Steht ja im Internet
März 27, 2008 von hormuthsfrederic
In den USA haben Bürger einem nichtsahnenden Hausbesitzer die Hütte leer geräumt, nur weil irgendwer eine Kleinanzeige ins Internet gestellt hatte mit dem Text „Bin umgezogen und habe einige Sachen zurück gelassen - bedienen sie sich!”. Erst als eine Interessentin ihn telefonisch fragte, ob sie denn auch wirklich das Pferd mitnehmen dürfe, brach das unwissende Opfer seinen beruflichen Auswärtsaufenthalt ab und traf daheim eine Horde von fröhlichen Plünderern an, die erst durch die Polizei von der All-you-can-carry-Mitnahmeaktion abzuhalten waren.
Die „Interessenten” hatten ihm zuvor immer wieder die ausgedruckte Anzeige als Beweis unter die Nase gehalten, weil: Was im Internet steht, muss ja wahr sein. Hallo? Im Internet steht auch dass Adolf Hitler heutzutage im ewigen Eis fröhlich Ufos bastelt und dass Amy Whinehouse eine Entziehungskur mit Eigenurin macht. Wie blöd muss man sein, um ein zu eins ans Internet zu glauben? Muss man Ami sein? Ich befürchte: Nein.
Wenn man nachfragt, wird man sich wahrscheinlich wundern, wer einem alles einen beweiskräftigen WWW-Ausdruck unter die Nase hält: Sarkozy hat da irgendwo gelesen, dass hohe Absätze einem bei Staatbesuchen Souveränität verleihen. Und Stoiber hatte Zahlen gefunden, die belegen, dass der Transrapid ein Schnäppchen ist. Ach ja: Diese Kleinanzeigenstory ist natürlich wirklich wahr, steht ja im Internet.




[...] internetdu meinst. Und was ist mit den Leuten die den Holocaust leugnen, > denjenigen die glauben das die CIA die Anschläge vom 11. September > ausgeführt hat? Erstere kann man widerlegen, letztere haben höchstwahrscheinlich recht. > Diese ganzen Verschwörungstheorien die es im Netz gibt…glaubst du > nicht das es Leute gibt die diesen Sch**ß glauben? Und? Das zu glauben oder nicht, obliegt ausschließlich dem Einzelnen. > Das Grundgesetz! Volksverhetzung ist verboten. Dann meinst Du wohl das StGB - im GG steht nichts von “Volksverhetzung”. Im übrigen hat der [...]
Ich fürchte, eine solche Story wie mit der Kleinanzeige ist nur in USA möglich, wenngleich man ja weltweit Inhalte im Internet kritisch beäugen sollte.
Also am besten präventiv im Vorgarten ein Schild aufstellen: “Keine Plünderer!”
Dann kannst du auch auf alle Handtaschen von älteren Damen “Bitte nicht klauen!” kleben - und bald ist dann alles zugebackt mit irgendwelchen Hinweisschildern …
Aber da führt der Weg hin. Wenn die Politik uns selbst einfachste Gesetzmäßigkeiten mehr vermitteln kann (in diesem Fall: “Du sollst nicht klauen!”), dann muß das eben so sein!