Susan Boyle, die engelsgleiche Sängerin, gefangen im Körper einer schlecht frisierten Schulbusfahrerin, ist nach einem Nervenzusammenbruch in einer Londoner Privatklinik gelandet. Weil Starrummel und YouTube-Hype nicht wirklich mauerblümchenkompatibel sind. Oder weil sie im Finale nur Zweite geworden ist, egal.
Im Radio wär das nicht passiert. Nur das Fernsehen hat eine derartige Lust an Leuten, die so wenig fernsehkompatibel sind, dass man sie unbedingt zeigen muss. Wenn du nur halbwegs eine Mischung aus Daniel Küblböck und der Maschendraht-Frau bist, dann werden sie dich gnadenlos durch ihre Content-Verwurstungs-Maschine drehen. Wenn du dazu noch singen kannst, wird es Zeit, sich rechtzeitig nach einer netten Privatklinik umzusehen.
Als Trost könnte man Frau Boyle die Nachricht überbringen, dass Madonna, die schlecht frisierte Schulbusfahrerin, gefangen im Körper einer engelsgleichen Sängerin, sich derzeit, wo ihre Karriere ernsthaft drüber nachdenkt, sich dem Ende zuzuneigen, ebenfalls öffentlich demütigen lassen muss. Weil ein Maler ein hässliches Aktbild von ihr gemalt hat, das im Auktionshaus keiner ersteigern will. Und wenn sie dazu noch singen könnte!




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