Er redet gern Tacheles. Und er hört sich gern Tacheles reden. Bei seiner Abschiedsrede vorm SPD-Parteivorstand hat Peer Steinbrück von der Partei Geschlossenheit gefordert, er, der mit seinen sogenannten Ecken und Kanten oft genug schräg, sperrig und gefährlich aus der Partei herausgeragt hat.
Wie weit er einer derer ist, die die SPD von innen tranchieren und für den politischen Gegner in Scheiben zerlegen, ist nicht immer klar. Aber mindestens eine Sache gibt es in dieser Rede, mit der er überraschend Recht hat:
„Meine persönlich schärfsten Kritiker, die viel näher als ihr glaubt in meinem unmittelbaren Familien- und Freundeskreis sind, werfen mir vor, dass ich zwar eine einigermaßen stichhaltige Gegenwartsanalyse vortragen kann, aber wenig faszinierende Angebote zur Zukunftsgestaltung vorlege. Das mag an unsicheren und unübersichtlichen Zeiten und Verhältnissen liegen, aber der Kern der Kritik trifft nicht nur auf mich, sondern unsere gesamte Partei zu.“
Klar, die SPD verhält sich leider viel zu oft wie ein zerstrittener Kegelverein, dessen Betriebsausflüge chronisch in Blutrache enden. Aber das, was ihr am meisten fehlt, ist eine begeisternde Vision. Da hat Merkel auch nichts anderes zu bieten als die Viagra-Philosophie vom Wachstum.
Schenkt der SDP eine Vision! Hat nicht einer eine übrig? Täte es zur Not nicht auch eine ausrangierte, die man liebevoll aufpoliert und fit macht für die Zukunft? Und dann noch jemand, der Begeisterung wecken kann. Nicht, einen, der versucht, jemanden zu spielen, der sich daran erinnern kann, wie er sich früher Begeisterung vorgestellt hat.




Von der SPD halte ich genauswenig, wie ich von ihr erwarte:
——————— NIX !!! —————
ich erwarte von ihr mehr, als ich von ihr halte
Die SPD braucht keine Visionen, sie braucht Gradlinigkeit und Ehrlichkeit. Und es fehlt ihnen an wahren Helden mit Charakter (Schroeder war keiner). Der letzte ist meiner Meinung nach zumindest im Ansatz Steinbrück, auch wenn jetzt jeder über ihn herzieht. Und wenn ich mir die Nahles und den Gabriel anschaue, wird mir so schlecht, dass ich genauso kotzen gehn muss wie zur Bundestagswahl, wo die ersten Hochrechnungen bekannt wurden …
ich finde ja, steinbrück wird mehr gefeiert als dass man über ihn herzieht. müsste doch ganz in deinem sinne sein
dann habe ich ne falsche Öffentlichkeitswahrnehmung
liegt wohl eher daran, welche Medien man liest
Wobei du wohl recht hast.
Ein allerdings lesenswertes Rumgehacke auf Steinbrück und seiner „Brandrede“ findet sich übrigens hier: http://www.nachdenkseiten.de/?p=4260