind.
Wann wird man je verstehn,
wann wird man je verstehn…”