Ich hasse es ja, wenn Leute das Wort „schön“ inflationär verwenden. Das find ich dann nicht so schön. Schöne Frauen, schöne Bilder und den schönen Schein gab es ja schon immer. Aber mittlerweile sind wir so weit, dass der ambitionierte Feinschmecker (also der, der nicht bei Aldi einkauft, sondern schon beim Plus) von einem „schönen Käse“ schwärmt.
Herrschaften! Was ist denn bitte ein schöner Käse? Wie stell ich mir den vor? Dass der immer so eitel vorm Spiegel steht und sagt: „Ach, ich hab sooo schöne Löcher, da kann ich mich gar nicht satt dran sehen!“. Zum schönen Käse gehört natürlich ein schöner Wein, beide am besten aus der schönen Auswahl vom schönen Discounter, der leider so einen hässlichen Filialleiter hat. „Schöne Scheiße!“ – das lass ich gelten.




Sehr schö… ähm, aufmerksam beobachtet wieder. Liegen denn dazu schon Ergebnisse der linguistischen Ursachenforschung vor? Oder darf man einfach rotzfrech empirisch folgern, dass dafür die inflationäre Zunahme der Sachen und Sachverhalte verantwortlich ist, die wir uns schön reden müssen?
Ich warte schon auf den Tag, wo wir dem Mitmenschen „Schönen Morgen“, „Schönen Appetit“ und „Schöne Besserung“ wünschen, den Kindern Schönenachtgeschichten vorlesen (wofür die meisten von ihnen fraglos noch viel zu jung sind *g*) und für die Rechnungsgutschrift höchstens noch eine Schönschrift zu sehen kriegen.
O tempora, o mores!
danke für den schönen kommentar… die schöne nachtgeschichten haben es mir besonders angetan!
Schönenachtgeschichten bekommen doch wohl eher wir erzählt.
Von den schönen Volksvertretern …
(Sind Vertreter nicht auch irgendwie schöne Leute die nicht so schöne Sachen schönreden, die sie uns verkaufen wollen, um unser Leben schöner zu machen, und dann nach 2 Wochen und einem Tag sind die schönen Sachen wieder ganz schön kaputt und man kann sie nicht mehr zurückgeben oder vom Vertrag zurücktreten?)
… ich glaube ich bin abgeschweift?
Schöner Schlamassel, das!
„Ganz schön schön“ findest Du eher unschön? Aber, aber! Wer da oben mit einem „Hallo!“ winkt, kloppt datt Fallbeil des Sprachempfindens aber schön tief in die Schonung alles Blubberns!
!“Hallo?“ hat doch den Barth! Moin!
Reden wir hier nicht über moderate Euphemismen (ein halber Pleonasmus, ich weiß), bestehend aus einem Teil unbewusst antiamerikanischer Haltung, welche Superlativen scheut, gewürzt mit einem Schuss Optimismus, allerdings in Maßen, dazu zwei Teile Spontaneität, denn ’schön’ ist ein leichtes, schnelles Wort, passend zum heißen Sommer, nicht so schwer wie ein ‘hervorragend’, nicht so sperrig wie ein ‘formidabel’? Das Ganze klingt fast verbindlich, ohne es zu sein. Einfach schön… aber wie es meistens ist, zuviel macht dick. In diesem Fall scheinbar dicken Hals
Was mir in dem Zusammenhang noch einfällt: Was kann der hormuthsfrederic dafür, dass er so schön ist? Er hätte ja auch Schönsteinfeger werden können oder Schönbohm, Schöngeist oder Schönschreiber oder Schönbezugnäher… mir gehts wie diba, ich schweife etwas, besonders ab und auch noch surd. Wie unschön.
Da wollte ich gerade einen vor lauter „schöns“ strotzenden Kommentar hinterlassen, aber wieder mal sind mir andere zuvorgekommen.
Ist aber auch schön, irgendwie.
also „hallo“ find ich ja eher trocken und neutral. „schön“ ist da schon noch einen tick schwurbeliger, eben, wie gnaur es oben so sch…ick gesagt hat, ein moderater euphemismus.
aber ich stelle gerne ein attest aus: hiermit ist blinkfeuer vom hallo befreit!