Er muss sich gefühlt haben wie Mario Barth im Olympiastadion: Endlich mal der ganz große Auftritt! Gadaffi hat vor der UNO-Vollversammlung eine Rede gehalten, mit erhobener Faust, viel Wut und Wirrheit. Er hat dabei unter anderem mit der Charta der Vereinten Nationen herumgewedelt, sie dann zerrissen und um sich geworfen. 15 Minuten Redezeit hatte er, in der 74. Minute ist der Dolmetscher mit den Worten „Ich kann nicht mehr“ zusammengebrochen. Er hatte ihn quasi kaputtgeredet.
Das würde ich gerne öfter sehen, dass Politikerphrasengedresche auch mal sichtbar direkte Folgen hat. Toll wäre es gewesen, wenn beim Wahl-TV-Duell den Interviewern irgendwann vor Langeweile Blut aus den Ohren gelaufen wäre. Oder sie im Sekundenschlaf in die Knie gegangen wären. Wenn Peter Klöppel gesagt hätte: „Ich möchte jetzt weinen“. Oder der Plasberg: „Ich geh mal kurz kotzen“. Vielleicht beim nächsten Mal, wenn die Kanzlerin in vier Jahren wieder antritt.




blut aus den ohren? sekundenschlaf? kurz mal kotzen?
passiert ständig und überall bei den rezipienten des „just add water and it’s politics“ instant-geschwafels.
kriegt nur kaum einer ausser den angehörigen mit.
hey, vielleicht ist dafür der ausbau des überwachungsapparats ja konzipiert! volkes stimme wieder hören (und sehen), und sei’s nur beim gespräch mit dem großen weißen telefon