Die Post will alle Filialen privatisieren, die sollen jetzt Shops in Shops werden, also in der Tanke, im Schreibwarengeschäft oder beim Getränkehändler. Letzteres kannte ich hier auf dem Land schon länger, dieser „Schalter“ stand mitten unter den Bier- und Wasserkisten und war nur zwischen 15:00 und 16:00 Uhr geöffnet. Wenn du da nach Vier auftauchtest, hieß es: „Sorry, die Post ist schon zu, aber vielleicht wollen sie ja ein Bier?“.
Mittlerweile ist der Getränkehandel pleite, eine Post gibt es nur noch im nächsten Stadtzentrum, die wird wohl bald der Postbank gehören. Bevor dann auch die Postbank verkauft wird und der Schalter an Wer-weiß-wen fällt. Die Ölscheichs, den Putin oder Google und Yahoo. Weiß man es? Bei den Shopinshops gibt es künftig natürlich weniger Schalter als in der guten alten Out-of-Shop-Post, das bedeutet längere Wartezeiten. Aber, so die Post, das wird ja ausgeglichen durch die längeren Öffnungszeiten. Das heißt wahrscheinlich, dass ich jetzt länger warten kann, bevor der Schalter zu macht.
Die 2000 betroffenen Postangestellten sollen anderweitig unterkommen, im Callcentern, Sortierzentren oder im Zustelldienst. Also wenn die Schalterfrau aus meiner Filiale demnächst die Post bringt (jetzt mal ganz abgesehen davon, dass es eh niemand für möglich gehalten hätte, dass die jemals irgendetwas austrägt), dann muss ich demnächst später ins Bett, wenn ich auf nen wichtigen Brief warte.
Werden die Briefkästen jetzt eigentlich auch privatisiert? Würden die zu diesem Zweck stundenweise meinen gelben Smart mieten? Wenn ich einen hätte, meine ich? Würden sich auf die Weise Diesel wieder rechnen, wenn sie nur klein und gelb genug sind?
Tschüss Post, früher, da kannten wir uns noch persönlich, bald bist du auch auch offiziell ein Unternehmen, dass mir so nah oder fern ist wie irgend ein Mediamarkt.




Wenn DU denn einen gelben Smart hättest, müsstest Du dann aber einen Schlitz reinflexen, damit die Post auch eingeworfen werden kann. Also ein flexmatischer Eingriff in das Fahrzeug.
Ich hätte da noch einen anderen Vorschlag: Wir wandeln die Kirchen in Postagenturen um. Öffnungszeit: Sonntag um 10.
Die Briefe werden beim Pfarrer abgeholt. Wer Geld braucht, darf in den Klingelbeutel greifen.
ach und statt der Oblaten gibt es dann Briefmarken zum Befeuchten auf die Zunge