Hunderte von Unternehmensvertretern haben also für die Bundesministerien gearbeitet, bezahlt von ihren jeweiligen Unternehmen an Vorgängen oder Gesetzen mitgewerkelt, die teilweise direkt die Interessen ihrer eigentlichen Arbeitgeber betrafen. Das wirft jetzt der Bundesrechungshof der Regierung vor, die wiederum eine „politische Einflussnahme“ ausschließt, weil es ja diverse „Kontrollmechanismen“ gebe. Da macht man also den Bock zum Hilfsgärtner, und hofft, dass er die Setzlinge nicht auffrisst, weil er sich beobachtet fühlt. Von denselben Leuten, die ihm als Paarhufer einen grünen Daumen zutrauen…
Es ginge ja darum, „Fachwissen in die Bundesbehörden einzubringen“, sagt die Regierung. Fachwissen ist also in Bundesbehörden offensichtlich Bonusmaterial, das man sich von der Wirtschaft schenken lässt. Ich möchte, dass Gesetze künftig wie das Wetter präsentiert werden, mit Hinweisen wie „Die Regulierung des Strommarktes wird ihnen präsentiert mit freundlicher Mitwirkung der RWE“ oder „Die Gesundheitsreform – powered by the privaten Krankenkassen“.
Ach ja: Das ist ja jetzt durch eine Studie bewiesen, dass Kassenpatienten dreimal so lange warten müssen. Du weißt, du bist ein Kassenpatient, wenn dein Pils 21 Minuten gedauert hat.




Es ist kaum zu glauben, welche neuen Erkenntnisse fast stündlich auf den Nachrichtenkonsumenten niederprasseln: Zuerst kommt die Nachricht, dass es in Tibet respektive China Menschenrechtsverletzungen gibt und jetzt die Neuigkeit, dass die Industrielobby an der Gesetzgebung massgeblichen Anteil hat.Hätt ich echt nicht gedacht, aber es wäre ganz hilfreich, wenn die Aufsichtsratsposten sämtlicher Bundestagsabgeordneter mal veröffentlicht würden. Die halbe SPD hockt bei RWE(reimt sich)-deshalb auch das Störfeuer von Wolfgang Clement gegen die Öko-Energiepläne von Ypsilanti.Und solche CDU-Granden wie der ehemalige JU(52?)-Vorsitzende Matthias Wissmann sind Sprecher beim Verband der Automobilindustrie.Komisch, dass die Pläne der EU betreffs Begrenzung des CO2- Ausstoßes der deutschen Automobilflotte an der CDU und der gefühlten Volkskanzlerin Merkel gescheitert sind.Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!
Komisch auch, dass die bisher durchgeführten Gesundheitsreformen die Pharmaindustrie verschont haben. Bezahlen darf der Kassenpatient; er wird- nomen est omen- zur Kasse gebeten und darf indirekt die von der Pharmaindustrie auf den Markt gebrachten neuen Medikamente finanzieren. Am Rande möchte ich nur erwähnen, dass von über 400 neu zugelassenen Medikamenten 2006 nur 6 eine Wirkstoffverbesserung aufweisen. Vielleicht braucht man die vielen Pillen, um die quengeligen Alten im Pflegeheim oder die aufgrund des Margendrucks bei Banken oder Industrie psychisch Erkrankten ruhigzustellen.
An den Privilegien der privat Krankenversicherten wird auch deshalb nicht gerüttelt, weil fast alle Bundestagsabgeordneten selbst privat versichert sind.Ich habe die Faust in der Tasche geballt, als ich die Aussage von Trulla-Ulla-Schmidt gelesen habe: „Es gibt keine Unterschiede in der Behandlung von privat und gesetzlich Versicherten, sondern nur beim Service.“Also Behandlung fällt nicht unter Service.Komisch auch, dass Ärzte bei Tarifverhandlungen (Marburger Bund) immer gut abschneiden im Vergleich zum Pflegepersonal. Aber wie gesagt, eine Lobby haben nur die, die eigentlich gar keine brauchen.
Hi Frank! Vielleicht hast Du keine Lobby, aber immerhin inzwischen ein Bild
Wenn Du in deinem Profil unter „website“ die Adresse Deines Blogs angibst, dann kann man künftig einfach auf Dein Bild klicken und landet auf Deinem Blog. Versuchs mal! Grüße!