Nach knapp anderthalb Jahren Bloggen bin ich heute endlich in der glücklichen Lage, das betreiben zu können, wofür Blogs eigentlich erfunden worden sind: Jammern, Nabelschau, glamouröse Hysterie! Weil: Ich bin krank. Krahaaaank! Nicht schlimm, aber blöd: Hab die ganze Nacht kein Auge zugemacht, mich vor Bauchschmerzen nur so umhergewälzt, mir in der Frühe noch mal das Abendessen durch den Kopf gehen lassen und liege jetzt mit einem erheblich gestörtem Temperaturempfinden auf dem Sofa, während Deutschland um mich herum Sommer spielt. Hab kein Fieber, aber fühl mich so. Mein Körper macht einen auf Krisengebiet.
Grade als Mann ist das richtig bitter, wo ich es doch gewohnt bin, dass mein Körper den ganzen Monat über funktioniert und keine komischen Sachen anstellt. Wir hatten so ein schönes Arrangement: Ich hab ihm keine Vorwürfe gemacht und er hat mich dafür in Ruhe gelassen. Und jetzt streikt er! Will er einen neuen Tarifvertrag, oder was? Weniger Arbeit bei vollem Wellnessausgleich, oder wie? Bürschchen! Ich leg mich dann mal wieder hin, wer Mitleid übrig hat, möge es bitte großzügig im Kommentarbereich auftürmen. Die anderen warten einfach ab. Keine Angst, von der Blogroll fliegt deswegen keiner




Da ich mich eh nicht auf der Blogroll
wiederfinde, kann ich mich ja ungehemmt auslassen. Und könnte Dir jetzt sagen, Du sollst Dich nicht so anstellen. Früher, ganz früher, da wurde meinereiner mit gefühlten 45 Grad Fieber, Husten, Schnupfen, Durchfall, Schüttelfrost, Hühneraugen UND Pickeln im Gesicht zur Schule geschickt. Da war nix mit Sofa, Bürschchen (hat meine Mutter wirklich gesagt).
Aber das behalte ich ja für mich. Nein, ich fühle mit Dir, ehrlich. Ne, wirklich. Deshalb: Gute Besserung!
(stapft mit einem Tablett in die Kommentarleiste)
So, mein Gutster, da hätten wir erst einmal einen schönen frischen Kümmeltee ohne Zucker gegen die Krämpfe mit extra Ingwer gegen Gespei, Kohletabletten gegen Durchfall, ein Fieberthermometer für Eventualitäten, Wadenwickel, Wolldecken, Wärmflasche, Zwieback ohne alles …
Wie lange gedenkst Du krank zu sein, was meinst Du?
Du hast mein Mitgefühl – aber mir geht es noch viel schlimmer als dir ;-((.
Ich hab ein seltenes und kaum behandelbare Leiden, man nennt es Faulkrankheit.
Dieses Leiden fessselt jeden abend buchstäblich fest an meiner Chouch. Nur mit Mühe und der letzten Kraft des Tages schaffe ich es in mein Bett.
So wie heut. Heut hab ich 2 Stunden gebraucht um mich von der Chouch loszueisen und was ist ?
Aber wenigsten hab ich ihm ein Blick gegönnt. Man gönnt sich ja sonst nix
Auf den Weg von der Chouch zum Bett steht der PC und in ihm mein nur noch im Dämmerlicht liegender Blog
Hat jemand Mitleid mit mir?
Danke! Heut geht es wieder besser, fühl mich etwas wie ein ausgekotzer Gummiball, aber werde als alter Heimarbeiter wieder am Schreibtisch sitzen. Denke, das war ne kleine Lebensmittelvergiftung, oder so.
@nordstrahl: Mein Mitleid hast Du sicher. Die zieht sich, die Faulkrankheit. Und es gibt keine vernünftigen Tabletten dagegen. Immerhin kann man versuchen, sie zu genießen!
Scheint, als habe meine Schocktherapie doch gewirkt – bei mir wird jeder wieder gesund – vor Angst!
Hach ja, wie sie gleich wieder leidend vor sich hinsterben, die Kerls, wenn’s ihnen mal net ganz wohl zumut.
Aber hey, auch dafür lieben wir euch!
Meine Krankheit is Zeitmangel – deshalb komm ich auch immer erst hier lang, wenn das Schlimmste schon vorbei ist. Denn wie ich sehe, hast du dich schon wieder an die Tastatur geschleppt. Aber was solls, besser spät als nie. Also bessere dich schnell und genese uns vollends.
“Zwei Tage war der Fr…osch so krank, nun tippt er wieder – Gottseidank”,
freut sich die Hex’
Auch wenn es dir schon wieder besser geht, schließe ich mich den Genesungswünschen natürlich an – wobei das Empfinden eines ausgekotzten Gummiballes sicher noch nicht den Originalzustand darstellt …
@hochhaushex: der frosch tippt ja sogar, wenn er krank ist! Bloggerehrenwort. Man hat ja so seine Prinzipien. Und tolle Leser!
@roman: Das nenn ich männliche Soldarität, das sensible Mit-Empfinden der Differenz zum Originalzustand. Danke.