Ja, das könnte eine der cleversten PR-Kampagnen dieses Jahrzehnts gewesen sein. Jedenfalls ist jetzt allgemein beschlossene Sache, dass die Kanzlerin im Innersten ihres Herzens eine Sozialdemokratin ist. An Taten lässt sich das nicht messen. Und ab dem 28. September wird es auch keine Rolle mehr spielen. Aber dennoch wird dieses gepflegte Image von der Wilhelmine Brandt, gefangen im Körper einer Unionsführerin, wahlentscheidend sein.
Dieser sanfte Rotschimmer macht sie auch für Unentschlossene akzeptabel. Die Merkel mit dem Sozenherz, immer einen Bergarbeiterchor im Hinterkopf, über Generationen Brieftauben gezüchtet und mindestens 3 Meter Grass im Bücherregal. Fast meint man, sie wär auch mal in Warschau auf die Knie gefallen. Wir haben doch immer schon von der „alten Tante SPD“ gesprochen, jetzt gibt es eine, die auch so aussieht.



