Pommes oder Watt?
Januar 21, 2008 von hormuthsfrederic
Das Wattenmeer soll Weltnaturerbe werden. Das heißt, da soll keiner nach Öl bohren dürfen, nicht mal testweise, weil das die Vögel und Seehunde stören würde, sagt der WWF. Ähm, wie jetzt? Stören? Also nicht bedrohen? Ich blick da nicht durch. Was wäre denn mit den Tieren, wenn in ihrer Nachbarschaft Öl aus der Erde gepumpt würde? Wären sie gestört wie ich das kenne, wenn die Nachbarin bei offenem Fenster staubsaugt und deswegen ihre Fickmichdancefloorblödmusik so laut stellt, dass mir das Zeiträtsel aus der Hand fällt? Oder wären sie in größerer Gefahr, etwa wie Eisbärbaby Flocke, das Angst haben musste, von seiner Mutter verspeist, quasi zur Frühstücksflocke zu werden? Ich bitte um klarere Kommunikation, lieber WWF!
Der deutsche Chef dieser Organisation hat gesagt, Ölbohren im Wattenmeer sei „wie eine Pommesbude im Kölner Dom”. Denke ich auch. Würde bestimmt gut laufen, der Laden wäre voll. Es kämen sicher mehr Menschen wegen einer gepflegten Schale Rot-Weiß, als wegen dem Kardinal Meisner. Mal ehrlich: Pommes kannst auch auf dem Domplatz verkaufen, da hast du eh mehr Laufkundschaft. Aber das Öl musst du schon da fördern, wo es liegt, da nützt es nix, wenn du lieber ein paar Kilometer weiter auf dem Campingplatz die Pumpe aufbaust.
Für unser schönes Watt wäre es ja eh am besten, wir würden für die Betankung unserer Geländewagen lieber weiterhin die Natur in, sagen wir mal, Nigeria zerstören. Ja, das wäre eine hochästhetische Lösung: Wir erklären die erste Welt zum Weltnaturerbe und die dritte zum Industriegebiet. Dann muss sich auch kein Seehund vor Schreck in die Hose machen. Ich würde gerne schönere Gedanken zu dem Thema denken, aber irgendwie hat mir der WWF-Chef heute zeitweise meine Logik verschmutzt.




Seltsam, aber mir ist, als ob ich absolut genaue Vorstellungen davon hätte, was “Fickmichdancefloorblödmusik” ist.
Schade übrigens, dass es diese Kategorie nicht gibt, da hätten’s manche solariumverbrutzelten Kunden beim Media Markt viel einfacher. Andererseits geht das lange Wort nicht auf die Schildchen, wo die CDs einsortiert werden. Vielleicht so: “Rock / Pop / Jazz / FMDFBM” … ja, so würde das gehen!
Also, “FMDFBM” find ich gut. Die hört man leider auch, wenn man wartend an einer Ampel steht und dann einer dieser tiefergelegten Lautsprecher vorbei donnert. Und, kann es nicht sein, dass diese solariumverbrutzelten Leute ins Frittierfett gefallen sind? Auf der Kölner Domplatte wäre das eine neue Form der Hexenverbrennung. “Widerruftst Du dieser FMDFBMmusik oder müssen wir dich der reinigenden Kraft des heißen Fettes übergeben?”
So sehr ich mich auch für den Erfolg von Greenpeace freue: irgendwie habe ich das ungute Gefühl, dass RWE seine Pläne nur eine Weile in der Schublade verschwinden lässt, bis sich die allgemeine Diskussion gelegt hat.
Ich hoffe ich behalte kein Recht in dieser Sache