Seit Horst Köhler Bundespräsident ist, hat er sich ja in eine Mischung aus schwäbischem Wackeldackel und onkeligem Mahner verwandelt. Manchmal meint man fast, er sei politikverdrossen, auch wenn er seine Kollegenschelte in noch so kunstvoll-sperrig-präsidiale Sprach-Laubsägearbeiten verpackt.
Aber eines dürfte sicher sein: Als ehemaliger Chef des Internationalen Währungsfonds kennt er sich mit der Finanzwelt aus. Umso erschreckender ist es, wenn er jetzt sagt, die Politik verlasse sich bei der Bewältigung der Krise zu sehr auf „das Prinzip Hoffnung, dass Wachstum das Geschehene zudecken und vergessen machen könne.“ Wachstum war doch genau das Wort, dass die Kanzlerin im Wahlkampf wie eine Monstranz vor sich hergetragen hat.
Bei den Akteuren der Finanzwelt hat auch so seine Zweifel: „Es sieht so aus, dass die Branche die Politik allein im Regen stehen lässt“. Haben wir immer geahnt. Die Politik kann nix machen, nur im Regen stehen. Sich verzweifelt die Monstranz über den Kopf halten und warten, dass alles vorbei geht. Die Banken halten sich raus und haben alle verfügbaren Schirme für sich selbst eingesammelt. Es regnet rote Zahlen und verhagelt uns den Haushalt. Der Herbst ist da, kein Wirtschafts-Sanostol weit und breit. Das Land wird sich erkälten.




In den ersten beiden Sätzen möchte man sich aalen!