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Archive for 22. April 2008

Also der Reihe nach: Erst sagt Roman Herzog sinngemäß „Die Politiker sind Rentner-Schleimer”, dann weisen die Sozialverbände darauf hin, dass Altersarmut ein wachsendes Problem sei und jetzt melden sich die Wirtschaftsexperten und stellen fest, die Altersarmut sei ein „überschätztes Problem”, es gäbe fünf mal mehr arme Kinder als Senioren. Das haben sie ja gelernt, die Wirtschaftswissenschaftler, Menschen gegeneinander aufzurechnen.

Schon ertappt man sich dabei, zu überlegen: Was ist schlimmer, ein armer Rentner, oder fünf arme Kinder? Werden aus denen dann in 60 Jahren fünf arme Rentner, was aber keine Rolle spielt, weil dann eh 25 neue arme Kinder darauf warten, spätestens als Rentner zu verhungern, was dann aber keinen interessiert, weil mittlerweile 125 neue… ? Und so weiter. Oder anders gefragt: Wie viel Kinderarmut brauchen wir, um Guterverdienern ihren Lebensstandard zu garantieren? Brauchen wir mehr Krippenplätze oder Altersheimplätze? Mehr Bobbycars oder Rollstühle? Zahnspangen oder Dritte Zähne? Eine Frage, bei der nur Kukident gewinnt, weil die Pflegemittel für beides herstellen.

Oder müsste man nicht ganz anders denken? In dem Sinne, dass arme Kinder eine Oma brauchen, die nicht am Existenzminimum lebt und für ihren Enkel immer mal Zeit, Muße und ein Überraschungsei übrig hat. Und Rentner brauchen Enkel, die nicht vor lauter Armut sozial ausgegrenzt verblöden, um dann irgendwann aus lauter Frust in der U-Bahn die Alterspyramide mit den Fäusten auseinander zu nehmen. Wenn ihr euch wirklich nützlich machen wollt, Wirtschafswissenschaftler, dann rechnet das mal so rum durch.

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