345 Euro plus Miete plus Heizkosten, das ist die dürftige Restwürde, die unser Gemeinwesen unter dem schicken Namen „ALGII“ denen gewährt, die einfach keinen Job mehr finden. Für Vitamine und eine Perspektiven eröffnende Erziehung von Kindern langt das bekanntlich kaum.
Besonders zynisch finde ich es, dass ALGII-Empfänger, die ins Krankenhaus müssen, neuerdings laut Rechtsverordnung des Bundessozialabbauministeriums für die Dauer des Aufenthalts 35% weniger Geld bekommen. Weil sie sich ja dort kein Essen zu kaufen brauchen. Als würden die Leute ins Krankenhaus gehen, um sich dort durchfüttern zu lassen und dabei Geld zu sparen, mit dem sie dann in den Urlaub fliegen wollen. Ein Heer von betrügerischen Florida-Rolfs, das!
Dass man fürs Krankenhaus oft Extraausgaben hat (Nachthemden, Bademantel, etc…) will sich auf der Behörde keiner vorstellen. Was kommt demnächst? Leistungskürzungen für Leute, die viel schlafen (brauchen weniger Licht)? Weniger Geld für Leute, die unter Appetitlosigkeit leiden (brauchen weniger Verpflegung) oder keine Freunde haben (weniger Bewirtungskosten)? Nix „ALG“, das ist ein „Arrrgh“II !




Da schauert es einem den Rücken runter. Was die „klugen Köpfe“ sich noch alles ausdenken werden, damit sie das bißchen Geld noch kürzen können, das weiß der Himmel.
Aber der Weisheits letzter Schluß ist das noch nicht. Denn wenn der Staat nicht endlich von den Betroffenen etwas auf die Mütze bekommt, wird er weiter nach Sparmaßnahmen im ALG II – Bereich hecheln.
Das, was die Sache noch interessant macht ist, dass für das Gegenrechnen von Leistungen und Krankentagen abzüglich 35 % kostet wieder eine Menge neue Arbeitskräfte, die alles konntrollieren und gegenrechnen müssen.
Nicht zu vergessen sind die endlosen Klagen, die geführt werden, weil die Betroffenen sich wehren. Nicht umsonst heißt es „Hartz IV – die Jobmaschine für Rechtsanwälte“. Seit man Hartz IV in Kraft setzte, wurden vom Amt Rechtsanwälte in zweistelliger Anzahl angestellt. Wenn das so weiter geht, entwickelt sich aus Hartz Iv eine große Klagegemeinschaft.
Also wenn man es sich genau betrachtet, beißt sich die Katze, die der Staat mit Hartz IV in die Welt gesetzt hat, selbst in den Schwanz.
Das eigentliche Problem ist, das die Leute die das festlegen (wer wann was bekommt) doch von der Realität (dem Alltag der ALGII-Bezieher) keinerlei Ahnung haben. Die leben doch ganz anders. Das zeigt sich an deinem Beispiel mit dem Krankenhaus sehr anschaulich.
Die log(ist)ische Konsequen wäre doch, dass man die ALG II-Empfänger bei Auftreten einer behandlungsbedürftigen Krankheit einschläfert und kostenschonend in eigens dafür vorgesehenen Hartz 4 Friedhöfen entsorgt,ohne Grabpflege natürlich und schwuppdiwupp hätte sich das Problem mit Hartz 4 erledigt; die Privatversicherten können derweil einen Schnupfen im Einzelzimmer mit Chefarztbehandlung, Internetzugang, Tageszeitung und freier Menüwahl und mit Originalpräparaten(nur die Kassenpatienten erhalten Nachahmerprodukte!) in 4 Wochen auskurieren.
das mit dem einschläfern ist ja eine tolle idee, wird aber nicht realisierbar sein. denn ohne algII-empfänger fällt für viele (noch)arbeitnehmer ein feindbild weg, das sich prima dafür eignet, einen zusammenschluss zwischen allen benachteiligten dieser gesellschaft zu verhindern.
@Frank: Na, hoffen wir mal, dass Dein erstaunlich augereifter Plan nicht den Falschen in die Finger gerät…