Seit Wochen fahre ich immer wieder an einem Bild vorbei, das mich beeindruckt, mein Herz erreicht und mir viel zu denken gegeben hat.

Der unbekannte Künstler zeigt uns hier ein glücklich einander zugetanes Paar, sie trägt erkennbar einen Ehering, er hat den Arm um ihre Hüfte gelegt. Die Szenerie ist unscharf im Unklaren gelassen, irgendwie urban, gar jahrmarktähnlich, aber mit warmen Farben und reichlich Essen, eine Atmosphäre unbestimmter Geborgenheit.
Im Zentrum des Bildes steht ein Döner, das Geborgenheitsthema in Form einer Teigtasche mit sanft eingebetteten Fleischstücken geschickt variierend. Der osmanische Happen bildet mit den Augen des Paares und ihrer Blickachse ein gleichschenkliges Dreieck, womit zusätzlich eine unterschwellig erotische Komponente angedeutet ist.
Das Paar hält den nahrhaften Snack gemeinsam in Händen, nicht, um sich konkurrierend darum zu reißen, sondern als Zeichen ihrer tiefen Verbindung – der selig einander zugewandte Blick lässt hier keine andere Interpretation zu. Ihre Oberbekleidung ist in freundlichen Pastelltönen gestaltet, ein Ausdruck von Reinheit und Unbekümmertheit, die uns zu den existenziellen Fragen führt, die im Bild angedeutet sind.
Durch Haltung, Anmutung und den collagenhaft über das Paar montierten Schriftzug „Döner Kebap“ ist die partnerschaftliche Verzehrabsicht der beiden geradezu mit Händen greifbar. Wer je versucht hat, auf diese Weise gemeinsam eine fett-, fleisch- und joghurtsaucen-triefende Teigflade zu verzehren, ahnt die Bedrohung, die wie ein kulinarisches Damokles-Schwert über dem Fastfood-Idyll hängt. Sie werden sich total einsauen. Sie werden sich beflecken und auf diese Weise die kindlich heißhungernde Unschuld verlieren. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden sie sich streiten, sich gegenseitig mit den Essensresten bewerfen und sich über die Frage, wer denn die blöde Idee gehabt habe, einen Döner auf diese Weise zu teilen, endgültig entzweien.
Diese bedrohliche Ahnung einer beziehungstechnischen Apokalypse, das Vergänglichkeitsmotiv, hat der Künstler bereits subtil an anderer Stelle des Bildes angedeutet, gar im Kleinen gespiegelt. Vor dem Mann liegt ein auch in der Vergrößerung völlig unerklärlicher Gegenstand, eine Mischung aus Hummer und Pfeife, ein organisch/anorganischer Bastard. Es ist dies höchstwahrscheinlich ein surreal konkretisiertes Stück Gammelfleisch, das seinen kleinen Schatten schwer über die ganze Bildkomposition und die Zukunft der Liebenden wirft. Nicht nur die Trennung steht ihnen bevor, nein auch noch Brechdurchfall. In tiefer Trauer wendet sich der Betrachter ab und holt sich lieber eine Pizza.




Da bekommen die drei K´s eine ganz neue Bedeutung für Döner-begehrende Pärchen auf der ganzen Welt: Kuscheln, Kebap, Krisenmanagement… oder wie war das jetzt?
Glücklich durch Döner? Da soll sie mal warten, bis er vom ständigen Gammelfleischkonsum die ersten Verdauungsprobleme bekommt – dann hängt nicht nur der Haussegen schief!
Ich dachte immer, der Dönermarkt wäre so weit in Ordnung, dass dafür nicht noch extra Werbung gemacht werden müsse. Nun denn. Ob Gammelfleisch einer Gammelbeziehung schadet oder nicht, mag hier unbeantwortet bleiben.
Mittlerweile bin ich übrigens sicher, dass es sich bei dem ominösen Gegenstand zwischen Mann und Teller um eine auf dem Off hereingereichte Gabel handelt! Verdächtig! Ein Gammelfleisch-Attentat! Da legt jemand bedenkliches Material auf den Teller, um das junge Glück schon schneller zu zerstören. Ich bin entsetzt.
Was mir jetzt dazu gerade einfällt: der Markt zum Osten öffnet sich! In Russland braucht man keinen Döner, um unerwünschte Widersacher (welcher Widersacher ist nicht unerwünscht?) aus dem Weg zu räumen …
Endlich die neueste Döner-Studie ist da!Schluß mit der Pizza-Studie! Deutschland vorn!Die fleischlichen Begierden werden mit Fleisch gestillt!Fressen statt ficken, oder ficken nach dem Essen,aber voller Bauch pimpert nicht gern! Ich glaube,bei dem Plakat handelt es sich um Wahlwerbung für die DPD, die Döner-Partei Deutschlands-ganz praktische Abkürzung, denn wenn man eine große Bestellung abgibt kommt die Döner-Sendung nach Hause! Zu dem Motiv der Unschuld, das du im Bild zu erkennen glaubst möchte ich dir noch eine Assoziation meinerseits mitteilen; ich dachte so an „drei weiße Birkan’s“.
Irgendwie volkstümlich-und nah. Gute Aussichten für alle Paare. Iss Döner, dann kebabt ihr für immer zusammen!