Ein Klassiker, ein Satz von hohem Gebrauchswert: „Schuld ist nicht die richtige Kategorie, um ein solches tragisches Unglück zu bewerten“. Sagt Dieter Althaus. Er fühle sich aber verantwortlich für den Unfall, bei dem eine Frau ums Leben gekommen ist, weil Althaus beim Skifahren irgendwie falsch abgebogen ist. Oder durch ein Wurmloch im wintersportlichen Raum-Zeit-Kontinuum direkt in ihre Abfahrt gebeamt wurde.
Dass ein Gericht ihn bereits der fahrlässigen Tötung für schuldig befunden hat, ist anscheinend auch nur ein weiterer Unfall, ein herzhaftes Danebenlangen in Sachen Kategorie. So wie wenn Mickey Rourke den Oscar für den besten Schnitt bekäme, nur weil er sich einmal hat liften lassen. Wenn Schuld bei tragischen Ereignissen generell als Kategorie ausfällt, dann ist auch der österreichische Kellerfritzl unschuldig.
Wenn man das Althaus-Interview so liest, hat man fast das Gefühl, man könne an nichts schuld sein, an was man sich nicht mehr erinnert. Man sollte das Unterbewusstsein für den Oscar in der Kategorie „bestes Make-Up“ nominieren.



