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Archive for 6. Oktober 2009

Die Gegenwart zeigt sich mal wieder von ihrer unappetitlichsten Seite. Gestern erwische ich beim Zappen eine Vorabend-Reality-Doku-Soap. Im ersten Moment bin ich froh, dass es um das Mieten von Wohnungen und Häusern geht, und nicht um den Alltag von Tierärzten. Da kann man nämlich manchmal beim Abendessen mitverfolgen, wie der Veterinär beherzt bis zum Kinn in den Kuh-Geburtskanal eintaucht, oder wie ein Hamster von seinem nicht laufradkompatiblen Hodentumor befreit wird. Ich weiß, man soll beim Essen nicht fernsehen.

Gestern ging es um Luxuswohnungen. Und den neusten Trend. Nach offenen Wohnküchen kommt jetzt das offene Wohnklo. Direkt in einer Ecke des Schlafzimmers. Weil es unglaublich sexy ist, seinem Partner beim Duschen zuzuschauen. Oder sich nachts mit Durchfall quasi das Traumreich zu kontaminieren. Scheißen diese Leute vor lauter Luxus Veilchen? Türen sind nicht nur Blickschutz, Türen können Nasen retten. Demnächst wird es ein Zeichen von Wohlstand sein, ins Zimmereck zu kacken und Heu drüber zu scharren.

Und heute früh lese ich dann in der Zeitung, dass sich terroristische Arschlöcher mittlerweile per Sprengstoffzäpfchen in die Luft sprengen. Von Handy aus gezündet. Das heißt dann für künftige Passagiere: Darmspiegelung oder Handyverbot. Letzteres würden die Business-Fluggäste nie mit sich machen lassen. Da kommt der Kampf gegen den Terror an seine Grenzen. Wahrscheinlich brauchen wir den gläsernen Passagier. Also nicht wegen dem Zäpfchen, sondern um sicherzustellen, dass er keine Islamisten kennt. Wer nicht nachweisen kann, dass sein Stammbaum Taliban-frei ist, bekommt ein gelbes “I” aufs Revers genäht und darf nach Übersee nicht mehr fliegen, sondern muss mit der Berliner S-Bahn hin. Unappetitlich, das alles.

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