Autokauf ist zur Zeit eine ziemliche Nervensache. Noch vor wenigen Wochen war mir klar: Es soll ein Diesel werden. Jetzt kostet Dieseltreibstoff an der Tanke das selbe wie Benzin. Damit sich das Dieselauto rechnet, müsste ich ihm Jahr wahrscheinlich soviel Auto fahren, dass ich zu nix anderem mehr käme.
Gut, ich kann mir einreden, dass das ein prima Motor ist und ich wenig CO2 in die Luft puste, der Gutmenschfaktor ist immer noch vorhanden und jetzt noch einen prickelnden Touch irrealer. Aber wie war das mit den Rußpartikeln? Rette ich das Klima, aber verpasse Kleinkindern Krebs?
Öl wird jetzt ganz schnell immer teurer, so dass selbst die Grünen sich nicht mehr richtig drüber freuen können, dass sie immer schon Recht gehabt haben. Wir brauchen zuviel davon und es gibt zu wenig. China dreht voll auf und will den Iran als drittgrößtes Ölförderland einholen. Dann müssen die Tibefans hierzulande nicht nur Olympia und den China-Imbiss boykottieren, sondern auch noch die Tanke.
VW protzt, dass sie im Herbst ein erstes Modell mit Hbyridantrieb auf den Markt bringen, den Q7, ein SUV-Monster, das dann bloß noch sparsame 12 Liter braucht, das nenn ich Fortschritt, da lacht sich der Chinese ins Fäustchen.
Und ich? Werde ich Diesel fahren? Oder bin ich dann schon ein Snob? Und wenn ich das Auto künfitg öfter stehen lasse, könnte es dann nicht auch ein Q7 sein? Autokauf ist zur Zeit nicht nur Nervensache, sondern gelebte Absurdität.




Wenn du unbedingt noch mal Q7 fahren willst, solltest du es wohl so schnell wie möglich tun. Ich habe das Gefühl, dass diese Kutschen bald ausserhalb gesellschaftlicher Akzeptanz fahren. Dann machst du noch ein Foto davon und kannst davon deinen Enkeln erzählen, wie das war als sich noch jeder ein Auto leisten konnte…
Das die Grünen bald Recht haben könnten finde ich nicht so dramatisch. Mich ärgert es aber, wenn ich mir inzwischen überlegen muss, ob ich tanken gehe oder meinen Kindern was zu essen kaufe. Um eine Tankfüllung bezahlen zu können, muss ich zwei Tage arbeiten. Und ich fahre keinen SUV. Eine Konsequenz habe ich gezogen und wir haben uns ein Auto mit Flüssiggas bestellt. Da kostet der Liter zwischen 60 und 70 Cent.
Meine nächste Stelle versuche ich so zu finden, dass ich mit dem ÖPNV oder dem Fahrrad hinkommen kann.
Was ich aber auch sagen muss: manchmal denke ich, Benzin ist immer noch zu billig. Wenn ich die ganzen Kurzstreckenfahrer bei uns im Supermarkt sehe oder die Vertrete der „Grünen“ die mit dem Auto 2 Kilometer auf Sitzung fahren kann ich nur sagen: Hoch die Preise!
Bislang hielt ich es immer für Geringschätzung, wenn mich autofahrende Mitmenschen immer so komisch angeguckt haben, wenn sie erfuhren, dass ich kein Auto habe.
(Woraufhin dann auch immer ganz schnell die Rechtfertigungen kommen, warum er/sie unbedingt (leider) ein Auto brauche, obwohl ich weder etwas gegen Autos noch gegen Autofahrer im Allgemeinen habe, ich selber brauche nur keines, so what?)
Inzwischen bin ich verunsichert: Ist es vielleicht doch Neid?