Ich hab ja mit Fußball ungefähr so viel am Hut wie Charlotte Roche mit Rektalhygiene. Trotzdem werd ich nachher natürlich gucken, in der Hoffnung, dass irgenwas besonderes passiert. Dass ein Tor umfällt, einer wütend in eine Tonne tritt, oder Johannes B. Kerner vom Blitz getroffen wird. Das ist für mich Fußball. Ich werde wohl wieder bitter enttäuscht werden.
Wir werden gewinnen, allein schon, weil unsere Spieler Super-Thrombosestrümpfe haben und ein Zauberpulver benutzen. Ich tipp mal 2:1. Also zweimal soviel Strümpfe wie Pulver. Was das Ergebnis des Spiels angeht, hab ich keinen Schimmer. Ich melde mich danach nochmal mit meinen Eindrücken, trage bis dahin mein Autofähnchen lieber im Geiste und werde bei der Hymne fassungslos die Lippen bewegen.
…
Hab ich es doch gesagt: 2:1! Ich fand es sogar spannend, es ging ordentlich hin und her und die deutsche Elf hat sich tatsächlich meine Sympathie erspielt, denn ich mag underdogs. Eindrucksvoll war es, zu sehen, wie Jogi Löw kurz davor war, graue Haare zu bekommen. Ich wette, der musste in der Halbzeit schnell nachfärben.
Ballack hatte in der Pause seine Kapitänsbinde glatt in der Kabine vergessen, vielleicht war das ein freudscher Vergesser aufgrund akuter Identifikationsschwierigkeiten. Schweini ist ne blöde Schubbse und kriegt Rot, weil er wie der letzte Schiffschaukelhilfsbremser das Rangeln anfängt, immerhin, so lobt der Trainer nach dem Spiel, immerhin hat er seinen Gegner „nicht geschlagen“.
Besonders originell find ich ja, wie solche millionenschweren Profisportler einer nach dem anderen direkt nach dem Spiel in die Kameras sagen: „Wir sind viel zu wenig gelaufen“. Ja, dachte ich, das ging mir auf dem Sofa ganz genauso. Wenn die Jungs solche Selbsterkenntnis erst vor einer Kamera ereilt, dann sollte man vielleicht schon in der Pause Interviews mit ihnen machen. Ach ja, gegen Österreich wird es dann wieder ein 2:1. Für wen sag ich nicht.




Kerner vom Blitz getroffen? Hey, das ist ja noch ein guter Grund, nachher zu gucken! Die Halterlosen dürften heute wieder prima rutschen, wenn das Wetter kapriolt.
Bei der Hymne gehe ich ja immer Blumen gießen.
Naja, ich denke schon, dass ich fußballaffin bin. Aber ein „Castrolindex“ ist mit noch nie übern Weg gelaufen und das Wort „Aminosäuren“ allein verursacht schon Sodbrennen.
Ich geh übrigens während der Hymne Strümpfe waschen. So.
Ich denke, man sollte diesen joggenden Millionären einfach mal Beine machen. so ein paar Rottweiler, die auf weiße Trikots abgerichtet sind wären was feines. Das würde dem Sport wesentlich mehr Dynamik geben. Oder, wie im alten Rom – Löwen. Das löwt der Löwe.
Vorher hatte die Blödzeitung ja noch als Killerargument für den Sieg angeführt, dass unsere Spieler statistisch nachweisbar am schnellsten und meisten laufen. Muss man ja auch, wenn man immer an der falschen Stelle steht.
Während der Hymne tanze ich immer nackt vorm Fernseher. Außer beim Public Viewing.