„Beichtstuhlverfahren“ ist mein Wort der Woche. So nennen es die Tigerenteriche, wenn sie im allerkleinsten Kreis die heikelsten Themen der Koalitionsverhandlung besprechen. Ich seh förmlich, wie die Kanzlerin hinter einer geflochtenen Trennwand im Halbschatten sitzt, so wie man es auch diversen Mafiafilmen kennt. Sie ist dann nicht der Padre, sondern eben die Madre, die heilige Mutter Guidos, die ihm die Beichte abnimmt.
Er sagt: „Mutter, ich habe gesündigt. Ich habe unzüchtige Steuersenkungen versprochen. Ich habe unkeusch am Koalitionsvertrag herumgespielt. Ich habe das Ministeramt meines Nächsten begehrt und lästerliche Reden über Jürgen Rüttgers geführt. Vergib mir.“ Ganz kurz rutschen der Madre die Mundwinkel nach oben, bevor sie leise antwortet: „Ich mache dir ein Angebot, das du nicht ablehnen kannst…“. Äh, Quatsch, sie sagt natürlich: „Bete zwei ´Wachstum unser´ und drei ´Ave Pofalla´ und die Sache ist geritzt!“




Ach? Und die „Gegrüßet seist du, Karl-Theo“ wurden ihm erlassen? St. Angela ist soooo großherzig.
Du kennst Dich aber aus! Tolle Idee, dieses „Gegrüßet…“!
Der volle name von Karl-Theo muß nur in besonders schweren Fällen gebetet werden.