Der Präsident der Deutschen Rentnerversicherung, Herbert Rische, hat einen einfachen Trick, um die Altersversorgung eines Landes schnell zu beurteilen: Er geht zu McDonalds. Arbeiten dort vor allem ältere Menschen, gibt es ein Rentenproblem. Interessant. Künftig sagen wir nicht mehr „ich geh mal eben zum Meckes”, sondern „ich mach mal einen sozio-ökonomischen Kurz-Check”. Und wenn dir da jemand über 60 die Pommes in die Tüte schaufelt, dann kannst du direkt anfangen, dir Sorgen um deinen Lebensabend zu machen.
Rische sieht die Armut in Deutschland eher bei den Langzeitarbeitslosen, Alleinerziehenden und Kinderreichen. Und bei den „Mc-Jobbern” natürlich, also denen, die hart arbeiten, aber so wenig dabei verdienen, dass sie auf Staatsknete angewiesen sind. Dass die dann als Rentner ebenfalls arm sein werden ist keine künftige Überraschung des Rentensystems, sondern eine Folge menschenverachtender Arbeitsverhältnisse in der Gegenwart. Das reißt auch keine Rente mehr raus. Auch wenn manche „Rente” anscheinend noch immer für einen vorparadiesischen Gnadenzustand halten, eine Art Wiedergutmachung kurz vor der Bahre nach dem Motto: „Wir haben dich so lange beschissen, da, jetzt mach mal ne Kreuzfahrt, sei dankbar und dann halt die Klappe!”.
Altersarmut ist also nichts, was auf uns zukommt, sondern eine Armut, die wir heute schon kultivieren. Da können die bei Mc Donalds direkt schon mal anfangen, die Tasten ihrer Kassen in Großdruck zu beschriften…




Vor ungefähr einer Woche stand in der Süddeutschen Zeitung, dass innerhalb kurzer Zeit die Anzahl der Rentner, die sich neben der Rente noch Geld dazuverdienen von 600000 auf über 800000 angestiegen ist. Obwohl schon Mutmassungen angestellt wurden, dass den Leuten eventuell Geld für ein angemessenes Leben fehlt, gaben die Arbeitgebervereinigungen Entwarnung. Es würden immer mehr Rentner nebenbei arbeiten, weil sie nicht zum alten Eisen gehören wollten und was sinnvolles mit ihrer Zeit anfangen wollten.Ich vermute, dass die Rentner bald den regulär Arbeitssuchenden Konkurrenz machen und eine soziale Spirale nach unten in Gang setzen werden. Man kann es auch zynisch positiv sehen:Die Rentner nehmen ihre Alterssicherung in die eigene Hand und verlassen sich nicht auf Vater BFA. Wenn das so weiter geht werden wir uns in eine Vor-Bismarcksche Gesellschaft zurückentwickeln. Pech, wenn man 45 Jahre gebuckelt hat und dann mit einem Almosen abgespeist wird.Glück, wenn man 4 Jahre im Bundestag gesessen hat und eine Pensionsberechtigung von 1600 Euro erworben hat, immerhin 600 Euro über der durchschnittlichen gesetzlichen Rente. Das Leben ist hart, aber dafür ungerecht.
Beim Restaurant mit dem goldenen M kann ich keine demographischen Probleme analysieren – Leute über 30 sieht man da doch maximal als Aufsichtspersonen bei einem Kindergeburtstag (Ronald McDonald ist nicht genug!).
Bei McDonalds sehe ich vielmehr die Zukunftsvision, das sich unser durchschnittlicher Body-Mass-Index irgendwann dem der Amerikaner angeglichen hat.