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Archive for 27. September 2008

Heute ist für mich wieder ein hoher Feiertag, denn im Briefkasten lag das neue “Rundenheft” des örtlichen Sportvereins. Es enthält wie immer eine Hiobsbotschaft nach der anderen, gibt sich sprachlich dabei so herzhaft unverstellt und ungelenk, dass ich regelmäßig fast aus lauter Mitleid Mitglied werden möchte. Die haben aber auch ein Pech! Schlechtes Wetter, zu wenig Spieler, böse Schiedsrichter, Grippewellen, fiese Verbandspolitik, flüchtende Trainer und einen Haufen Schulden. Dieser Verein kommt einem vor wie der Don Quichotte unter den lokalen Clubs, überall nur Windmühlen, aber kaum Tore. Wer folgende Zitate liest und sich dabei nicht spontan unter Entwicklung eines wildromantischen Helferkomplexes in diesen Sportverein verliebt, hat kein Herz.

“Mit viel Elan sind wir in die neue Saison gestartet. Doch schon beim Heimauftakt kamen wir nicht über ein 0:0 hinaus. Chancen und drückende Überlegenheit konnten wir nicht nutzen”. Da hat man eine drückende Überlgenheit und kann sie ums Verrecken nicht nutzen, ist das nicht tragisch?

“Zum Schluss im letzten Spiel eine 1:0-Niederlage. Auch hier hatten wir genügend Möglichkeiten, zu einem Dreier zu kommen”. Keine Tore, aber wenigstens Sex, der Fußballgott ist gnädig.

“Bei Spielen an Samstagen sind Aktive Mangelware. So weiß man manchmal nicht, ob genügend Leute da sind, oder ob man noch einige Aktive bestellen muss. Am Ende stehen dann 17 oder 18 Leute da und keinem ist geholfen”. Erst zuwenig, dann zuviel, ein frustrierender Jojo-Effekt bei dem plötzlich 6 oder 7 Aktive passiv auf der Bank sitzen.

“Mit dem Ranführen der jungen einheimischen Spieler ist jetzt so eine kleine Welle angestossen worden. Kommen jetzt doch fast alle Spieler wieder zum Fußball, die einmal wegen Verärgerung über einen Trainer die Lust am Fußball verloren hatten”. War bestimmt ein Trainer, der überall Buddhastatuen aufgestellt und Gummibänder mitgebracht hat.

“Auch wenn unsere Cocktailbar am Familientag nicht vor Umsatz zerbarst, so war unser allgemeinses Probetraining besser besucht. Teilweise kamen sogar sehenswerte Spielzüge zustande. Fazit: Landesliga wir kommen!”. Das mit dem Probetrinken und den sehenswerten Zügen beim Cocktail-Exen klappt auch irgendwann auf Landesebene. Dranbleiben!

Bei nächsten Familientag der Vereins sollten wir mit dem Honigbrot-Blog einen Betriebsausflug machen, die Cocktailbar zerbersten lassen und fragen, ob wir beim Dreier unsere drückende Überlegenheit beweisen dürfen. Unverbindliche Anmeldungen bitte im Kommentabereich.

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