Ludwig Stiegler hat gemeint, wenn die Ypsilanti zur Ministerpräsidentin gewählt würde, sei das ja eine geheime Wahl und keiner könne wissen, ob die Linke ihr wirklich Stimmen gegeben habe. Die könnten ja auch von (masochistischen?) CDU-lern oder sozialdemokratophilen FDP-lern gekommen sein. Ich finde: Wenn das so wäre, dann ginge diese Regierungsbildung schwer in Richtung unbefleckte Empfängnis und der 5.April, an dem der neue Landtag erstmals tagt, könnte in Hessen künftig so ähnlich gefeiert werden wie Weihnachten. Mit Roland Koch, der kopfschüttelnd an der Krippe steht und gleichzeitig Och und Esel darstellt.
Der ist lustig, der Stiegler. In Erweiterung meiner gestrigen Idee würde Frau Ypsilanti dann sagen: „Also, bei der Zeugung dieser Regierung war kein Gysi beteilig, zumindest hab ich ihn nicht gesehen, es war ja dunkel. Jetzt ist der Braten in der Röhre, das ziehen wir durch, das tragen wir aus, auch wenn wir schwer daran zu tragen haben. Und wenn wir das Kind beim Namen nennen müssen, wird es auf keinen Fall Gregor heißen oder gar Oskar. Es wird Kurt heißen, hundertprozentig, ob es ein Junge wird oder ein Mädchen“.




[...] Wer das ganze nochmal satirisch aufbearbeitet haben will – Frederic Hormuth hat sich hier und hier auf gewohnt hohem Niveau der Sache angenommen. War [...]
Lasst mir den Ludwig in Ruhe. Ludwig ist verkörperte Diaspora. Er ist die Diaspora an sich. Wo auch immer er ist, umgibt ihn Diaspora. Andere tragen Schwimmreifen, Ludwig trägt Diaspora. Quasi als Ganzkörperdiaspora oder Ganzkörperkondom. Da wird nichts empfangen oder gar gezeugt. Da wird Zellgeteilt. Fleisch von seinem Fleisch. Nein Geist nicht. Das wäre Blasphemie.
Es ist Ludwig. Der glaubt nicht an Empfängnis. Der glaubt an das Eine, das Gute, das für das er sein Leben geopfert hat, jenes das ihn in ewiger Diaspora einsperrte. Es ist bestimmt warm dort in seiner Ganzkörperdiaspora und feucht. Nein nicht jene Feuchte, die wir Männer so lieben. Auch nicht der Duft arbeitender Muskeln und deren Schweiß, nein es ist feucht, wie vor jenen Becken, an die aufgrund von Augenfehlern nie nahe genug herangetreten wird.
Feuchte Schwüle. Sein privates transportables Dschungelcamp, nur ohne Känguruhoden und ohne Kakerlaken. Einfach Mr. Diaspora himself. Wenn der da glaubt, das er denkt und dann auch noch spricht. Dann ist alles möglich.
Meist dringt sein Stimmchen ja gar nicht aus seiner Ganzkörperdiaspora, dann freut er sich weil ihm keiner widerspricht. Aber wenn ihn doch jemand wahrnimmt, dann nimmt man ihn nicht ernst. Diaspora eben.