Die Bahn kommt. Mit der Kanzlerin. Das ist CDU-Wahlkampf im Krisenjahr 2009: Angela Merkel legt am Grab von Konrad Adenauer einen Kranz nieder und fährt dann mit seinem Lieblingszug, dem „Rheingold-Express“ auf dem Weg nach Berlin diverse Bahnhöfe ab, um dort zum Volk zu sprechen, winken und lächeln.
Wenn sie weiter auf der Nostalgiewelle reitet, wird dieser Walkürenritt wohl damit enden, dass sie am Grab von Ludwig Erhardt eine Zigarre aufs Wirtschaftswunder raucht und in einem symbolischen Akt seine von ihm angeblich nie bezahlten CDU-Mitgliedsgebühren begleicht.
Gut: Wahlkampfreden am Bahngleis sind eine sinnvolle Sache, wenn der Bürger vor lauter Wachstumsgenerierungsgeschwafel eh nur Bahnhof versteht. Und im „Rheingold“ geht es um Gold, aus dem man einen Ring schmieden kann, um damit das ganze Nibelungenvolk zu knechten. Auch ein interessanter Diskussionsbeitrag zur Finanzkrise.




Zumindest eins ist sicher. Die Kanzlerin wird sich verspäten….
solange sie das letzte stück in berlin nicht mit der s-bahn zurücklegt…