“Das Letzte, was wir jetzt brauchen, ist eine Denkpause”, sagt der europapolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion dazu, dass die Iren den “Lissabonner Vertrag” abgelehnt haben. Ein Vertrag, der eigentlich eine 300-seitige Verfassung von so gesetzgeberischer Klarheit ist, dass sich die schlechtübersetzte Gebrauchsanweisung eines taiwanesischen Videorekorders dagegen flüssig liest.
Die Iren haben gemacht, was jeder gemacht hätte, den man drüber abstimmen lässt, ohne dass er sein Gehalt von der EU bezieht, oder hofft, dies nach dem Ende seiner bundespolitischen Karriere zu tun. Sie haben “nein” gesagt zu einem Regelwerk, das Europa dem Bürger so transparent macht wie Lagerfelds Sonnenbrille. Ein Vertrag, der einem vorkommt wie ein Blanco-Scheck von dem man nie weiß, ob er nicht auch das Zeug zum Boomerang hat.
Europa ist noch immer ne tolle Idee, das finden selbst die Iren. Es müsste aber ein Bürgereuropa werden und kein Bürokrateneuropa. Demokratie ist aber, wenn statt der Bürokraten die Bürger anstimmen dürfen, zumindest in Irland war das jetzt mal wieder so möglich. Das muss an diesen saftigen Wiesen liegen.
Und während die EU-Politiker jetzt schon überlegen, wie man Europa knapp an Irland vorbei neu erfinden und rückwärts durchs Knie ins Auge so umstülpen könnte, dass die Iren mitsamt ihrem Geigengefiedel und der Kerrygoldbutter leider draussen bleiben müssen, keimt in mir der Verdacht: Das erste, was wir jetzt bräuchten, wären Politiker, die zwischendrin auch mal denken lassen.





[...] 14, 2008 · No Comments Die Iren haben den unschätzbar wertvollen Vorteil gehabt, das sie selber über den EU-Reformvertrag [...]
[...] Die Iren haben gemacht, was jeder gemacht hätte, den man drüber abstimmen lässt, ohne dass er sein Gehalt von der EU bezieht, oder hofft, dies nach dem Ende seiner bundespolitischen Karriere zu tun. Sie haben “nein” gesagt zu einem Regelwerk, das Europa dem Bürger so transparent macht wie Lagerfelds Sonnenbrille. Ein Vertrag, der einem vorkommt wie ein Blanco-Scheck von dem man nie weiß, ob er nicht auch das Zeug zum Boomerang hat. [...]
Von wegen, Whisky trinken macht doof – stimmt ja gar nicht!