In seinem brandneuen und bestürzend erhellenden Buch „Meinungsmache“ fasst Albrecht Müller an einer Stelle ganz brutal und knapp den Meinungs-Mainstream zusammen, den die neoliberalen Denkfabriken für teuer Geld als unumstößliche Wahrheiten und Absichten in unser aller Köpfen verankert haben. Und in den Köpfen der Union und der FDP. Sowie in den entscheidenden Köpfen von SPD und Grünen:
„Die Deutschen müssen sich an mehr Ungleichheit gewöhnen; die Risiken des Lebens müssen privatisiert werden; Unternehmer und Eliten müssen durch niedrige Steuern im Land gehalten werden; die wahren Ausbeuter sitzen in der Unterschicht; ´Chancengerechtigkeit` ersetzt eine gerechtere Verteilung von Einkommen und Vermögen; die Deutschen müssen in der Welt größere Verantwortung übernehmen und dazu auch Kampfeinsätze durchführen.“
Zaun drum, Knarre in die Hand, Reichtum als Chance, Armut als Krankheit. Dafür kriegen wir vorgelogen, wir seien zu teuer, zu alt, zu blöd und zu staatsgläubig. Uns könne man praktisch nicht regieren, uns könne man höchstens noch als gesellschaftliche Konkursmasse an die Privatwirtschaft verkaufen. Und so wählen wir uns Entscheidungsträger zusammen, die am Ende sich und uns abschaffen, weil wir als konfuse Mischung aus Volk und Volksvertretern dem Kapital eh nur störend zwischen den Füßen rumstolpern.




Da hast du den ollen Marx ja ganz schön umgedreht. Chapeau.
Arghh … das ist mir alles viel zu hoch .. .das versteh ich nicht mehr. Also noch mal für mich: Alvrecht Müller ist doch der von den NAchdenkseiten – oder? Ist der jetzt ein FDPler? Oder ist das jetzt nur Zynismus von ihm?
Manchmal komme ich mir so richtig dooof vor …
Genau der ist das. Das sind nicht SEINE Thesen, sondern die der neoliberalen Meinungsmacher, die er in diesem Absatz auf den Punkt bringt und im ganzen Buch ausführlich widerlegt.