„Welches Auto würde Jesus fahren?” – ist eine blöde Frage von Buchautor Franz Alt, aber immerhin eine, die für Aufmerksamkeit sorgt. Vielleicht hätte Jesus gar keinen Führerschein, sondern würde von den Jüngern zu seinen vielen Terminen gefahren. Und: Würde Jesus auch Hamburger essen, bei Lidl einkaufen oder in eine Riester-Rente investieren? Wäre Jesus heute überhaupt Jesus, oder nicht lieber Franz Alt?
Gut, nehmen wir die Ausgangsfrage mal testweise ernst. Was würde er denn nun fahren? Mit dem Smart raus nach Golgatha, mit dem Maybach zur Speisung der 5000? Es ist natürlich eine Statusfrage, er kann ja nicht als Sohn Gottes mit einem Twingo ankommen. Er bräuchte was PS-starkes, allein schon wegen der Kupplung für die 12 Anhänger. Hätte er eigentlich einen Jesus-Aufkleber auf der Heckklappe? Und würde er nach Sylt mit der Autofähre übersetzen, oder ginge er lieber zu Fuß? Hätte er überhaupt ein eigenes Auto, oder wäre er nicht eigentlich der klassische Typ für Car-Sharing? Es müsste ja nicht mit den 5000 sein. Was würde er beim Tanken sagen, etwa „Ja, bin ich denn Krösus?”?
Ach, was waren das für selige Zeiten, als man noch als Fußgänger Religionen begründen konnte.




Aufkleber:
“Ich bremse für Sünder”
Anders betrachtet: Hatte Jesus einen Fischerboot, oder ist er nur in den Booten der anderen unterwegs gewesen?
Vielleicht hätte er wirklich keinen Auto…
Steht nicht in der Bibel geschrieben:
“Und Jesus fuhr in einem Ford”?
ha!
Aber es gibt ein frommes Aldi Lied!
“Aldi Fülle ist in Dir oh Herr, und alle Schönheit kommt von dir oh Gott!”
@flattersatz
“Ford” steht da sicher nicht. Wenn ueberhaupt steht in der Bibel etwas à la “Jesus fuhr fort”. (vgl. Johannes 1,1“[50] Jesus sagte [...] [51] Und er fuhr fort [...]“) Wenn man nun ein bisschen Kreativitaet zeigt, dann kann man aus diesem Satz schlussfolgern, dass Jesus wohl einen Ford gefahren waere, so wie du es in deinem Beitrag auch tust.
Allerdings bleibt dann immer noch die Frage was fuer einen Typ. Unter dem Namen “Ford” werden ja bekanntlich mehrere verschiedene Autos vertrieben!
)
@ merkt Ihr Schlaumeier nicht dass Ihr Christus spottet? Und wer den Herrn spottet, den wird Gott richten, dann könnt Ihr schreien und Wehklagen, und eure von Gott abgefallene Religion, Kirche, Tempel oder Sekte anrufen, es wird Euch nichts nützen sagt Gott.
@anitz: Das hast du sehr schön rezitiert. Das ist bestimmt wieder ein Grund, daß “o wie” lacht….
@crashkid: ich finde, du verkomplizierst die Sache doch erheblich. Die Ausgangsfrage war ja nicht, welchen Typ, sondern ob überhaupt und wenn, dann wann.
Aber ich bin doch froh, daß wir uns auf Ford geeinigt haben, denn nur der Popel fährt Opel.
Wir spotten Franz Alt. Und Gott hat Humor. Punkt.
Jesus fuhr nicht Mercedes. Er ging noch per pedes.
Ich bleib dabei.
Das “t”- Modell von Ford wäre seinem Schicksal angemessen.
Hallo zusammen,
Also man kann von der Frage halten was man möchte und aber Franz Alt hat sie bestimmt nicht erfunden, sondern aufgegriffen – und das ist in einem Buch zu dem Thema ein interessanter Aspekt.
Ursprünglich stammt das Ganze nämlich von der W.W.J.D. Bewegung ab. “What would Jesus do” ist besonders in den USA, aber auch hierzulande ein Erkennungssysmbol junger Christen auf Armbändern. (http://de.wikipedia.org/wiki/WWJD).
Das wurde dann irgendwann 2002 in den USA umgemünzt in “What would Jesus drive” – eine Kampagne besonders gegen die großen Geländewagen, die die Mehrheit der Leute dank gut ausgebauter Straßen weder in den USA noch hierzulande braucht. (http://money.cnn.com/2002/11/20/news/companies/cars/index.htm)
Man kann es hierzulande belächeln oder für bescheuert halten, aber die Kampagne war besonders in den US Bundesstaaten des Bible Belt ein voller Erfolg und einige Leute begannen tatsächlich einmal darüber nachzudenken, wann und wofür sie Fahrzeuge benutzen. Von meinem eigenen USA Aufenthalt weiß ich, dass manche Leute sogar bei schönem Wetter mit dem Auto ins Fitnessstudio fahren, um dort auf dem Laufband zu joggen – warum sie nicht ins Studio joggen und dafür weniger Zeit auf dem Laufband verbringen habe ich nie herausbekommen – hat aber vermutlich was mit den motivationssteigernden Kalorienverbrauchsmesscomputern an den Geräten zu tun
Hierzulande müsste man wahrscheinlich fragen, was Goethe oder Beethoven fahren würde (von Adenauer, dem beliebtesten Deutschen laut ZDF, wissen wir es ja) oder welches Auto Einstein relativ gut gefiele, aber ansonsten täte eine Kampagne wie diese uns sicherlich auch nicht schlecht. Wo wir doch schon wieder die CO2 Grenzwerte aufzuweichen versuchen oder uns gegen das Tempolimit auf Autobahnen sträuben…aber das ist eine andere Geschichte.
Grüße
Clemens
PS: Die Frage wurde übrigens nicht nur gestellt, sondern auch schonmal versucht zu beantworten: http://news.bbc.co.uk/1/hi/magazine/4757165.stm
Danke Clemens für diese sehr moderat eingebrachte Zusatzinformation.
Ich hatte die Quelle dieser Jesus-Auto-Idee auch gefunden, auf seiner eigenen Homepage nämlich, also der von Franz Alt.
Aber ich bin ja kein Journalist, ich darf satirisch zuspitzen, welchen Aspekt auch immer, auch wenn ich weitere Hintergründe recherchiert habe. Und ich denke, grade wenn diese Auto-Frage dann so zusammenhangslos in der deutschen PR-Kampagne für ein Buch auftaucht, ist sie einerseits natürlich gewollt sehr auffällig, andererseits aber auch sehr schräg. Sisswossmeipoint.
Grüße!
Du siehst, Frederic, Religion ist ein gar schwieriges Thema…
Grüße zwischendurch.
Hallo Basti, Großmeister der Religionsthreads, ich hoffe, dass sich das hier nicht zu einer Diskussion darüber auswächst, mit welchem Auto Darwin im Kosovo unterwegs gewesen wäre, oder so. (Definitiv ein Insiderwitz)
Ich hoffe mit dir. Mache dir aber keine Hoffnungen: Du wirst um die Autos im Kosovo nicht herumkommen. Zumal man ja auch zugeben muss, dass der Zusammenhang mit diesem Thread ja auf der Hand liegt. Der religiösen. Der stigmatisierten.
Autos? Pah! Männerzeuchs.
Ein heutiger Jesus hätte vor der Autofrage erst mal seine Mutter gefragt: “Sag mal, warum erzählst Du eigentlich so einen Scheiß’ in der Gegend herum? Ob Josef mein Vater ist, oder nicht, kann Olli Geissen mit einem simplen Vaterschaftstest klären, und am besten erzählst Du mal gleich, wer noch alles in Frage kommt!”.
Und mit der Aufwandsentschädigung für Talkshow-Kandidaten würde er sich dann locker einen Fahrschein für die U-Bahn kaufen können.